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Spree

Bondforumswissenschaftlicher Forscher & Mitglied der QOS-Splittergruppe

  • »Spree« ist männlich

Beiträge: 1 008

Registrierungsdatum: 25. Mai 2013

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121

Dienstag, 19. November 2019, 01:02

Danke, olli, mir geht's haargenau so. Daniel Stil trägt m.E. nicht wirklich zu einem erquicklichen Diskurs bei. Geschwurbel würde man's wohl nennen, wenn man gehässig wäre ...
I never left!

Daniel Dalton

Felix Leiter

  • »Daniel Dalton« ist männlich

Beiträge: 1 722

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122

Dienstag, 19. November 2019, 07:31

Nun, geschätzter Mister Bond, das mit dem Gegen-den-Strom-Schwimmen ist teilweise auch eher unfreiwillig, einige meiner Ansichten sprechen freilich dafür, zweifelsohne, aber dann gibt es ja auch wieder andere ("logischere") Meinungen meinerseits, z.B. eine sehr Positive zu you only live twice, Feuerball, Liebesgrüße aus Moskau, OHMSS, live and let die, FYEO, TLD, sowas.
Wenn jemandes Person den Text "nur" überflöge, dann reicht mir das auch, kann sich ja jeder einen bevorzugten Absatz aussuchen und gut ist, 100 Leute sind es (da stimme ich Stone zu) hier in der Tat mitnichten, die zugegen sind, aber selbst wenn wir bei diesem Ein-Prozent-Prinzip blieben, kommen hier immer noch 0,x angetane Dezimal-Mitlesende zustande ;) , Geschwurbel gibt es in den Filmen übrigens ebenfalls, nur eben weniger sprachlich, eher visuell. Würde man z.B. Ken Adams Bilder mit Sprache gleichsetzen, da kämen noch viel anstrengendere Sätze zustande als die Meinigen 8) , mir tut das ja auch von Herzen leid, aber ich gedenke den Stil nicht umzuformen, habe mir den so nett zurechtgelegt im Rausche der gedanklichen Natur, schon schlimm genug dass ich das im "echten" Leben tun muss (die Formulierungen fortzuräumen), aber an der Tastatur brauche ich mich so wie ich bin. Sobald ich (im Dezember folget OP) in einigen Monaten ALLE rezensieret habe, mache ich forentechnisch auch so halb einen partiellen Cut und werde eher als Mitleser fungieren, in den Einzeldebatten schreibe ich ja zumeist ohnedies nur kleine Kurznachrichten. Ich hatte mich ja eigentlich schon, wann war's, 2018 ausgeklinkt, aber dann kam diesjährig nitro mit all den Ausstrahlungen und mir schoss durchs Gedächt: Beschreibe sie mal alle. Ein paar Mal wird man den Stil also noch ertragen ;) , LG
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld." - Aus des Problembeseitigers Spiegelbilde sprach die Stimme sanften Verwesens!
Bond '89 - Robert Davi

Martin

Felix Leiter

  • »Martin« ist männlich

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123

Dienstag, 19. November 2019, 21:50

Da muss ich mich leider anschließen. Grundsätzlich ist es sehr schön, dass du dich regelmäßig einbringst, Daniel, und ich hoffe, du machst das auch noch weiterhin. Aber es sollte doch eigentlich in deinem Interesse sein, dass deine ausführlichen Beiträgen auch gelesen und diskutiert werden. Ich verstehe diese "friss oder stirb"-Einstellung nicht so ganz.

Einer meiner Professoren (3. Semester, "Juristische Methodenlehre") sagte mal: "Überflüssiges ist falsch. Jedes Wort stellt die Mindestbehauptung auf, dass es nicht ebenso gut wegfallen könnte."

So kompromisslos muss man es nicht handhaben. Aber eine gewisse Lesbarkeit erleichtert den späteren Austausch von Argumenten.


