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Martin

Brosnans Last Line of Defense

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61

Freitag, 1. Februar 2019, 23:46

Ein Marathon ist es bei mir wohl auch schon lange nicht mehr. Habe jetzt Feuerball und Man lebt nur zweimal geschafft. Aber wie heißt es so schön, nicht den Schnellen gehört der Lauf. Und so kann ich die Sechziger noch ein bisschen genießen.

Die Enttäuschung über GoldenEye kann ich nachvollziehen. Ich hatte damals auch einen Film erwartet, der mindestens das Niveau von TLD hat, und war dann eher ernüchtert. Dass sich Michael G. Wilson aus der Drehbuch-Entwicklung zurückgezogen hat, sehe ich rückblickend als herben Verlust. Die Dialoge in GE sind wirklich grauenhaft. "Jungs und ihre Spielzeuge", "Soweit ich mich erinnere haben wir es noch nie gemacht", gruselig. Dagegen waren TLD und LTK regelrecht intellektuell.

MilesM

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62

Montag, 4. Februar 2019, 14:23

Mein Marathon ist auch wieder etwas ins Stocken geraten. Aber wie sagte schon Marge Simpson: "Langsam und ausdauernd kommt man ins Ziel."

Die Rezeption von GE stelle ich mir tatsächlich schwierig vor. Mir ging es damals so, dass es einfach unheimlich wichtig und erhebend war, dass nach der langen Durststrecke überhaupt wieder ein Bond-Film ins Kino kam (den damaligen Teaser Trailer finde ich nach wie vor sensationell). Insofern hatte der Film (zumindest damals) einen gewissen Bonus (vielleicht vergleichbar mit DN). Gleichzeitig habe ich die Brosnan-Filme wahrscheinlich deutlich am seltensten gesehen. Und ja, die (bonduntypische) Action (v.a. auch die Finale) haben hierzu sicher beigetragen.
You know what's great about you English? Octopussy. Man I must have seen that movie... twice.

ollistone

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63

Mittwoch, 27. Februar 2019, 10:07

Da ich auf die Brosnan-Bonds überhaupt keine Lust habe, hat es ein wenig gedauert, bis es weiterging mit TND und TWINE. Darf ich DAD schwänzen, bitte? Oder einen Joker nehmen?

Mag jetzt gar nicht großartig meckern und schlechte Laune verbreiten, TND ist für mich bislang der worst case. Punkt. Ich werde mit dieser waffenstrotzenden Machart einfach nicht warm.

Die Einordnung von TWINE fällt mir deutlich schwerer. Sophie Marceau ist toll, Elektras Liquidierung: Hut ab! Bei Q's Abgang muss ich jedes Mal schlucken. Mir gefallen die Pretitles, die Maintitles (bestes Werk von Kleinman, finde ich), der Garbage-Song ist gut, die Schottland-Szene zu Beginn hat Flair. Das Ende ist eigentlich auch ganz gut gelungen, der Maiden's Tower gibt eine hübsche Location ab. Ich tu mich nach wie vor schwer mit allem, was dazwischen kommt, und das ist eben leider der Hauptteil des Films - irgendwie interessiert mich das alles nicht. Das ist weniger ein Problem von Brosnan oder der generellen Herangehensweise der 90er-Bonds. Vielleicht sind es Aserbaidschan und Kasachstan, die so wenig hergeben. Die Handlung auf dem Atomwaffen-Gelände packt mich ebenso wenig wie die in Zukovskys Kaviar-Fabrik, das sagt mir irgendwie alles nichts. Ich würde TWINE schon als Brosnans besten Film bezeichnen oder den, der mir am wenigsten sauer aufstößt, weil er nicht viel falsch macht, aber es reicht eben doch nicht, um ihn wirklich gut zu finden.


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5. TMWTGG
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"Morgen spreche ich endlich mit Malone."

