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Martin

Brosnans Last Line of Defense

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101

Dienstag, 25. Juni 2019, 22:30

So, endlich ist TSWLM im Player gelandet: Bewertung hier. Für mich der Sommer-Blockbuster des Franchise'. Premiere war ja auch am 7. Juli vor 42 Jahren. Wer würde bei dem Wetter nicht gern einfach mal mit dem Wagen ins kühle Nass springen...

Django

Der Andere

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102

Mittwoch, 26. Juni 2019, 07:50

Wie immer schön geschrieben und danke, Martin :flower:

Ich für mich persönlich konnte den Hype um TSWLM nie so ganz nachvollziehen. Ich will nicht sagen, dass es ein unterdurchschnittlicher Beitrag ist oder dass er nicht einige ikonische Szenen enthält. Aber irgendwie denke ich, dass TSWLM wohl vor allem deshalb als so bedeutend wahrgenommen, weil er Bond nach Jahren der teilweisen Mittelmässigkeit endlich wieder "gross" machte. Was mich an TSWLM stört ist vor allem der lieblos und episodenhaft zusammengeschusterte Plot, der so was wie einen roten Faden teilweise kaum erkennen lässt und sich bestenfalls leidlich bemüht, die verschiedenen Handlungsorte irgendwie miteinander zu verbinden. Du hast diese Problematik ja unter dem Abschnitt "Ist Bonds ermittlerische Vorgehensweise glaubwürdig und zielführend?" treffend angesprochen. Also ehrlich: Der ganze Ägypten-Teil ist an Unsinnigkeit kaum zu übertreffen. Und weshalb/wie man von Ägypten nach Sardinien mit dem Nachtzug(!) reist, war mir schon immer ein Rätsel... Und der Unterwasser-Lotus überschreitet für meinen Geschmack auch die Grenze hin zur absoluten Unglaubwürdigkeit - da fehlt nicht mehr allzu viel bis zum unsichtbaren Auto in DAD :wacko: Aber immerhin: Die vorangehende Verfolgungsjagd zu Lande ist einfach grossartig und extrem unterhaltsam :thumbup:

Mister Bond

Felix Leiter

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103

Mittwoch, 26. Juni 2019, 21:08

Natürlich muss ich diesen Bond ganz besonders verteidigen :D
Der ist ja auch auf meine Nr. 1, weil ich eben finde, dass der Plot am sinnigsten, zumindest sehr stringent ist und keine unnötige langgezogene Passagen aufweist. Dazu eine superbe Mischung zwischen Ermittlung, Exotik und Action.

Und der Unterwasser-Lotus überschreitet für meinen Geschmack auch die Grenze hin zur absoluten Unglaubwürdigkeit - da fehlt nicht mehr allzu viel bis zum unsichtbaren Auto in DAD :wacko: Aber immerhin: Die vorangehende Verfolgungsjagd zu Lande ist einfach grossartig und extrem unterhaltsam :thumbup:


Oh oh oh, dieser, und nicht OHMSS, ist Christopher Nolans Lieblings Bondfilm und zwar auch, weil dieser die beste und gelungenste Mischung zwischen Fiktionalität und Realität aufweist. Sprich, alle unmöglichen Sachen, scheinen gar nicht so unmöglich. Dazu zählen Atlantis und eben der Lotus. Die Umsetzung macht's :thumbsup:


NACHTRAG:
Ich begann Martins Beitrag erst nach meinem Text zu lesen. Somit entdeckte ich erst danach, dass er ebenfalls Nolan erwähnte.

Übrigens:
Das Finale von TSWLM finde ich wiederum wesentlich "flüssiger" und nicht so langgezogen wie das von MR. Das liegt ganz einfach daran, weil TSWLM, anders als MR und manch anderer Bondfilm, immer wieder ruhigere Spannungsmomente einbaut, wie den Sprengkopf entfernen und die Stille dabei, die Zerstörung der Panzerwand/Bonds Ritt auf dem Monitor, Bond stellt sich Stromberg (gegen Drax ist es eher so lapidar gehandhabt) und dem Beißer und muss Anya retten. So etwas fehlt eben bei MR, aber auch dem anderen großen Gilbert Bond.
Aber im Nachhinein hat es Martin dann auch so ungefähr erwähnt.


