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  • »TheSilencer« ist männlich

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261

Montag, 7. Oktober 2019, 12:53

#TeamMartin ! :motz2:

Mein Frust setzte eigentlich an der Stelle ein, als man den deutschen Titel verkündete. No Time To Die ist für einige von Euch zwar auch öde, aber Keine Zeit zu sterben ist für meine Wort-Ästhetik irgendwie zu dümmlich. Zudem hätte ich Keine Zeit zum Sterben zwar ähnlich blöd, aber eine Nuance passender gefunden. Kann ich nicht genauer erklären. Der Original-Titel hätte dieses Mal gereicht.

Und dann kommt da noch dieses alberne Teaser-Plakat, das viel Ähnlichkeit mit einer unprofessionellen Fan-Arbeit hat. Ich habe das Bild zuerst auf Instagram gesehen und dachte genau das: "Ah, wieder ein netter Versuch." Und plötzlich spülten mir auch die offiziellen Accounts das Bild in die TL. Echt jetzt?

Ich liebe Daniel Craig und graule mich vor einem Darstellerwechsel, aber muß man ein Bild aussuchen, das so dermaßen Segelohren betont?

Somit stimme ich dem Gemotze hier zu. Dem Fotografen, dem Grafiker und dem Verantwortlichen, der das abgesegnet hat, gehören eine auf's Maul. In meinem Büro hängen seit der Craig-Ära alle Teaser-Poster. NTTD wird es nicht schaffen.

Als man den Titel des Films verkündete, gab es doch so ein kleines Filmchen (Teaser?), in dem Craig lief und die Kamera dann wegfuhr, womit er kleiner wurde. Selbst dieses Motiv war stylischer.

Ja, bin fertig.

Weitermachen.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »TheSilencer« (7. Oktober 2019, 13:00)


Martin

Felix Leiter

  • »Martin« ist männlich

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262

Dienstag, 8. Oktober 2019, 06:17

Fairerweise muss ich zugeben: Der Lichttunnel der einen zurück ins Leben ruft, ist mir hinsichtlich der Symbolik bei SKYFALL im Vorfeld auch nicht klar gewesen, so dass ich beim aktuellen Plakat gefüllt auch erst einmal im Dunkeln stehe und mich frage ob nach dem Besuch im April nächsten Jahres im Film sich dann etwas erklärt – oder die gefühlte Stümperei doch Methode war.
Gefühlt kommt sich erst einmal eher verarscht vor.


In den sozialen Medien gibt es ja schon einige Versuche dazu. In einem Interview mit der GQ äußerte sich Naomie Harris schon dahingehend, dass NTTD "schockierend" anders sein soll. (Ich hoffe, das ist kein Spoiler) Da wäre es schon denkbar, dass das Poster das vorschatten soll. Als bewusste Verweigerung von Ästhetik und Konventionen hat es dann allerdings schon Helge-Schneider-ähnliche Ausmaße.

Den ganzen James Bond Global day empfinde ich persönlich sowieso als schrägen Marketing-Spoks, der im Fahrtwasser von STAR WARS aufgekommen ist durch den Spruch „May the force will be with you always“ woraus klanglich dann „May, the fourth“ entstanden ist als Zugabe für die weltweite Fancommunity. Bei BOND hat es gefühlt für mich vorerst immer noch eine Form von Nötigung, ähnlich wie Valentine's day oder Halloween, wo Verkauf auch nur dazu dient Kommerz aus der Angelegenheit zu schlagen und ideologische Werte eher auf der Strecke bleiben.


So sehe ich das auch. Der Bondtag wirkt ein bisschen wie aus der Not heraus geboren, da man ja nur noch alle Jubeljahre einen Film zustande kriegt, aber trotzdem irgendwie im Gespräch bleiben möchte. Der riesige Vorteil von "May, the Fourth" ist ja auch, dass das ein reines Fan-Phänomen ist, welches ohne großes Zutun der Produktionsfirmen quasi von den Fans aus Eigenantrieb zelebriert wird.

Ich bin bei negativer Kritik auch immer vorsichtig. Hier wurde ja Star Wars genannt. Viele der selbsternannten Star Wars Fans sind zu kritisch, beinahe unerträglich, dass sage ich als Fan (selbsternannt oder nicht) selber. Jede noch so gutgemachte Sache wird spätestens seit den Prequels zerrissen. Kurzer Sinn: viele Meldungen und Meinungen dieser Fans ist nur noch albern.