Das ist perfekt ausgedrückt. Ehrlich gesagt glaube ich, dass das auch das wahre Erfolgsgeheimnis von Kunst ist. Echte Kunst ist nie "Geschwurbel", im Gegenteil. Das gilt auch im Bereich Prosa und sogar Lyrik. Da sogar eigentlich besonders. Wenn ich an Werke von Schiller, Kästner, Rilke, etc. denke, da ist kein Wort zuviel, keines fehl am Platz. Diese Selbstbeschränkung führt meines Erachtens auch zu wahrer Meisterschaft.

Geschwurbel gibt es in den Filmen übrigens ebenfalls, nur eben weniger sprachlich, eher visuell. Würde man z.B. Ken Adams Bilder mit Sprache gleichsetzen, da kämen noch viel anstrengendere Sätze zustande als die Meinigen


Da würde ich auch widersprechen. Wo sind Ken Adams Werke denn bitte Geschwurbel? Da ist keine Ecke zuviel, kein Inventarstück am falschen Platz. Teilweise sind die Kulissen bestechend simpel, wie der Tarantelraum in DN. Am ehesten als Geschwurbel bezeichnen würde ich die Musik in GE oder NSNA, aber die sind eben auch nicht so dolle.

Daniel Dalton

Felix Leiter

  • »Daniel Dalton« ist männlich

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124

Mittwoch, 20. November 2019, 11:36

Danke Dir, ihr bringt das ja auch durchaus fair, ich habe da im Netze meine Zeilen betreffend schon ganz andere Töne vernommen, trotzdem: dachte mir schon dass ich meine eigene Fraktion bleibe ;-), gibt eben nur wenige Masochisten unter den Lesenden, die willens sind, schwindelerregend absurde Texte zu inhalieren.

Richtig, "zu viel" ist es nicht bei Adam, in gewisser Weise genau richtig dosiert, aber mich dünkt, nicht weil die Dosis überschaubar wäre, sondern weil "zu viel" in manchen Situationen (so häufig ausgerechnet ich auch "weniger ist mehr" sage, aber ist schwer zu verallgemeinern) auch mal angebracht sein kann, Kunst arbeitet mit sehr unterschiedlichen Richtungen und kann doch auf dasselbe Ziel zusteuern, nehmet z.B. so Extrembeispiele wie Éric Rohmer und Andrzej Zulawski, beide kommen im Kerne auf amouröse Innenthemen wie die "Komplikationen der Liebe" (nicht immer, aber häufig), bedienen sich aber auf den ersten Blick diametral unterschiedlicher Herangehensweisen. Rohmer atmet die Natur der Stille, den vermeintlichen "Weniger"-Part, aber dafür mit umso "mehr" Dialog, Zulawski hingegen böte hier und da wiederkehrend exaltiert-hysterische Gefühlsorkane seiner Figuren, für jedweden "normalen" Geschmack auf den ersten Blick "zu viel", aber nach meinem Dafürhalten dann im Detail doch wieder genau richtig dosiert, weil manche Innenstürme derart grenzenlose Gedankenfluten freisetzen, dass so ein sich/einem selbst gesetztes Limit mit Pech auch mal Selbstbetrug sein könnte, ich sage nicht dass Bond ein emotionaler und visueller Exzess ist, Bond ist kein body double von DePalma, aber dadurch dass sich Bond in Übertreibungskosmen luxuriöser und unnötig teurer Umgebungen befindet, "on the edge" lebet und dieses zuweilen auch (wenn auch ausgleichendermaßen aus der Überlebenwollensnot heraus) ein Stück weit zelebriert, halte ich diesen unsubtilen und überladenen Schreibstil auf verquere Art tatsächlich für angemessen, auch auf die Gefahr hin, nicht gelesen zu werden, das ist eben die Nebenwirkung, heilste die eine Wunde so kreierst du eine andere, Schreibarbeit ist wie ein Medikament, nur stärker.
Zu den Leuten wie Schiller kann ich bedauerlicherweise nichts beitragen, die habe ich alle nicht gelesen, Lesen ist ja nicht gerade meine Welt, da ich die Literatur - zumal, von der Fantasie des Rezipienten einmal abgesehen, "nur" aus Worten bestehend und weniger audiovisuell und mit anderen Kunstformen arbeitend - für die bislang unvollendetste künstlerische Ausdrucksform halte. Ja ja, widersprüchlicherweise sagt das nun jener Typ, der privat Romane schreibet, schon seit Jahren, aber ich seh's nun einmal so und ich habe mir antrainiert sehr offen dazu zu stehen, weil es mich andernfalls nur unnötig zerrisse, ...mich tangiert in der Kunst eben eher das Rauschhafte und das verkörpern für mich eher diejenigen, die völlig kompromisslos ohne Punkt und Komma schreiben. Ultrakurze Sätze auf den Punkt finde ich ebenfalls gut, aber die sprachliche Mitte langweilt mich doch sehr, Ausnahmen mag es geben.
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Bond '89 - Robert Davi

