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Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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1

Freitag, 17. Januar 2014, 11:53

Die Fehler des Mr. Bond

Welcher ist der größte Fehler, den James Bond in seinen Abenteuern begangen hat?

Hier meine Top 10:

10. Octopussy:
Bond bemerkt nicht, dass Gobinda schon längst in seinem Hotelzimmer ist. Folge: Er wird überwältigt und auf dem Monsunpalast gefangengehalten.

09. Leben und sterben lassen:
Bond erscheint als "weißes Gesicht in Harlem" und fällt dort natürlich gleich auf wie ein bunter Hund.

08. Im Geheimdienst Ihrer Majestät:
Bond verwechselt die Augsburger St. Anna Kirche mit dem Dom.

07. Man lebt nur zweimal:
Bond legt die Sauerstoffzufuhr am Helm falsch an und wird als falscher Pilot entlarvt. Immerhin: Dieser Irrtum rettet ihm das Leben.

06. Feuerball:
Bond steigt mit Fiona ins Bett, obwohl er zu diesem Zeitpunkt weiß, dass die Zeit drängt (Paula wurde ermordet und die Frist von Spectre nähert sich dem Ende) und er keinen Nutzen davon haben wird. Folge: Er wird gefangengenommen. Aber wer wills ihm verdenken?! ;)

05. Im Angesicht des Todes:
Bond steckt die Steroiden-Ampulle in die falsche Stelle. Daher merken Mortner und somit auch Zorin, dass jemand hier Nachforschungen angestellt hat.

04. Moonraker:
Bond legt in Venedig die Ampulle mit dem tödlichen Gas der Orchidea Negra so ungeschickt hin, dass die beiden Wissenschaftler sterben: Schöner Nebeneffekt für Bond: Er erfährt somit, dass das Gas tödlich ist.

03. Goldfinger:
Bond unterschätzt Auric Goldfinger, als er sich leichtsinnig mit Jill im Hotel Fontainebleau vergnügt, obwohl er Goldfinger eben dort noch brüskiert hat. Ergebnis: Jill muss sterben, Bond bekommt eine übergezogen.

02. Goldfinger:
Er schickt Tilly zur Flucht vom Auto weg in den Wald, obwohl er wissen müsste, dass sie dort leicht getötet werden kann (was Oddjob dann auch vollzieht).

01. Skyfall:
Er entscheidet sich, mit M auf eigene Faust den Kampf gegen Silva aufzunehmen. Am Ende verliert M ihr Leben.


Nicht berücksichtigt habe ich die Situationen, wenn Bond unwissentlich den falschen Personen vertraut bzw. misstraut (z.B. Kristatos, Mathis, Vesper Lynd oder Grant/Nash) oder wenn er den Tod einer Vertrauensperson billigend in Kauf nimmt (z.B. Solange).
Wieder einmal bestätigt sich, dass Bond in GF nicht in Form ist (er verbringt den halben Film in Gefangenschaft). Dieser Film ist als einziger 2 mal vertreten.
Bei den Brosnans fällt mir gar kein gravierender Fehler ein.
Die Craigs scheinen wieder mehr wert auf seine menschliche Seite zu legen, sprich "irren ist menschlich".

Was fällt Euch noch ein?
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Django

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2

Freitag, 17. Januar 2014, 12:48

Interessante Zusammenstellung. Wobei die meisten Punkte für mich unter die Kategorie "Woher hätte er denn wissen sollen, dass..." fallen. Z.B. die Sache mit tödlichen Ampullen in MR. Und zur Sache mit Harlem in LALD: War das wirklich ein Fehler? Es ist schliesslich sein Job. Zudem ist diese Szene von RM so wunderbar snobistisch gespielt, dass ich auf diesen "Fehler" Bonds nicht verzichten möchte :D.

Mit der Nr. 1 (SF) gebe ich Dir aber 100%-ig Recht. Er hat nicht nur M verloren, sondern auch noch seinen DB5.