Ja, die Warsler sind ein merkwürdiges Völkchen. Was ich aber immer anerkennenswert finde ist, dass bei diesem Franchise ein gewisses Level an Respekt als selbstverständlich angesehen wird. Sowohl von seiten der Fans als auch der Macher. Letzteres liegt wohl vor allem daran, dass die Macher selber Fans sind und ihnen das Ganze in gewissem Maße "heilig" ist. Bei SW kommt beispielsweise niemand ernsthaft auf die Idee, Han Solo schwarz und Lando Callsissian weiß zu machen, obwohl man das mit der gleichen "Logik" fordern könnte, mit der bei Bond diese Sau regelmäßig durchs Dorf getrieben wird.

Und dann kommt da noch dieses alberne Teaser-Plakat, das viel Ähnlichkeit mit einer unprofessionellen Fan-Arbeit hat. Ich habe das Bild zuerst auf Instagram gesehen und dachte genau das: "Ah, wieder ein netter Versuch." Und plötzlich spülten mir auch die offiziellen Accounts das Bild in die TL. Echt jetzt?


Ja, genau das war auch mein erster Gedanke. Das Plakat markiert für mich eine Zeitenwende, wo ein großer Teil der Fan-Art nicht mehr nur gleichwertig zu den offiziellen Bemühungen ist, wie das spätestens seit QoS der Fall war, sondern ganz klar besser.

Die letzte wirklich gute Kampagne war die zu CR. Vermutlich auch, weil damit ein recht umstrittener neuer Darsteller etabliert werden sollte. Deshalb hätte ich auch bei Bond 25 schon gern einen neuen Darsteller gesehen, denn dann hätte man sich da sicherlich auch schon etwas mehr Mühe gegeben. Und ich schätze, wenn man aus dem neuen "007" tatsächlich einen Spin-off generiert, werden die Poster dafür auch wesentlich mehr Qualität widerspiegeln.

263

Dienstag, 8. Oktober 2019, 16:42

.
Scheinbar sind nun auch noch einigen englischsprachigen Medien die Reaktionen der User/Innen auf dieses Teaser-Poster eine Meldung wert, welches laut Universal Pictures heute nur (noch) als "Online Teaserplakat" auszusehen sei, da kein hochauflösender Ausdruck ausgegeben werde.


"Da weiß wohl bloß der Himmel noch Bescheid, welche zehn von Daniel Craig persönlich signierten Teaserposter letztes Wochenende verlost worden sind."



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MilesM

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264

Dienstag, 8. Oktober 2019, 17:56

Allerdings gab es für mich NACH "The Living Daylights" eh kein knaller Bondposter mehr. E
Ich fand das Teaser-Plakat zu LTK auch noch gut. Hatte für mich eine Mischung aus klassischem Bond (Smoking) und einer gewissen Anders-/Neuartigkeit (kein Jacket, Fliege nicht gebunden), die ja den Film schon angedeutet hat. Und dann noch der schöne Goldton der Schrift... Der erste Plakat-Schockmoment war dann das Hauptplakat, bei dem man zunächst auch nicht wusste, ob es jetzt wirklich ernst gemeint war. So hat wohl jede Generation ihr eigenes erstes Plakatdebakel ;)
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Harry

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265

Dienstag, 8. Oktober 2019, 19:50

Spontan fallen mir aus jüngster Vergangenheit zumindest noch zwei gute Teaser Poster ein:
DAD mit dem schmelzenden Eisblock und der Walther und CR mit Bond am Pokertisch.
Beide hatten direkten Bezug zur jeweiligen Story. SP war an sich auch nicht schlecht.
"Absatz 26 Paragraph 5 - nur für Berechtigte. Das verstehen Sie sicher!"

Mister Bond

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266

Dienstag, 8. Oktober 2019, 23:33

]Spontan fallen mir aus jüngster Vergangenheit zumindest noch zwei gute Teaser Poster ein[/b]:
DAD mit dem schmelzenden Eisblock und der Walther und CR mit Bond am Pokertisch.
Beide hatten direkten Bezug zur jeweiligen Story. SP war an sich auch nicht schlecht.



Ich bin bei negativer Kritik auch immer vorsichtig. Hier wurde ja Star Wars genannt. Viele der selbsternannten Star Wars Fans sind zu kritisch, beinahe unerträglich, dass sage ich als Fan (selbsternannt oder nicht) selber. Jede noch so gutgemachte Sache wird spätestens seit den Prequels zerrissen. Kurzer Sinn: viele Meldungen und Meinungen dieser Fans ist nur noch albern.