MilesM

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125

Donnerstag, 21. November 2019, 10:57

Dann möchte ich mich mal in die allgemeine Stilkritik einklinken. Wobei ich weniger mit dem Stil, als mit der Formatierung so meine Probleme haben (wenngleich sie natürlich auch zum Stil gehören mag). Als Fließtext haben die Texte für mich durchaus ihren Reiz, die (bewusst gesetzten?) Zeilenumbrüche machen es mir aber tatsächlich sehr schwer, den teilweise durchaus interessanten Beobachtungen zu folgen...
You know what's great about you English? Octopussy. Man I must have seen that movie... twice.

Daniel Dalton

Felix Leiter

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126

Donnerstag, 21. November 2019, 15:05

Vielen lieben Dank, werter Miles,
die Formatierung finde ich ebenfalls nicht ideal, ich schreibe die Dinger in libre office, kopiere anschließend den Text bzw. markiere ihn, drücke Steuerung C und Steuerung V, ziehe ihn herüber. Warum auch immer ändert er mir das dann so, fast als sei es ein Gedicht und als würde man nicht die gesamte Zeile ausnutzen. Habe mich inzwischen damit angefreundet und von Technik nicht die geringste Ahnung, drüben im Rezensionsbereiche Amazoniens ist die Formatierung normal, wenngleich auch gerade da - zugegeben - mit zu wenig Absätzen. Aber jetzt wo du es sagst: Diese eigentlich aus den deinerseits genannten Gründen auch mir nicht sonderlich zusagende Formatierung der Texte..., tja, irgendwo passt diese schräge Formatierung ja doch wieder zum Stil :-)
Die anderen Forenbeiträge meinerseits entbehren solcher Formatierungsfehler, da diese direkt im Forum verfasst werden. LG
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Bond '89 - Robert Davi

MilesM

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Dienstag, 26. November 2019, 16:23

Deswegen war ich mir ja unsicher, ob es gewollt ist oder nicht ;)

Mit den Formatierungen ist das immer so eine Sache. Prinzipiell könntest Du ja per Hand in dem Fenster, in das Du den Text reinkopierst, die Zeilenumbrüche löschen. Ist eine herrlich meditative Beschäftigung :D
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Daniel Dalton

Felix Leiter

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Freitag, 29. November 2019, 13:06

Danke Dir,
habe und trage "irgendwie" die Befürchtung in mir, dass der nächste Text (TLD vor OP) doch wieder die "gewollt ungewollte" Formatierung haben wird,
aber immerhin: Man muss ihn nicht in einem Rutsche ertragen, gibt ja 1.1 und 1.2 ;) , oder wie gesagt: Man sucht sich einen Absatz aus. Zu TLD schon einmal so viel: Nach den traurigen 2 GF-Sternen sind es nun wieder 5, TLD wird immer Teil der Top 5 sein,
LG
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Bond '89 - Robert Davi

Mister Bond

Felix Leiter

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Dienstag, 10. Dezember 2019, 23:17

GOLDFINGER

1964, das Bondfieber grassierte, James Bond wurde endgültig zum Phänomen und stieg in die Popkultur ein. Sean Connery manifestierte mit seinem dritten Auftritt seinen Status als, für viele, auch heute noch besten 007-Darsteller, Gert Fröbe als bester Gegenspieler Bonds und Goldfinger eben als bester Bondfilm.