Dass mit Sir Rogers Augen zukneifen bei der Gunbarrel Sequence habe aber selbst ich, beim gefühlten 100sten Sichten der Moore Bonds auf BD, nie gemerkt. Und ich achte auf sehr viele Details :)

Zum Thema Bondgirl:
wie wunderbar klappte das damals, ohne den ganzen medialbrachialen Geschwafel einiger Social Justice Warrior und der Brecheisenstange.

Thema Gegenspieler:
auch ich finde Stromberg häufig unterschätzt und genau aus dem Grund, den du nennst: Jürgens hatte einfach unglaubliches Charisma und auch nur mit einem Blick oder einem Wort, strahlt er mehr bedrohliches aus, als einige Gegenspieler, die unentwegt quatschen oder sich unentwegt hervortun möchten.


Thema Bondgirl und Synchro:
Ja, Dagmar Heller hatte generell eine faszinierende, erotische Stimme. Und Clausnitzer musste ich ja schon mehrmals verteidigen. Kann mir keinen anderen auf den Moore Bond vorstellen. Jürgens sprach ja noch wohl die französische Fassung.


Zitat:
"Interessanterweise sind drei der besten Moore-Bondfilme - LIVE AND LET DIE, THE SPY WHO LOVED ME und FOR YOUR EYES ONLY - musikalisch unverwechselbar in ihrer Entstehungszeit verwurzelt - und profitieren davon."
Richtig, zu Punkt 1 und 2 8)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mister Bond« (26. Juni 2019, 22:17)


Scarpine

Verschlagener Korse

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104

Mittwoch, 26. Juni 2019, 23:01

Famose Besprechung, Martin! :thumbup:

TMWTGG
alte/neue Wertung: 3/5 - 3,5/5 Punkten
Kurzfazit:
"Chew mee." - Moores köstliche, zweite Mission ist zwar alles andere als perfekt, aber sehr stilsicher gemacht und schwer unterhaltsam. Ein immer wieder gern genossener "Phuyuck".
Ausführliches Review.
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Scarpine« (27. Juni 2019, 00:02)


Django

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105

Donnerstag, 27. Juni 2019, 09:07

Natürlich muss ich diesen Bond ganz besonders verteidigen

Ich wollte den Film ja auch keinesfalls schlecht machen. Er ist wirklich unterhaltsam und enthält ein paar der mit besten Szenen ever und RM ist einfach hammermässig drauf. Trotzdem kommt er bei mir wegen der erwähnten Defizite nicht über das vordere Mittelfeld hinaus. Der "Wert" von TSWLM für die Franchise kann aber eigentlich gar nicht hoch gewertet werden, denn wer weiss, was passiert wäre, hätte es noch einen vierten Hamilton - um mal diese Formulierung zu wählen - Trash-Bond gegeben :ka:

Mister Bond

Felix Leiter

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106

Donnerstag, 27. Juni 2019, 21:22

Übrigens ist es momentan witzig, wenn Scarpine und Martin noch schnell nachlegen, treffen sie sich beim Resümee zu "Moonraker". Daniel Dalton wartet schon :)
Dalton: MR
Martin: TSWLM
Scarpine: TMWTGG

Daniel Dalton

Felix Leiter

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107

Freitag, 28. Juni 2019, 11:48

"Daniel Dalton wartet schon",
"in der Tat, so ist es, Mister Bond" - und heimisch und häusig bin ich ja eher dann, wenn es blumhagelt, also gehst du natürlich nicht fehl in deiner Aussage, dass du Herrn Clausnitzer schon des Häufigeren hast verteidigen müssen, lieber Mister Bond, wobei: In Moonraker finde ich Clausnitzer ja sogar sehr gut, aber wahrscheinlich auch nur hier. Auch deine Kommentare in Amazonien werden in Bälde wieder sichtbar sein, habe dorten einen Neuanfang gewagt und sobald ich TSWLM erneut hochlüde, kehrt auch unsere Diskussion wieder, ferner folgen nicht nur neue Bondtexte, sondern die 2016er Zeilen zu OHMSS, LTK und TWINE überhole ich eines Tages, die 2017er Beiträge zu FYEO und TB ebenfalls.

Nun, wider Erwarten habe ich in letzter Zeit eine Bond-Rezensionspause eingeleget und mich der Diversität einiger anderer Film' hingegeben, ABER: Spectre veröffentliche ich vermutlich in ungefähr 5 Tagen, der einzige 1-Stern-Bond. Womöglich werde ich danach auch wieder etwas auf Chronologie achten.