Hier muss ich aber zustimmen:
langweiliger Teaser Poster. Allerdings gab es für mich NACH "The Living Daylights" eh kein knaller Bondposter mehr. Einige spätere Konzepte fand ich noch gut:
Casino Royale
Casino Royale - mit Vesper als Schatten
Die Another Day --> zumindest das Eis Thema kommt hervor.
Spectre - Teaser Poster --> Aussagekräftig im Gegensatz zum aktuellen


;) :prost:

Martin

Felix Leiter

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267

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 06:02


Ich fand das Teaser-Plakat zu LTK auch noch gut. Hatte für mich eine Mischung aus klassischem Bond (Smoking) und einer gewissen Anders-/Neuartigkeit (kein Jacket, Fliege nicht gebunden), die ja den Film schon angedeutet hat. Und dann noch der schöne Goldton der Schrift... Der erste Plakat-Schockmoment war dann das Hauptplakat, bei dem man zunächst auch nicht wusste, ob es jetzt wirklich ernst gemeint war. So hat wohl jede Generation ihr eigenes erstes Plakatdebakel ;)


Stimmt, das Teaser Poster zu LTK war großartig. Das Hauptmotiv ist dann tatsächlich das erste, das nicht mehr an die bisherige Kontinuität anknüpfen konnte. Ich fand es damals auch etwas seltsam, aber komischerweise mag ich das heute vor allem aus Nostalgiegründen. Schade dass man hier nicht auf einige der gezeichneten Vorschläge einging, die da vorlagen. Letztlich hat die recht unentschlossen wirkende Kampagne, die zudem vor allem in den USA mit zu wenig Postern präsent war, den Film auch Zuschauer gekostet.

Den Teaser zu GE fand ich auch sehr gut gelungen, Brosnans Auge mit Waffe in gold mit dem Spruch "There is no Substitute". Beim Hauptposter zu GE gefällt mir die US-Variante, auf der Bond und Girls ebenfalls monochrom sind, besser als die, die hierzulande zum Einsatz kam. Beides auf jeden Fall Werke, die ich mir an die Wand hängen würde. Bei TND war das Teaser Poster mit Bond vor rotem Hintergrund ganz gut. TWINE hatte dann ein wirklich gutes und sehr klassisch aussehendes Teaserplakat mit dem Flame Girl. Beim Hauptmotiv fand ich die Variante mit weißem Hintergrund und Bond leicht von der Seite sehr gelungen. DAD hatte dann schließlich wieder einen sehr stylishen und kreativen Teaser mit der Smoking Gun auf Eis, und auch ein recht gängiges Hauptmotiv.

Plakattechnisch sehe ich die Brosnanfilme doch weit vor Craig. Da gab es wenige Motive, die mich wirklich enttäuscht haben. Das Teaserplakat mit Craig am Pokertisch von CR ist dann das letzte, das ich mir an die Wand hängen würde. Das Hauptmotiv ist aber auch gut. QOS hat mich insgesamt nicht so wirklich angesprochen. Der Teaser von Skyfall war okay, das Hauptmotiv mit Bond auf dem Boden liegend ging auch in Ordnung. Das Motiv mit der Gunbarrel und London im Hintergrund fand ich allerdings auch schon furchtbar langweilig. Teaserposter von SP mit Craigs LALD-Pose war gut, das Hauptmotiv mit Bond, Madeleine und dem Totenkopf im Hintergrund einigermaßen okay. Beides hatte immerhin etwas klassisches.

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Scheinbar sind nun auch noch einigen englischsprachigen Medien die Reaktionen der User/Innen auf dieses Teaser-Poster eine Meldung wert, welches laut Universal Pictures heute nur (noch) als "Online Teaserplakat" auszusehen sei, da kein hochauflösender Ausdruck ausgegeben werde.


Der Artikel ist aber nicht sonderlich gut. Gleich am Anfang wird behauptet "It is a fine poster". Das ist es ja gerade nicht, darum geht es ja. Dementsprechend wird die Kritik dann auch wieder als irrationale Überreaktion dargestellt. Auch die nachgereichten Argumenten überzeugen nicht. Sicherlich zeigten die meisten Teaserposter der letzten 20 Jahre das Gesicht des Darstellers und den Titel, aber es gab wie erwähnt einige Ausnahmen, wie etwa TWINE, DAD und QOS.