Film:

Die Blaupause für alle Bondfilme, die noch folgen sollte. Ein übergroßer Gegenspieler, James Bond agiert smart und mit viel Ironie, es gibt technische Spielereien, markante Sets und sehr wichtig, mit die besten Dialoge im gesamten Franchise. Nahezu jedes Wortgefecht ist Kult.
Als Kind mochte ich von den Connery Bonds noch „Man lebt nur zweimal“ mehr, wen verwundert es, aber ich komme nicht drumherum „Goldfinger“ den Legendenstatus anzuerkennen.
Auch für mich der beste Connery-Bond und er wird nur von einem anderen Film in meiner Gunst überragt. Warum finde ich diesen Film so gut? Es ist der gesamte Cocktail, eine Leichtigkeit, die seinesgleichen sucht. Es gibt keine Längen und der Film erstickt in seiner Kürze, mit 110 Minuten der drittkürzeste Bond, auch nicht in langweiligen Dialogen oder im Actiongewitter.
Einige mäkeln, dass Bond zu lange in Gefangenschaft ist. Allerdings sehe ich dennoch die große Präsenz eines Connery. Selbst als Gefangener ist er gerissen und unwiderstehlich.
Man muss auch sehen, was alles passiert während er in Gefangenschaft ist. Da passiert allerhand was Kultstatus besitzt: Goldfinger erläutert vor den Gangstern seinen Plan, die Ermordung der Gangster durch Gas, Solos Tod durch Oddjob plus Autopresse, das komplette Finale!
Das Golfspiel ist Kult, alles mit dem Aston Martin, die Vergoldung Jill Mastersons und die Zitate:

„Der Mensch hat den Mount Everest bezwungen, er hat den Grund des Ozeans erforscht, er hat Raketen auf den Mond geschossen, Atome gespalten. Er hat Wunder vollbracht auf allen Gebieten menschlichen Strebens, nur nicht in der Kriminalität."
„Erwarten Sie von mir, dass ich rede?" – „Nein, Mr. Bond. Ich erwarte von Ihnen, dass Sie sterben! Es gibt nichts, das Sie mir erzählen könnten, was ich nicht schon wüsste."
„Fabelhaft. Aber was wird der Clubmanager dazu sagen?" - "Gar nichts, Mr. Bond. Der Club gehört mir."
Ich könnte fortfahren, Zitate für die Ewigkeit.

Bond:
Sean Connerys Meisterleistung, deshalb macht es auch keinen Unterschieid ob er gefangen ist oder nicht. Das mindert sein Spiel in keiner Weise. Hier verfeinerte er sein Spiel nochmals, er zeigt Ironie und die legendäre Connersche Schlitzohrigkeit, das spitzbübische, erreicht hier seinen Höhepunkt.
Das ganze wird besonders in jeder Szene mit Gert Fröbe deutlich. Beide spielen sich die Bälle nur zu.
Nach „Liebesgrüße“ sieht Connery hier am besten aus, was Frisur, modischer Style, komplette Ausstrahlung angeht.
Physisch präsentiert sich Connery auch hier in Hochform, es gibt absolut nichts zu mäkeln. Auch wenn ich Fan eines anderen Darstellers bin und Connery „nur“ mein zweitliebster Bond ist, komme ich nicht herum dies hier als beste Bond Performance zu bezeichnen.