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MilesM

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64

Freitag, 1. März 2019, 17:01

Da ich auf die Brosnan-Bonds überhaupt keine Lust habe, hat es ein wenig gedauert, bis es weiterging mit TND und TWINE. Darf ich DAD schwänzen, bitte? Oder einen Joker nehmen?
Nein!

Vielleicht sind es Aserbaidschan und Kasachstan, die so wenig hergeben. Die Handlung auf dem Atomwaffen-Gelände packt mich ebenso wenig wie die in Zukovskys Kaviar-Fabrik, das sagt mir irgendwie alles nichts. Ich würde TWINE schon als Brosnans besten Film bezeichnen oder den, der mir am wenigsten sauer aufstößt, weil er nicht viel falsch macht, aber es reicht eben doch nicht, um ihn wirklich gut zu finden.
Mir geht es bei den Locations ganz ähnlich, irgendwie fehlt da das Flair, die Exotik oder Stimmung, keine Ahnung.
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ollistone

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65

Dienstag, 19. März 2019, 10:39

DAD - insofern überraschend, als dass er die rote Laterne an TND abgibt und beinahe auch GE überholt hätte. Die eine oder andere Szene hat mir diesmal sogar fast gefallen. Alles ab dem Eispalast ist nach wie vor furchtbar.

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66

Mittwoch, 27. März 2019, 10:31

Begeben wir uns nun in erquicklichere Gefilde – die Ära Craig mit CR und QOS.

Wer – wie ich – den Brosnan-Bonds so furchtbar wenig abgewinnen konnte, kann CR natürlich nur als Offenburg EDIT: Offenbarung empfinden. Craig kommt daher wie eine Naturgewalt und stellt die Serie komplett auf den Kopf. Haben wir ausführlich diskutiert, an der Stelle kann ich wenig Neues beitragen. Ergänzende Eindrücke: Der Film ist natürlich arg lang geraten – dass er Längen hat, will ich nicht behaupten, aber die Dramaturgie könnte man diskutieren, etwa das jähe und unspektakuläre Ende von Le Chiffre; möglicherweise hätte man ihm in Venedig ein Ende bereiten können, nicht mitten im Film? Der Liebesdialog mit Vesper überzeugt diesmal weniger. Wie auch immer, ein Werk wie ein warmer, sonniger Frühlingstag nach einem langen, kalten Winter. Endlich macht es wieder Spaß!

Ich habe nie verstanden, warum QOS von so vielen Fans so geschmäht wird, ich habe ihn am Tag nach CR gesehen und behaupte, dass QOS kongenial und unkonventionell fortführt, was CR begonnen hat. Wenn da nicht gewisse Kleinigkeiten wären, der missratene Fallschirmsprung, der Anfangsdialog zwischen Greene und Camille, hätte es meiner Meinung nach sogar der stärkste Beitrag der Reihe werden können.

Kurzweiliger als CR, wunderbare Schauplätze, Szenen zum Zungeschnalzen. Kein anderer Bond kann mich visuell so sehr überzeugen, im Minutentakt gibt es mitreißende Bilder. Ich komme kaum heraus aus dem Schwärmen: die Pretitles, die Jagd in Siena, Bonds Bootsfahrt auf Haiti nach überstandener Seeschlacht (in Verbindung mit dem Score), die große Tosca-Sequenz, Mathis, die Hotel- und Partyszenen in Bolivien, das Treffen mit Leiter, das Wüstenhotel samt Feuerfinale – ein einziger optischer Hochgenuss, edel fotografiert und überragend inszeniert. Einzigartig, wie Marc Forster das Lokalkolorit eingefangen hat, vor allem im Kontrast etwa zu den Klischeeszenen auf Kuba in DAD, ein Indio hier, ein quasselnder Taxifahrer da, ein Hund auf dem Dach dort.