Und dass das Poster nicht automatisch der Qualität des Films entsprechen muss, ist auch völlig klar. Aber es muss eben auch als eigenständiges Werk bestehen können.

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268

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 08:14

Zitat

Stimmt, das Teaser Poster zu LTK war großartig. Das Hauptmotiv ist dann tatsächlich das erste, das nicht mehr an die bisherige Kontinuität anknüpfen konnte.


Ich meine mich zu erinnern, daß das nicht willkürlich passierte, sondern mit Absicht. Man klopfte sicher seinerzeit selbst für diesen innovativen Gedanken auf die Schulter. Bond nicht mehr statisch, sondern er rennt. Wahlweise im schwarzen Hemd oder im Smoking mit loser Fliege. Man wollte den Bruch bildlich unterstützen, daß auch ein Bond kündigen kann.

Das The Living Daylights-Teaser-Plakat fand ich absolut genial. Wenn ich es jetzt google, befindet sich darauf allerdings ein anderer Text. "The most dangerous Bond. Ever." Ich bilde mir ein, in den tiefen meines Kellers das Plakat mit dem Spruch "This Man is dangerous" zu haben. Oder sogar die deutsche Version mit "Dieser Mann ist gefährlich". Wie auch immer. Ich liebte es.

269

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 11:01

.

@TheSilencer
Als ich 1987 das englischsprachige Teaserplakat zu THE LIVING DAYLIGHTS sowohl im Hoch- als auch im Querformat in einem Special Interest Shop in Köln zu sehen bekam, war die Tagline darauf "AT HIS MOST DANGEROUS". Möglicher Weise ist die andere Fassung in den Vereinigten Staaten veröffentlicht worden.

***

Ein gravierender Unterschied zwischen der deutschen und der englischen Variante zu den LICENCE TO KILL-Plakaten bestand im Einsatz der Schmuckfarbe, wobei in Großbritannien beim Teaser-Motiv Gold und beim Hauptplakat Silber zum Aufdruck kam, während im deutschen Sprachraum mit Rastern in der Vierfarbseparation versucht wurde diesen Eindruck billig zu simulieren.
Selbst auf der alten Original-CD kann man den Einsatz der Siber-Farbe noch gut erkennen.

Wenn ich mich recht erinnere hatte ich seinerzeit dann die Teaser-Plakate zu INDY 3 und LICENCE TO KILL neben einanderhängen, wobei ich die beiden Filme dann auch als erstes in London gesehen habe.
Gewünscht hätte man sich natürlich damals ein weiteres grafisches von Hand gemaltes Motiv zum 16. offiziellen Serienbeitrag.
Die Plakatkampagne zum 89 'er BOND bleibt bis heute ein merkwürdiges Kuriosum, da es sehr viele Gestaltungsvorschläge gab, die alle nicht angenommen worden sind.
Die veröffentlichten Endresultate sowohl in den USA als auch in Großbritannien verkauften den Film weit unter Wert, da derern Optik eher billigen B-Movies aus der Videothek glich.


.

Daniel Dalton

Felix Leiter

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Mittwoch, 9. Oktober 2019, 12:57

Ja, wenn ich ganz ehrlich meine Stimme erhöbe:
Für mich endet die wahre Posterkultur Bonds ebenfalls bei the living daylights ;(
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld." - Aus des Problembeseitigers Spiegelbilde sprach die Stimme sanften Verwesens!
Bond '89 - Robert Davi

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Freitag, 11. Oktober 2019, 11:56

Stimmt, das Teaser Poster zu LTK war großartig. Das Hauptmotiv ist dann tatsächlich das erste, das nicht mehr an die bisherige Kontinuität anknüpfen konnte. Ich fand es damals auch etwas seltsam, aber komischerweise mag ich das heute vor allem aus Nostalgiegründen. Schade dass man hier nicht auf einige der gezeichneten Vorschläge einging, die da vorlagen. Letztlich hat die recht unentschlossen wirkende Kampagne, die zudem vor allem in den USA mit zu wenig Postern präsent war, den Film auch Zuschauer gekostet.
Den Ansatz kann ich durchaus nachvollziehen. Ähnlich ist es ja mit dem recht seltenen, gelben Teaserplakat zu TSWLM. Im Grunde eine üble Fotomontage (wie auch LTK), aber irgendwie "charmant".