Zu GF: Das mit Jill (wie hätte er denn wissen können, dass Goldfinger über Leichen geht?) und Tilly (er dachte wohl, dass Goldfingers Leute zu sehr mit ihm bzw. dem DB5 "beschäftigt" sind, als dass sie die in den Wald rennende Tilly beachtet hätten). Aber das mit der Gefangenschaft stimmt schon. Erstaunlich ist dabei vor allem, dass Bond gar keine ernsthaften Versuche unternimmt, von Goldfingers Anwesen zu entkommen. Er konnte ja zu Beginn nicht wissen, dass er noch als "Lesbenheiler" aktiv werden darf.

Auch beim Golfspiel war es reines Glück, dass Bond den Goldbarren-Einsatz nicht verloren hat. Zudem war die ganze Aktion unnötig.

Ein weiterer Fehler: In TB "spielt" Bond mit Lippe, statt ihn aus dem Weg zu räumen und überlebt dessen zweiten Mordversuch nur Dank eines grossen Zufalls.

Bond steigt mit Fiona ins Bett, obwohl er zu diesem Zeitpunkt weiß, dass die Zeit drängt (Paula wurde ermordet und die Frist von Spectre nähert sich dem Ende) und er keinen Nutzen davon haben wird. Folge: Er wird gefangengenommen. Aber wer wills ihm verdenken?!

Das hätte ich jetzt auch in Kauf genommen :D. Nur so nebenbei: Paula hat sich selber getötet (wobei sie damit vermutlich ihre Ermordung nur um wenige Stunden vorweg nahm).

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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3

Freitag, 17. Januar 2014, 12:56

Wobei die meisten Punkte für mich unter die Kategorie "Woher hätte er denn wissen sollen, dass..."

Der Typ ist schließlich Bond. :prof: Der hat schon ganz andere Sachen zufällig durchschaut. :D

Zu GF: Das mit Jill (wie hätte er denn wissen können, dass Goldfinger über Leichen geht?) und Tilly (er dachte wohl, dass Goldfingers Leute zu sehr mit ihm bzw. dem DB5 "beschäftigt" sind, als dass sie die in den Wald rennende Tilly beachtet hätten).

Bei Jill fand ich ihn schon immer zu unvorsichtig. Er weiß von Goldfinger zumindest schon, dass dieser ein Verbrecher ist.

Nur so nebenbei: Paula hat sich selber getötet (wobei sie damit vermutlich ihre Ermordung nur um wenige Stunden vorweg nahm).

Das ist natürlich korrekt! :)
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Django

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4

Freitag, 17. Januar 2014, 13:18

Bei Jill fand ich ihn schon immer zu unvorsichtig. Er weiß von Goldfinger zumindest schon, dass dieser ein Verbrecher ist.

Aber er konnte nicht wissen, dass dieser ein Vollpsychopath ist, der kleine Mädchen vergolden lässt. Eher wäre zu erwarten gewesen, dass eine Racheaktion Goldfingers direkt ihm (also Bond) gilt. Im Buch ist ja so, dass Jill erst zu einem späteren Zeitpunkt um die Ecke gebracht wird.

5

Freitag, 17. Januar 2014, 13:28


01. Skyfall:
Er entscheidet sich, mit M auf eigene Faust den Kampf gegen Silva aufzunehmen. Am Ende verliert M ihr Leben.



Diese Wahrnehmung teile ich persönlich nicht und möchte dies mit folgendem Einwand kurz erklären:

Nach Silvas fehlgeschlagenem Attentatsversuch auf M während der Anhörung durch die Innenministerin und des Geheimdienstausschusses bringt Bond seine Chefin schließlich im Auto fort. Auf dem Rücksitz sagt "M", dass zu viele Menschen wegen ihr sterben (müssen) und sie daher auf Bonds Vorschlag eingeht alleine mit ihm gegen Silva den weiteren Kampf aufzunehmen. Sie entscheidet daher in meinen Augen selber.