An den schnellen Action-Szenen mag man sich stören oder auch nicht. Geschmackssache. Ich mag den durchweg atemlosen Charakter des Films, der so hart ist wie sein Held und dessen Geschäft. Über die persönliche Rache-Geschichte (die meiner Meinung nach in der Diskussion überbewertet wird) sollte man nicht übersehen, dass dem Plot eigentlich eine ganz klassische „Größenwahnsinniger will die Macht“-Story zugrunde liegt, gekonnt verwoben mit geheimdienstlichen und politischen Ränkespielen.

Mit Bonds Schlusswort „Ich war nie weg“ und Vespers Kette, die er in den Schnee wirft, ist diese Geschichte eigentlich beendet; umso ärgerlicher und komplett überflüssig, dass SPECTRE das Fass wieder aufmacht.

Nur aus nostalgischen Gründen hat FYEO (derzeit) noch die Nase vorn.


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Mister Bond

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67

Mittwoch, 27. März 2019, 11:49



Wer – wie ich – den Brosnan-Bonds so furchtbar wenig abgewinnen konnte, kann CR natürlich nur als Offenburg empfinden.

Den Städtezusammenhang kapiere ich nicht :D

ollistone

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Mittwoch, 27. März 2019, 12:10

Na dann denk mal gut nach. :whistling:

Blöde Autokorrektur...
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Martin

Brosnans Last Line of Defense

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69

Mittwoch, 27. März 2019, 23:20

Die Sechziger sind geschafft, mit den extremen Gegensätzen Casino Royale und Im Geheimdienst Ihrer Majestät. Ersterer hat doch verhältnismäßig Spaß gemacht. Wenn man weiß, was einen erwartet, gibt es doch das eine oder andere Highlight, angefangen bei der Menge an schönen Frauen. Letzterer wie immer ein Hochgenuss, auch außerhalb der Weihnachtszeit.

Jetzt freue ich mich auf die Siebziger und vor allem Roger! :dance2:

ollistone

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70

Donnerstag, 28. März 2019, 10:03

Drei Abende, drei Bond-Filme, das hat schon eher was mit Marathon zu tun - gestern Abend also SkyFall.

Ich schicke voraus, das sind bei mir immer nur Momentaufnahmen. Wie ein Film auf mich wirkt, hat auch viel mit der Tagesform und der individuellen Stimmung zu tun, das kann sich auch schnell wieder ändern. Bemerkenswert für mich war, dass SF immer ein potentieller Kandidat für meine Nummer 1 war und ich ihn stets stärker als CR und QOS empfand - das hat sich gestern zum ersten Mal geändert. Drei ganz große Craig-Filme, SF nimmt allerdings den dritten Platz ein, QOS und CR haben knapp die Nase vorn. Ich führe das zurück auf das "Marathon-Erlebnis", denn wenn man diese Filme am Stück sieht, wird doch deutlich, wie vergleichsweise "konventionell" SF geraten ist. Der komplette Bruch mit allen Traditionen, den die beiden Vorgänger noch gewagt haben, wird hier zurückgenommen, die Serie gerät wieder in die gewohnten Fahrwasser. Auf hohem Niveau, aber die beiden Experimente CR und QOS finde ich spannender. Craigs physische Präsenz, die Intensität seines Spiels, zu beobachten im Treppenhauskampf in CR oder im Hotelzimmer auf Haiti, die unmittelbare Darstellung des Tötens, die Brutalität seines Mienenspiels, das ist hier leider wieder deutlich zurückgefahren.

Der übermäßige Einsatz von nur halb gutgemachter CGI hat mich schon immer gestört. Diese Kieferprothesen-Nummer von Silva hätten sie sich ebenso sparen können wie den Skorpion, die Warane, Craigs Gesicht auf dem Motorrad oder schwarze Computer-Wolken in Macau - manche Bildkomposition sieht für mich zu "optimiert" aus, im Gegensatz zum auch visuell bodenständigeren QOS. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau - ansonsten tolle Bilder. Zweiter Kritikpunkt: Wenn Bond in CR als frischgebackener Doppelnull-Agent debütiert und sich QOS nahtlos anschließt, kommt mir die Rolle Bonds in SF als zähes Schlachtross, der zu alt für das Spiel geworden ist, nicht folgerichtig vor. Drittens: das Dialog-Niveau der beiden Vorgänger kann SF nicht halten, gerade die Oneliner kommen mir, wie auch bei SPECTRE, etwas schwachbrüstig vor.