Ich finde Eure Essays großartig, bedauerlicherweise bin ich dieser Tage gezwungen, sie eher zu überfliegen denn zu inhalieren, das ändert sich aber beizeiten wieder, bis dahin seied gegrüßt und merci beaucoup an die lauriöse Wunderdame Pille, deretwegen die gestrigen Sicherheitsschwierigkeiten der hiesigen Seite wieder haben gelöst werden können.
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld." - Aus des Problembeseitigers Spiegelbilde sprach die Stimme sanften Verwesens!
Bond '89 - Robert Davi

Daniel Dalton

Felix Leiter

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108

Samstag, 29. Juni 2019, 08:19

Bin untröstlich und muss mich korrigieren:
Mein Spectre-Dokument durfte (wobei eigentlich eher schnell denn langsam) verenden, mein Word bzw. libre office verstarb, nichts lässt sich mehr öffnen, weder mit Stick noch anderswie, auch sind einige Dokumente ohnehin erloschen, umso ärgerlicher auch weil Spectre (Entwurf, war noch ohne Korrekturlesung) die bislang umfangreichste meiner Bondrezensionen war (6000 Wörter), d.h. falls in einigen Tagen irgendetwas folgen sollte bzw. falls ich mich noch einmal zur Muße überrede, dann stark gekürzt unter dem Verlust diverser Gedankengänge. Der PC arbeitet akzeptabel, aber aufgrund der Tatsache dass ich beim Schreiben vorerst nicht mehr speichern kann, wohl erst wenn ich eines Tages ein ohnehin überfälliges Neugerät besäße, lege ich meine Bondrezensionspläne erst einmal auf Eis, mal sehen ob noch 2019?, wie dem auch sei, zumindest habe ich u.a. alle 70er Bonds umfassend beschreiben können in diesem Jahre, liebe Grüße
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Scarpine

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109

Freitag, 12. Juli 2019, 21:54

Bond goes Underwater... 8)

TSWLM
alte/neue Wertung: 4,5/5 - 5/5 Punkten
Kurzfazit:
Bond`77 – Vom Berggipfel bis zum Meeresgrund ist 007 auf der Höhe der Zeit. Ein versierter, ein vielseitiger, ein visionärer Einsatz, der Bond einen ewigen Platz im Olymp des Sommerblockbuster-Entertainment sichert.
Ausführliche Besprechung.
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Scarpine« (12. Juli 2019, 22:39)


Mister Bond

Felix Leiter

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110

Mittwoch, 24. Juli 2019, 11:59

:thumbup: :prost:

Scarpine

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111

Freitag, 9. August 2019, 22:44

Merci, Mister Bond. :prost:

MR
alte/neue Wertung: 3,5/5 - 4/5 Punkten
Kurzfazit:
Ein Bond wie eine Götterspeise – Mit Bonbonfarben und bombastischem Aufwand auf Zelluloid gebannt. Der elfte Beitrag zur Reihe ist nicht ganz frei von Schwächen, doch ansonsten durchweg ein großer, unterhaltsamer, bildgewaltiger Riesenspaß.
Ausführliches Review.
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

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Martin

Brosnans Last Line of Defense

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112

Montag, 12. August 2019, 00:50

Zu MR liefere ich nun endlich auch, Besprechung und Bewertung hier. Das "Rendezvous im Weltraum" unserer beiden Review-Reihen hat also doch mehr oder weniger geklappt. Ab FYEO wirst du mich sicher überholen, Scarpine.

Ich habe deinen Beitrag erst nach Fertigstellung von meinem gelesen und stelle fest, dass wir den Film sehr ähnlich bewerten. :prost:

Django

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113

Montag, 12. August 2019, 09:02

Vielen Dank Martin - tolle Besprechung :) (wie immer :D )!

MilesM

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114

Montag, 12. August 2019, 11:55

Zu MR liefere ich nun endlich auch, Besprechung und Bewertung hier.
Allein schon wegen dieses Fazits lesenswert: "Nach MOONRAKER begann der Montag Morgen eines neuen
Jahrzehnts, an dem Bond den Raumanzug in den Schrank hängen und ins triste,
irdische Londoner Büro zurück musste. Notwendig, klar. Aber meine Güte, die
Party war es wert!"
You know what's great about you English? Octopussy. Man I must have seen that movie... twice.