Ich bewerte diese Szene schon so, dass M hier noch immer das Heft als Chefin in der Hand hat und hier bewusst Ihr Schicksal selbst bestimmt und festlegt. Daher wird auch keine Verstärkung angefordert. Aus diesem Grund teile ich diese Position 1 nicht. Ich bewerte persönlich auch den Auszug der letzten Zeilen des Gedichtes "Ulysses" (aka Odysseus) von Lord Alfred Tennyson, welchen M während der Anhörung zitiert, als Fingerzeig auf das, was ihr noch bevorsteht - eine läuternde Odyssee, die mit ihrem Tod enden wird.



Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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6

Freitag, 17. Januar 2014, 13:40

Für mich ist in diesem Falle eindeutig Bond der Handelnde. M fragt (etwas ironisch) sogar, ob er sie entführen will.
Bond hat die Idee mit Schottland und bestimmt, wie das ablaufen soll ("dorthin, wo wir im Vorteil sind").
Dadurch, dass die Aktion "nicht mal ansatzweise" legitmiert ist, geht Ms Tod meiner Meinung nach auf seine Kappe.
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JamesBond

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7

Freitag, 17. Januar 2014, 13:46

10. kann man auch zu GF setzten. Wie kommt Oddjob in das Hotelzimmer?

Ahab

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8

Freitag, 17. Januar 2014, 14:19

- Wenn ich so darüber nachdenke, ist die Pokerpartie in CR für Bond eine ziemliche Blamage - und damit eigentlich sein Fehler. Zumindest bis Felix ihn ins Spiel zurückkauft. Bond verliert (durch eigenes Verzocken) gegen Le Chiffre und wäre wie gesagt ohne Leiter gescheitert. Direkt unbondig...

- Der 'Weg' in Le Chiffres Gefangenschaft wird auch nicht freiwillig angetreten sondern ist die Folge von Bonds 'in-die-Falle-tappen'.

Grundsätzlich sind die Grenzen zwischen einem Fehler und schlicht hohem Einsatz mit dem Bond spielt fließend.

- Mathis Tod in QOS geht für mich bspw. auf Bonds Kappe, weil er ihn zu der Reise nach Bolivien überredet und dort im Grunde nicht ausreichend auf ihn aufpasst. Ist aber die Frage, ob es nicht einfach Mathis selbst hätte wissen müssen, worauf er sich einlässt.
- Fields Tod geht laut M ja auch auf Bonds Kappe. Das sehe ich persönlich widerum etwas anders: Bond hat Fields nie 'angefordert'. Da hätte eher M wissen müssen, dass sich Bond nicht von einer solchen Person einfangen lässt.

Maibaum

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9

Freitag, 17. Januar 2014, 14:45

Bond hat sowohl Mathis wie auch Fields benutzt, und für mich ganz klar ihren Tod verschuldet. Seine Mitschuld daran ist für mich ein wichtiges Motiv der Handlung von QoS.

Die Pokerpartie in CR hat er aber nur verloren weil Vesper ihn verraten hat.

Django

Der Andere

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10

Freitag, 17. Januar 2014, 14:55

Sehe ich auch so. Auch wenn's nicht hierher gehört: Dies ist ein Punkt, der mich am CR-Drehbuch stets gestört hat: Le Chiffre, ein Profi-Spieler, hat einen "Tick", wenn er blufft, der zudem noch so offensichtlich ist, dass Bond ihn sofort bemerkt (und komischerweise auch nur er). Das ist einfach etwas zu "billig".

Ahab

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11

Freitag, 17. Januar 2014, 15:10

Sehe ich auch so. Auch wenn's nicht hierher gehört: Dies ist ein Punkt, der mich am CR-Drehbuch stets gestört hat: Le Chiffre, ein Profi-Spieler, hat einen "Tick", wenn er blufft, der zudem noch so offensichtlich ist, dass Bond ihn sofort bemerkt (und komischerweise auch nur er). Das ist einfach etwas zu "billig".
Das ist in den sonst so hochwertigen Dialogen und Szenen auch echt einer der Ausreißer des Films (ähnlich wie am Strand mit Vesper). Ich rolle jedes Mal mit den Augen wenn es da heißt "Sehen sie, das verräterische Zeichen" oder so ähnlich... kann jetzt gerade nicht nachschauen wie der genaue Wortlaut ist. Aber da sind wir jeweils kurzzeitig beim Trash.
Aber zurück zum Thema.