Alles in allem eine epische und bildgewaltige Hymne, der ich etwas mehr Mut gewünscht hätte, die aber dennoch zu den stärksten Beiträgen der Reihe zählt.


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Mister Bond

Felix Leiter

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71

Samstag, 30. März 2019, 16:11

Die Sechziger sind geschafft, mit den extremen Gegensätzen Casino Royale und Im Geheimdienst Ihrer Majestät. Ersterer hat doch verhältnismäßig Spaß gemacht. Wenn man weiß, was einen erwartet, gibt es doch das eine oder andere Highlight, angefangen bei der Menge an schönen Frauen. Letzterer wie immer ein Hochgenuss, auch außerhalb der Weihnachtszeit.


Ich möchte bezüglich OHMSS und Bondgirl jedoch anmerken, dass Daniela Bianchi und Claudine Auger sehr wohl schon im ersten Filmdrittel auftauchen. Daniela Bianchis Charakter ja sogar vor Connerys "eigentlichem" Bondcharakter. Und wenn man Akiko Wakabayashi als Haupt Bondgirl sieht (in den Credits ist Sie ja vor Mie Hama), dann wäre das sogar die dritte im Bunde.
Ansonsten doch recht viele 15er Wertungen, die ich, als einer der OHMSS auch schätzt, nicht so euphorisch teilen kann.
Aber da wäre ja auch der extrem bondige TB, welcher bei dir wiederum nicht so "bondige" Gefühle auslöst. So ist das nun mal. Ich freue mich ja auch, dass OHMSS in deiner Gunst oben bleibt, so wie TSWLM bei mir. Nur, kann ich TSWLM in der Tat häufig anschauen, ohne dass er auf mich seine Wirkung verliert. Das ist bei OHMSS irgendwie anders. Den mag ich echt nicht während der Sommerzeit gucken :)

Martin

Brosnans Last Line of Defense

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Mittwoch, 10. April 2019, 00:07

Ich möchte bezüglich OHMSS und Bondgirl jedoch anmerken, dass Daniela Bianchi und Claudine Auger sehr wohl schon im ersten Filmdrittel auftauchen. Daniela Bianchis Charakter ja sogar vor Connerys "eigentlichem" Bondcharakter. Und wenn man Akiko Wakabayashi als Haupt Bondgirl sieht (in den Credits ist Sie ja vor Mie Hama), dann wäre das sogar die dritte im Bunde.


Ja, das hab ich korrigiert. Hatte da eher an die Begegnungen zwischen Bond und Girl gedacht. Bei YOLT kann man sich echt streiten. Von der Screentime dürften beide vergleichbar sein, aber Kissy überlebt halt. :D

Ansonsten doch recht viele 15er Wertungen, die ich, als einer der OHMSS auch schätzt, nicht so euphorisch teilen kann.
Aber da wäre ja auch der extrem bondige TB, welcher bei dir wiederum nicht so "bondige" Gefühle auslöst. So ist das nun mal.


Deshalb versuche ich auch immer, es so gut wie möglich zu begründen. Aber ein Rest nicht wirklich begründbare Subjektivität bleibt halt immer. Bei OHMSS sehe ich es wirklich so, dass man sich bei vielen Aspekten mehr Mühe gegeben hat als bei anderen Filmen. Vielleicht sollte man sich mit der Bewertung 'sehr gut' etwas mehr zurückhalten, aber wenn ich ehrlich zu mir bin, finde ich sie halt wirklich sehr gut. Spätere Pre-Titles sind beispielsweise wesentlich spektakulärer und aufwändiger, haben vielleicht klassischeres Bondfeeling und Unterhaltungswert. Aber unter dem Aspekt, wie es gefilmt ist und der späteren Story dient, finde ich die von OHMSS eben auch sehr gut. Kann man teilweise auch schwer vergleichen.