Und ja, bei den Brosnan-Filmen hat man versucht, den Spagat zwischen klassisch und Zeitgeist hinzubekommen, mit wechselndem Erfolg. Aber es waren immer Plakate, die einem deutlich gezeigt haben, dass es sich um einen Bond-Film handelt. Später kam dies mMn etwas abhanden. Oder aber sie waren von einer enormen Einfallsarmut geprägt.
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Martin

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Sonntag, 13. Oktober 2019, 02:01

Ich meine mich zu erinnern, daß das nicht willkürlich passierte, sondern mit Absicht. Man klopfte sicher seinerzeit selbst für diesen innovativen Gedanken auf die Schulter. Bond nicht mehr statisch, sondern er rennt. Wahlweise im schwarzen Hemd oder im Smoking mit loser Fliege. Man wollte den Bruch bildlich unterstützen, daß auch ein Bond kündigen kann.


Etwas erhellend finde ich dazu diesen Artikel: "Concept artworks by Robert "Bob" Peak had already been produced for the marketing campaign (above and below), but MGM decided not to use them. Prompting a delay in promotion for Bond 16 and limited awareness of it's impending release."

Wie so oft trägt mal wieder MGM die Schuld. Auch das Gerangel um den Titel meinte ich mit unentschlossen: "The original title, Licence Revoked, which made sense in line with the plot, was only changed during post-production when during American test screenings it became apparent that most people associated the phrase 'Licence Revoked' with the withdrawal of a driving licence." Der Film wurde ja schon mit dem Titel beworben, was sicher ebenfalls einige Zuschauer verwundert hat.

Django

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Montag, 14. Oktober 2019, 08:09

Lol... ich stelle mir das grad bildlich vor: 007 auf der Jagd nach seinem entzogenen Führerschein :thumbsup:

  • »Mr. Fogg« ist männlich

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Montag, 14. Oktober 2019, 10:33

Ich finde, die minimalistische Art des Plakats stellt die Reduktion auf das Wesentliche des Craig-Bonds dar!
"Schnauze voll", "weiter im Text", "Ihr könnt mich alle mal",...
dazu etwas mitgenommen vom Leben und das überragende Selbstbewusstsein, sich nicht permanent von seiner "Schokoladenseite" zeigen zu müssen!

Es ist zwar nichts, was man neben die grandios gemalten Werke der ersten Jahrzehnte hängen würde, aber es fasst die Quintessenz von Craigs Bond zusammen!
Der Mensch im Mittelpunkt...keine Waffen, Abenteuer, Frauen, Diamanten und Krokodile!
God save the Queen!

Spree

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Montag, 14. Oktober 2019, 16:52

Das bringt es gut auf den Punkt!
Schön, dich wieder hier zu lesen, Phileas!!
I never left!

  • »Mr. Fogg« ist männlich

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Montag, 14. Oktober 2019, 18:10

Das bringt es gut auf den Punkt!
Schön, dich wieder hier zu lesen, Phileas!!
Vielen Dank!
Wie zitierst Du so schön unter Deinen Postings:

"Ich war nie weg!" :)
God save the Queen!

Mister Bond

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277

Montag, 14. Oktober 2019, 23:52

aber es fasst die Quintessenz von Craigs Bond zusammen!
Der Mensch im Mittelpunkt...keine Waffen, Abenteuer, Frauen, Diamanten und Krokodile!

Und dennoch, oder deshalb, für ein Bondabenteuer langweilig ;)
Aber auch schön, wieder von dir zu lesen.

  • »Mr. Fogg« ist männlich

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278

Dienstag, 15. Oktober 2019, 03:29

aber es fasst die Quintessenz von Craigs Bond zusammen!
Der Mensch im Mittelpunkt...keine Waffen, Abenteuer, Frauen, Diamanten und Krokodile!

Und dennoch, oder deshalb, für ein Bondabenteuer langweilig ;)
Aber auch schön, wieder von dir zu lesen.
Es ist eine andere Perspektive! Ich liebe die Bond-Filme seit nunmehr 40 Jahren! Jeden von ihnen! Aber die Werke, in denen Daniel Craig 007 darstellt, haben den Focus verlagert: Von aussen nach innen!
Tatsächlich geniesse ich die früheren Bonds umso mehr, wenn ich dem Helden die Erkenntnisse zugrunde lege, die ich über ihn in den Craig-Bonds gewinnen konnte.