Ja, Vespers Rolle in der Sache ist zu berücksichtigen. Das verdränge ichimmer wieder. Allerdings kann ich es mir auch nicht so einfach machen, dass den falschen Leuten zu vertrauen lediglich eine Schwäche ist, das ist in diesen Kreisen ein Fehler. Aber gut, darauf baut nun mal CR auf.

Edit: Und natürlich hätte ohne dies der Film QOS auch eines seiner Hauptmotive verlieren.

Count Villain

Schurkengraf

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12

Freitag, 17. Januar 2014, 18:40

06. Feuerball:
Bond steigt mit Fiona ins Bett, obwohl er zu diesem Zeitpunkt weiß, dass die Zeit drängt (Paula wurde ermordet und die Frist von Spectre nähert sich dem Ende) und er keinen Nutzen davon haben wird. Folge: Er wird gefangengenommen. Aber wer wills ihm verdenken?! ;)


Das ist allerdings kein Fehler, sondern Standardvorgehen. Immerhin hatte es einen Film zuvor bei Pussy Galore noch geklappt. ;)
Vernichte alles, was wir bei uns haben. Man hat uns enttarnt.

Mister Bond

Felix Leiter

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13

Freitag, 17. Januar 2014, 22:47

Interessante Zusammenstellung. Wobei die meisten Punkte für mich unter die Kategorie "Woher hätte er denn wissen sollen, dass..." fallen. Z.B. die Sache mit tödlichen Ampullen in MR. Und zur Sache mit Harlem in LALD: War das wirklich ein Fehler? Es ist schliesslich sein Job. Zudem ist diese Szene von RM so wunderbar snobistisch gespielt, dass ich auf diesen "Fehler" Bonds nicht verzichten möchte :D

Ich ebenfalls nicht. Außerdem fährt Bond bewusst nach Harlem, für mich also kein Fehler, weil er genau weiß was er macht und seine Situation abschätzen kann. British coolness halt :thumbup:
Außerdem ist es halt die typische Hamiltonsche Art.

Und mit Fiona ins Bett gehen...klar, was sonst. Jeder, der dass nicht tun würde, hätte einen Fehler begangen :D

Martin

Brosnans Last Line of Defense

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14

Samstag, 18. Januar 2014, 02:54

Bezüglich Skyfall bin ich ähnlicher Meinung wie Photographer. Das Primärziel ist nicht, M zu retten, sondern weiteren Schaden vom MI6 abzuwenden, und damit von England. Dafür sind sowohl M als auch Bond bereit, sich zu opfern. Mit dem voll bewaffneten Aston Martin und der Waffenkammer seines Vaters standen ihre Chancen eigentlich auch nicht so schlecht. Bond konnte ja nicht wissen, dass bis auf ein Gewehr alles veräußert wurde. Zudem wollte Silva M bloßgestellt und in Schande sterben lassen. Dadurch, dass sie sich als Ziel zugunsten anderer Aus deren Gefahrenbereich begibt, ist es letztendlich doch ein ehrenvoller Tod. Wobei das für die meisten westlichen Zuschauer wohl wurscht ist. Da ist Tod immer Versagen, egal wie.

Viel schwerer wiegt in SF für mich, dass Bond nicht viel unternimmt, um Severine zu retten. Dass Silva sie mit einem Schuss erledigen wird, dürfte ihm klar gewesen sein. Aktiv wird er komischerweise erst nach ihrem Tod und seinem Spruch über den wertvollen Alk.

Ahab

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15

Samstag, 18. Januar 2014, 03:44

Hm. Das kann, bzw. muss man auf zwei Arten analysieren.