Freue mich aber trotzdem, dass du und andere die doch recht langen und zahlenlastigen Texten liest. :prost:

Weiter ging es mit Diamantenfieber.

Django

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Mittwoch, 10. April 2019, 07:18

Freue mich aber trotzdem, dass du und andere die doch recht langen und zahlenlastigen Texten liest. :prost:

Es ist mir immer ein Genuss :flower:

ollistone

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Mittwoch, 10. April 2019, 09:54

Mit SPECTRE beende ich meinen Marathon. Es hat verdammt viel Spaß gemacht, nach einigen Jahren mal wieder alle am Stück gesehen zu haben, es war ein erhellendes Experiment.

Ich kann mich noch erinnern, wie regelrecht betäubt ich nach SPECTRE aus dem Kino kam, so fassungslos, dass ich mich nicht mal an die Schlusszene erinnern konnte. Irgendwas mit Auto und Mädchen. Der Eindruck hat sich nicht wesentlich geändert, ich kann nach wie vor nicht verstehen, wie sie diesen Film so derart verbocken konnten. Bis zur Ankunft bei Blofeld war es ein mittelmäßiger Beitrag, Craigs schwächster - er hat weder die Eleganz eines CR noch die atemlose Spannung eines QOS noch die epische Wucht von SF. Die Dialoge und Oneliner fand ich schon bei SF schwach (oder jedenfalls schwächer als in den beiden Vorgängern), die Szenen mit Bellucci wirken seltsam steif und gekünstelt, der Drehort "Ice Q" verschenkt, die Abteilung Q macht zwar keine explodierenden Stifte mehr (fand ich in SF genial), aber schon einen Film später wieder explodierende Uhren - nun ja. Dieses ganze "Wissen ist Macht, Informationen sind alles"-Ding finde ich langweilig, Madeleine ist doof und die Zugszene mit ihr nur ein schwacher Abklatsch der entsprechenden Vesper-Szene. Und wieder und wieder: Vertrauen sie mir warum soll ich ihnen vertrauen du vertraust niemandem er hat hat mir vertraut sie müssen mir vertrauen ich traue ihnen nicht.

Was dann folgt, wurde schon zu genüge in der Luft zerrissen: Blofeld als Bonds Bruder, die Krake SPECTRE über der Krake Quantum, die überflüssige Verbindung der drei Vorgänger, die Folterszenen, Madeleines Spontan-Liebe, das missratene Finale, Blofeld als verletzter hilfloser Käfer, der zu allem Überfluss noch von M verhaftet wird - ganz schlimm und furchtbar enttäuschend. Nur aufgrund der annehmbaren ersten zwei Stunden ein Platz im Mittelfeld.

Mit etwas nachträglichem Feintuning sieht meine Abschlusstabelle dann so aus:

1. FYEO
2. QOS
3. CR
4. SF
5. TLD
6. TSWLM
7. TMWTGG
8. LTK
9. TB
10. OHMSS
11. FRWL
12. OP
13. MR
14. SP
15. GF
16. DAF
17. AVTAK
18. TWINE
19. YOLT
20. LALD
21. DN
22. GE
23. DAD
24. TND

Meine Herren, es war mir eine Ehre. :thx:
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »ollistone« (10. April 2019, 09:59)


Mister Bond

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75

Mittwoch, 10. April 2019, 21:09

@Martin:
Ist ja auch menschlich, dass man seinem Lieblingsfilm oder eben Lieblings Bondstreifen sehr viele Höchstwertungen gibt.
Und ja, Kissy überlebt, ist natürlich auch ein Haupt-Bondgirl. Irgendwie ist da YOLT doch ein Unikat, meine ich. Das in den Credits erstgenannte Bondgirl stirbt und hat, meiner Meinung nach, doch etwas mehr Screen Time. Mie Hama kommt dann ins Spiel, überlebt und darf mit Bond auf's Happy End schmusen :)


Und wieder und wieder: Vertrauen sie mir warum soll ich ihnen vertrauen du vertraust niemandem er hat hat mir vertraut sie müssen mir vertrauen ich traue ihnen nicht.