Bondgirl:
Manche mäkeln auch hier, dass Honor Blackman etwas zu herb sein, aber ganz ehrlich, ich stehe drauf. Total. Sie hat eine gute Präsenz und sieht auch sehr gut aus. Man muss nicht immer ein Püppchen sein. Hinzu kommt, dass Sie bis heute das älteste Haupt Bondgirl und auch als einziges Haupt Bondgirl älter als der Bonddarsteller selbst ist.
Auch wenn Sie, ähnlich wie Honey Rider, erst spät im Film auftaucht, so ziemlich genau in der Mitte des Films, ist mir ihr Charakter präsenter als Madame Ryder. Deshalb ist Honor Blackman für mich auch eine Top 5 Kandidatin unter den Bondgirls.

Villains:
Als absoluter Gegenspieler, Hauptantagonist, ragt natürlich Gert Fröbe heraus. Nicht nur seine körperliche Gestalt, auch seine Manierismen, Reaktionen, Zitate sorgen dafür, dass Goldfinger ebenfalls zur Popkultur gehört. Vorteil hier, dass sein Auric Goldfinger früh präsentiert wird und er sich voll entfalten kann.
Als treuergebener stummer Diener, haben wir Harold Sakata in seiner unvergessenen Rolle als Oddjob. Nochmal ein Charakter aus dem Film, der Popkultur ist und neben dem „Beißer“ der bekannteste Henchmen der Bondreihe ist.
„Ich dachte Sie nehmen vor jeder Dame den Hut ab?!“
Das Finale Bond gegen Oddjob im Innenraum von Fort Knox, muss man da noch mehr sagen?


Helfer:
Felix Leiter kehrte hier zurück, spielt der Film doch ab der zweiten Hälfte in den USA und auch kurz nach dem Pre-Title verweilt Bond in den USA, in Miami und trifft auf Felix.
Cec Linder übernahm hier die Rolle. Im Gegensatz zu Jack Lord, der gleichalt wie Connery wirkte, wenn auch tatsächlich zehn Jahre älter, und eine Coolness ausstrahlte, ist Linder eher der väterlich wirkende Freund.
Ich kann nur mutmaßen, dass Cubby und Harry nicht wollten, dass Felix in einem Atemzug mit Bond genannt wird, da James natürlich auch in den USA die Nr. 1 bleiben sollte und nicht der Verbündete vom CIA. Freilich, dank Connerys Spiel, eher Utopie.
Dennoch wählte man einen gegensätzlichen Felix zu Jack Lords Interpretation. Trotzdem werde ich auch mit Cec Linder warm. Er wirkt auf mich sehr sympathisch, im Gegensatz zu einem späteren Felix Darsteller in Connerys Ägide, und man merkt, dass er und James sich schon etwas länger kennen.

MI6:
Bernard Lee und Lois Maxwell wie gehabt, fantastisch. M darf weiterhin auch mit glänzenden Dialogen brillieren „Col. Smithers unterrichtet hier, 007.“
Was endgültig eingeführt wurde, die Interaktionen zwischen Bond und Q. Hiermit schuf Desmond Llewelyn seinen Q wie ihn alle kennen und lieben gelernt haben.
Bonds Antritt in Q’s Werkstatt und Q’s Unterredung, ich kann dieses Wort hier nur wiederholen, Kult!
„Schleudersitz? Das ist doch wohl ein Scherz!“ – „Ich scherze nie, wenn es sich um meine Arbeit handelt, 007!“ …und daraufhin Connerys köstlicher Blick. Immer wieder eine Freude.

weitere Bondgirls:
Schon erstaunlich, Shirley Eaton ist nur wenige Minuten zu sehen und gehört dennoch zu den berühmtesten Bondgirls. Aurics Vergoldung sei Dank. Allerdings ist das Liebesgeplänkel zwischen ihr und Bond auch erwähnenswert.
Später möchte ihre Schwester Tilly Rache an Goldfinger üben. Tatsächlich ist Darstellerin Tania Mallet auch länger zu sehen, allerdings kommt es hier nicht mehr zum Liebesspiel mit Bond. Auch hier ist ihr Abtritt wohl am bekanntesten. Der Mörder ist derselbe, allerdings dieses Mal mit Hut.