Die Sicht auf Bond als Film im Kontext des Zeitgeistes:
Die Häufung der Opfer die Bond im Laufe seiner 3 neuesten Filme erbringen, bzw. beklagen muss ist mit Sicherheit eben jenem Zeitgeist der aktuellen Filme und Serien geschuldet in dem es quasi nicht ohne drastische Opfer geht. Wenn man sich Filme oder Serien dieser Tage ansieht, sind Todesopfer quasi unausweichlich um eine gewisse Dramatik darzustellen. Dieser Trend macht nun mal auch vor James Bond nicht halt (Solange, Vesper, Mathis, Fields, Severine und M (hab ich wen vergessen?).

Die 'Begründung' mit der diese Opfer in die jeweilige Handlung eingebunden werden
Hier ist bei Craig als Bond gerade in QOS und SF ein gewisser Selbstschutz-Reflex erkennbar. Zumindest für mich. Der Spruch bezüglich des Alkohols bei Severines Tod war in meinen Augen immer schon ein Reflex mit dem Bond versucht hat diese Sache nicht zu nahe an sich ran zu lassen um nicht wie bei Vesper (auch wenn der Verlust ungleich schlimmer war) selbst emotionalen Schaden davonzutragen. Für mich erscheint Bonds Reaktion darauf schlüssig, wenn man bedenkt, was er die letzten Monate/Jahre durchgemacht hat, zumal Silvas Aktion für mich nicht wirklich vorhersehbar war. Bei M - die natürlich widerum stärker mit Bond verbunden war - lässt er die Gefühle ja auch durchaus zu, wohlwissend, dass sie in dieser Situation keine ungünstigen Auswirkungen auf seine weitere Mission haben kann, die ja hiermit beendet war. Ob er das so betrauert hätte, wenn Silva noch irgendwo da draußen rumgegeistert wäre und sein Auftrag nicht beendet gewesen wäre?

Abgesehen davon gab es vergleichbare Situationen ja auch schon in älteren Bond-Filmen. Andrea Anders Tod in TMWTGG bspw. wurde von ihm ja auch nicht ausführlich betrauert.
Der von Paris in TND widerum schon, wobei die Szene ja nicht gerade als ein Paradebeispiel für die glaubhafte Zeichnung des Charakters Bond in die Geschichtsbücher eingegangen ist.

Martin

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16

Samstag, 18. Januar 2014, 04:20



Abgesehen davon gab es vergleichbare Situationen ja auch schon in älteren Bond-Filmen. Andrea Anders Tod in TMWTGG bspw. wurde von ihm ja auch nicht ausführlich betrauert.
Der von Paris in TND widerum schon, wobei die Szene ja nicht gernde als ein Paradebeispiel für die glaubhafte Zeichnung des Charakters Bond in die Geschichtsbücher eingegangen ist.


Bei Andreas Tod ließ es die Situation nicht zu, und Bonds emotionale Reaktion zeigt sich dann erst wieder beim Zusammentreffen mit Scaramangas, als er dessen Gastfreundschaft mit einem angedeuteten Four-Letter-Word erwidert. Die Reaktion bei Paris empfand ich nie als unglaubwürdig. Auf jeden Fall sympathischer als zur Schau gestellte Gleichgültigkeit. (Ich befürchte, wir sind schon wieder off-topic... )

Kronsteen

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Samstag, 18. Januar 2014, 16:34

Bezüglich Skyfall bin ich ähnlicher Meinung wie Photographer. Das Primärziel ist nicht, M zu retten, sondern weiteren Schaden vom MI6 abzuwenden, und damit von England. Dafür sind sowohl M als auch Bond bereit, sich zu opfern. Mit dem voll bewaffneten Aston Martin und der Waffenkammer seines Vaters standen ihre Chancen eigentlich auch nicht so schlecht. Bond konnte ja nicht wissen, dass bis auf ein Gewehr alles veräußert wurde. Zudem wollte Silva M bloßgestellt und in Schande sterben lassen. Dadurch, dass sie sich als Ziel zugunsten anderer Aus deren Gefahrenbereich begibt, ist es letztendlich doch ein ehrenvoller Tod. Wobei das für die meisten westlichen Zuschauer wohl wurscht ist. Da ist Tod immer Versagen, egal wie.