Ich fühlte mich 100-%-ig verstanden durch das, was Sean Connery höchstselbst sagte, als er den Cecil B. deMille-Award 1996 in Empfang nahm:
"Truthfully, it´s the stuff in between the punches, the shootings, the car-crashes, that really counts. The scenes between the men and the women, that try to say something about how we really behave, how we really feel. That´s ultimately, what moves people and sends them to the theatres to pay to see our films. In other words: I prefer my audiences stirred, not shaken."(https://www.youtube.com/watch?v=OmHaXJjZKL4 - bei 4:52)


Ich wage zu behaupten, dass Connery die präzise Charakterzeichnung Bonds in den Jahren seit 2006 auch für seine eigenen Filme ersehnt hätte....und vermutlich dann nicht in DER Weise die Freude an der Darstellung verloren hätte, wie er es getan hat.


Aber, um wieder auf das Plakat zurück zu kommen:
Ich meine durchaus, dass die Aufnahme Craigs in dieser Reduktion zur oben angesprochen Verlagerung des Focus passt (...ein "Zoom" auf die INNEREN Kämpfe!). Und unter dieser Prämisse halte ich es sogar für aussergewöhnlich gut gelungen:
"Stirred, not shaken!"
God save the Queen!

Daniel Dalton

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279

Dienstag, 15. Oktober 2019, 16:13

Willkommen zurück und merci für diesen hochinteressanten Beitrag, lieber Mr. Fogg,
Connery verlor hier wirklich nahegehende Worte, auf der anderen Seite soll er aber auch mal über Dalton gesagt haben, dieser habe das Ganze, die Rolle etc., zu ernstgenommen, auch hier also scheint das Wie eine tragende Rolle zu spielen, Craig böte eben den Kompromiss, er erreicht die Allgemeinheit (das vermochten auch Moore und Brosnan, Connery himself ebenfalls), flöchte hier und da aber seine/Bonds Innenwelten ein und kredenzt daraus etwas Publikumsnahes, dieser Draht zum Publikum wurde auch in einem anderen Thread schon sehr gut besprochen und durchparliert.
Den Aspekt mit den Plakaten unterschreibe ich, die visuellen Wunder bis '87 würden zur gegenwärtigen Figur kaum passen,
dennoch bedaure ich es sehr.
Außerdem, so überzeugend diese Argumentation auch ist, kann sie eben seitens der Künstler dahinter auch leicht als "Ausrede" verwandt werden, sodass tendenziell weniger Mühe investiert werden muss beim Kreieren eines neuen Bildes. Psychologisierung hin oder her, das Entfernen der Abenteuer-Elemente empfinde ich auch in einem "ernsteren" Filme nicht als Bereicherung, oder noch provokanter gesprochen: In gewisser Weise finde ich die Filme bis '89 sogar "anspruchsvoller" als das, was danach kam...
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Bond '89 - Robert Davi

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280

Dienstag, 15. Oktober 2019, 16:59

(...)
Außerdem, so überzeugend diese Argumentation auch ist, kann sie eben seitens der Künstler dahinter auch leicht als "Ausrede" verwandt werden, sodass tendenziell weniger Mühe investiert werden muss beim Kreieren eines neuen Bildes. Psychologisierung hin oder her, das Entfernen der Abenteuer-Elemente empfinde ich auch in einem "ernsteren" Filme nicht als Bereicherung, oder noch provokanter gesprochen: In gewisser Weise finde ich die Filme bis '89 sogar "anspruchsvoller" als das, was danach kam...
Da muss ich doch gleich zweimal Einspruch erheben!

1) Wie man an den unglaublich zahlreichen "Fan-Art"-Produkten sieht, ist die Herstellung eines bunten, mit unendlich vielen Film-Details bestückten Plakats selbst Laien mit entsprechenden PC-Programmen möglich, also mit vergleichsweise "weniger Mühe" als in den Zeiten als solche Werke tatsächlich noch gemalt wurden.

2) "Das Entfernen der Abenteuer-Elemente"??? Die sind in den Craig-Filmen genauso - und teilweise rasanter - vorhanden wie in früheren Filmen. Die Verlagerung des Schwerpunktes auf die inneren Kämpfe des Helden sind es, die die 007-Filme der letzten Jahre von den Frühwerken erheblich unterscheiden.

Man hat das eine getan ohne das andere zu lassen!

Roger Moore sagte einmal, dass ihm die Rolle des Bösewichts interessanter erscheine, da man von Bond eben keine Reaktion erwarte...
Das hat sich allerdings in den Craig-Filmen geändert! So dass ich auch bei Sir Roger (wie auch schon bei Sir Sean)vermute, er hätte an den letzten Drehbüchern (noch) mehr Freude gehabt.
God save the Queen!