Location:
Hier könnte man Goldfinger tatsächlich vorwerfen für Bondverhältnisse mit den Standorten ein wenig bieder daherzukommen. Keine Palmen, keine Strände, kein Orient. Neben Schauplatz England, nämlich das Golfspiel, bekommen wir Miami von oben zusehen, plus Apartment und Poolanlage, die Schweiz, wo Aurics Firma ansässig ist und wieder die USA, allerdings hauptsächlich zu Sehen Aurics Anwesen und schließlich Fort Knox.
Ted Moore fängt das Ganze aber wieder mit seiner ganzen Begabung ein, vor allem die Fahrt durch die sommerlichen oder spätfrühlingshaften Schweizer Alpen, als Bond sich auf die Fersen von Goldfinger macht, sieht einfach phänomenal schön aus. Da bekommt man Lust diese Gefilde auch aufzusuchen.

Setting/Bauten/Design:
Ken Adam ist wieder zurück und kreierte insbesondere mit dem Innenraum von Fort Knox ein Highlight der Reihe. Das Ganze sah so echt aus, dass man sogar Sonderlob von oberster Fort Knox Stelle bekam. Es ist nämlich strikt untersagt tatsächlich in Fort Knox zu drehen.
Es wirkt nichts künstlich, wer hat damals nicht gedacht, dass sich James und Oddjob im echten Fort Know bekämpfen?
Ebenfalls superb, Aurics Konferenzraum, in dem er seinen Plan Fort Knox zu überfallen erläutert.
Oder auch Aurics Schweizer Firma mit dem Tisch und der Laseranlage.

Musik:
Im dritten Film benutze ich erstmals das Wort GENIAL. John Barry erschuf hiermit endgültig den Barryschen Bondsound, dazu gehören die musikalische Einbindung des James Bond Themes und des Titelsongs.
Sir Michael Caine soll 1964 der erste gewesen sein, der von John Barry persönlich den kompletten Soundtrack vorgespielt bekam. Welch‘ Ehre.
Hier reiht sich ein Ohrwurm an den nächsten. Alpine Drive – Auric’s Factory, Bond Back in Action, Teasing the Korean und gerade zum Finale gibt es die volle orchestrale Wucht mit dem Angriff auf Fort Knox, ohne die musikalische, wuchtige Untermalung kann ich es mir gar nicht mehr vorstellen: Dawn Raid on Fort Knox! Dieses wird für mich aber noch übertroffen, nämlich dann wenn die Bombe scharf gemacht wird und es um die Wurst geht: The Arrival of the Bomb and Countdown.
Treibend, pulsierend, effektiv…bis der Ticker bei 007 stehen bleibt.

Main-Title:
Robert Brownjohn übernahm zum zweiten Mal. Visuell ein wenig an „Liebesgrüße aus Moskau“ angelehnt, denn die schwarzen Silhouetten waren Bindertypisch.
Allerdings sieht man hier zum einzigen mal Szenen aus dem aktuellen Film, projiziert auf der goldenen Haut einer jungen Dame, was aber wiederum typisch Bond ist: die Anspielung, Einbindung des Grundthemas des Films. Hier ist es natürlich Gold. Und das Gold auf der jungen Dame, ja, davon konnte dann Jill Masterson noch ein Lied singen.
Künstlerisch sollten noch stärkere Main-Title folgen, ich denke aber schon dass dieser hier zu den populärsten gehört.


Wertung des Komplettwerks:
Der Film bleibt in meiner Gunst ganz weit vorne, nämlich Platz 2. Ich werde nie müde den zu gucken und er bereitet mir jedes Mal Freude. Es sind halt die Darsteller, die Dialoge, das Design, der Aston Martin und auch der komplette modische Look, die mich erfreuen.
10/10