Gerade aber Ms Verlust, der für Bond ähnlich schlimm zu sein scheint wie der von Tracy, wird ihn sich schuldig fühlen lassen. Der Craig-Bond wird das Gefühl haben, einen Fehler begangen zu haben. Zumal die Idee und die Umsetzung auf Bonds Mist gewachsen sind. M hat sich lediglich angeschlossen.

Viel schwerer wiegt in SF für mich, dass Bond nicht viel unternimmt, um Severine zu retten. Dass Silva sie mit einem Schuss erledigen wird, dürfte ihm klar gewesen sein. Aktiv wird er komischerweise erst nach ihrem Tod und seinem Spruch über den wertvollen Alk.

In der Geschichte mit Severine ist Bond ganz einfach Profi. So wie er es in seiner Geschichte so oft war. Bei einem Moore oder einem Connery würde man vermutlich gar nicht auf die Idee kommen, ihm seine kalte Handlung böse zu nehmen. Erst dem Craig'sche Bond unterstellt man diese Anteilnahme, die aber auch er schon oft widerlegt hat. Severine steht in der Craig'schen Ära als Pendant zu Solange in CR und Miss Fields in QOS. Das Opferlamm, das die Liebelei mit Bond nicht lange überlebt hat.

Die Reaktion bei Paris empfand ich nie als unglaubwürdig. Auf jeden Fall sympathischer als zur Schau gestellte Gleichgültigkeit.

Ich denke, dass die Glaubwürdigkeit in dieser Szene v.a. darunter leidet, dass Bond 5 min später im Parkhaus schon wieder einen Heidenspaß mit seinen Gadgets im BMW hat. Hier ist der Emotionswechsel zu schnell
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Count Villain

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Samstag, 18. Januar 2014, 17:23


Die Sicht auf Bond als Film im Kontext des Zeitgeistes:
Die Häufung der Opfer die Bond im Laufe seiner 3 neuesten Filme erbringen, bzw. beklagen muss ist mit Sicherheit eben jenem Zeitgeist der aktuellen Filme und Serien geschuldet in dem es quasi nicht ohne drastische Opfer geht. Wenn man sich Filme oder Serien dieser Tage ansieht, sind Todesopfer quasi unausweichlich um eine gewisse Dramatik darzustellen. Dieser Trend macht nun mal auch vor James Bond nicht halt (Solange, Vesper, Mathis, Fields, Severine und M (hab ich wen vergessen?).


Und wo ist da genau der Zeitgeist? Seit jeher mussten Helfer (angefangen mit Quarrel) und/oder Gespielinnen (angefangen mit Jill Masterson) im Filmverlauf sterben.
Vernichte alles, was wir bei uns haben. Man hat uns enttarnt.

Ahab

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19

Samstag, 18. Januar 2014, 18:02

Ich versuch gerade mich zu erinnern in welchen 3 Bond-Filmen am Stück jeweils zwei von den 'Guten' dran glauben mussten und darunter sogar wiederkehrende Figuren wie M, Mathis und eine quasi Hauptrolle wie Vesper war.
Vielleicht hilfst du mir ja eben auf die Sprünge... ;)

Kronsteen

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20

Samstag, 18. Januar 2014, 18:07

Ich versuch gerade mich zu erinnern in welchen 3 Bond-Filmen am Stück jeweils zwei von den 'Guten' dran glauben mussten


Vielleicht nicht ganz so wichtige Figuren wie Vesper, Mathis und M, aber immerhin "gut" und "tot".

  • TSWLM: Felizza
  • MR: Corinne Dufour
  • FYEO: Gräfin Lisl, Luigi Ferrara
  • OP: Vijay
  • AVTAK: Sir Godfrey Tibbett, (mit Wohlwollen MayDay)


Aber grundsätzlich stimme ich Dir zu. ;)
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