Merkwürdig, dieses assoziiere ich immer mit QoS und SF.

Nach der eigentlich vernichtend anmutenden Rezension zu SP, ist es doch eine Überraschung, dass dieser dann in deiner Abschlusstabelle vor den feinen GF, YOLT oder LALD steht :(

ollistone

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76

Donnerstag, 11. April 2019, 10:01

Nach der eigentlich vernichtend anmutenden Rezension zu SP, ist es doch eine Überraschung, dass dieser dann in deiner Abschlusstabelle vor den feinen GF, YOLT oder LALD steht :(


Wie gesagt, das schlechte letzte Drittel reißt die besseren ersten zwei Drittel runter, aber nicht vollständig. Und es ist immer noch ein Craig-Bond und schon aus diesem Grund besser als alle Brosnan-Bonds zusammen. Meine Enttäuschung über SP ist ja auch im Kontext der drei Vorgänger zu verstehen.

Und im Detail: Madeleine ist mir nicht sympathisch, aber von einer Pussy Galore kann ich das noch weniger behaupten. Auch wenn ich Blofelds Ende unbefriedigend und lächerlich finde, kann ich nicht behaupten, dass ich das von Goldfinger oder Kananga besser fände. Und einem YOLT ist selbst SP in jeder Hinsicht überlegen - bis (natürlich!) auf den enormen Kult-Faktor, den man bei Bond nie unterschätzen sollte, der macht vieles wett.

Randgedanke: SP verhält sich zu SF wie MR zu TSWLM. Er macht wenig anders. aber alles schlechter als der große Vorgänger.
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Martin

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77

Freitag, 12. April 2019, 06:13

Es hat verdammt viel Spaß gemacht, nach einigen Jahren mal wieder alle am Stück gesehen zu haben, es war ein erhellendes Experiment.


Ich habe deine Bewertungen auch sehr gern gelesen. Auch wenn ich manches nicht so ganz nachvollziehen kann, wie LALD, aber das macht es ja auch immer spannend. Das relativ zügige am Stück ist eine Erfahrung, die mir ein bisschen verloren geht.

Django

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Freitag, 12. April 2019, 07:24

bis (natürlich!) auf den enormen Kult-Faktor, den man bei Bond nie unterschätzen sollte,

Ja, der Kult-Faktor... Vielleicht sollte man diesen einfach genrell stärker berücksichtigen bei der Bewertung, obwohl das eine sehr subjektive Sache ist. Aber so sollte vielleicht ein Element wesentlich höher bewerten werden, wenn es "erstmalig" in einem Bond-Film vorkommt, die Filme auch mehr in Relation zu insbesondere ihren Vorgängern gestellt werden und die Wirkung eines eines Beitrags auf die gesamte Filmreihe stärker gewichtet werden. Muss mir dazu mal ein paar Gedanken machen... :ka:

Daniel Dalton

Felix Leiter

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79

Freitag, 12. April 2019, 11:13

Diese Spectre-Kritik sprach mir aus der Seele, hab' Dank, lieber Mister Stone,
seid gegrüßt
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld." - Aus des Problembeseitigers Spiegelbilde sprach die Stimme sanften Verwesens!
Bond '89 - Robert Davi

Martin

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80

Sonntag, 21. April 2019, 23:24

Weiter ging es mit Rogers ikonischem Debüt, Kritik hier. Macht immer wieder helle Freude.