Scarpine

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Montag, 12. August 2019, 22:15

Ich habe deinen Beitrag erst nach Fertigstellung von meinem gelesen und stelle fest, dass wir den Film sehr ähnlich bewerten. :prost:

Famose Besprechung, Martin. Mein Kompliment! Ich denke auch, dass ich nun schneller voranschreiten werde, was aber nicht negativ sein muss. So kannst du eventuell Aspekte und Meinungsbilder aufgreifen, die ich in meinen Reviews zuvor angesprochen habe. :prost:

Vielleicht wird es bei For Your Eyes Only auch wieder kontroverser? Jetzt folgen Achtziger-Tristesse, 11 Stunden Glen-Bond-Monotonie und der Rentner-Connery-Nachklapp Never Say Never Again... :whistling:
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Scarpine« (12. August 2019, 23:36)


Mister Bond

Felix Leiter

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Mittwoch, 14. August 2019, 08:40

Na ja, diese pompöse Eleganz ist nicht mehr so da, die Dekadenz, aber eigentlich bietet doch jeder Glen Bond was anderes.
For Your Eyes Only ist realistischer gehalten, setzt auf tolle Stunts, bietet eine lupenreine Agentenstory.
Octopussy ist durch die Indien Location der Abenteuer Bond verbunden mit einem Kalten Krieg Plot.
A View To A Kill...joa, der hat Potential, ist aber der 80er Bond, welcher doch storytechnisch etwas fad wirkt.
The Living Daylights ist wieder eine lupenreine Agentengeschichte.
Lizenz zum Töten der Actionfilm im Stile von Lethal Weapon und Die Hard, nicht zufällig sorgte Michael Kamen für die Komposition des Scores.

Und die Kameraarbeit, Locations etc. sind auch noch klar über dem Niveau der 90er Bonds.

Django

Der Andere

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117

Mittwoch, 14. August 2019, 13:42

Auch ich mag die Bond '80er mindestens(!) genauso wie die '70er :thumbup: . Vor allem die Storys wurden "besser". Durchdachter, spannender wie ich finde :)

Scarpine

Verschlagener Korse

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Mittwoch, 14. August 2019, 23:45

Hm. Ich weiß nicht. In meiner Wertschätzung haben die Glen-Filme in den vergangenen Jahren immer mehr verloren, wobei ich zugegebenermaßen nur mit Daltons Debüt das Seherlebnis in jüngerer Vergangenheit auffrischte. Auch zum Negativen. Ja, jeder Glen-Bond bietet etwas anderes, aber für mich sind es stets nur Nuancen in einem stilistisch sehr schematischen Korsett. Ich finde, dass die öde Routine, diese "James Bond. You know the rest."-Attitüde, die den Brosnan-Filmen immer wieder genüsslich vorgehalten wird, schon in den Achtziger-Filmen angelegt ist. Das zeigt sich schon daran, dass es in diesem Jahrzehnt keinen echten Ausreißer-Bond gibt, der sich in Sachen Event-Charakter oder Inszenierung merklich von den anderen abhebt. Bei Glen ist das serielle Element der Reihe am stärksten und nachdrücklichsten ausgeprägt.

Alle Filme sind unaufgeregte Mischungen des Young-, Hamilton- und Gilbert-Stils, ohne dass Glen groß eigene Akzente zu setzen weiß, sondern alles in einem cineastischen Einheitsbrei mehr oder minder hintereinander wegdreht. Gerade das massiv nachlassende Zuschauerinteresse jener Jahre zeigt ja, dass dem Jahrzehnt einer richtiger Überfilm bzw. zeitgemäßer Blockbuster wie Thunderball oder The Spy Who Loved Me fehlte. Bei den Storys möchte ich erstmal nicht widersprechen, da dass Duo Maibaum & Wilson tatsächlich eine enorm verlässliche Größe mit konstanter Qualität auf der Autorenseite darstellte. Aber wer weiß? Vielleicht wird das Urteil auch allgemein wieder versöhnlicher...?

Andererseits steht jetzt schon direkt der Zweite von meinen drei "Neurotik"-Bonds auf dem Programm... :P
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Martin

Brosnans Last Line of Defense

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119

Freitag, 16. August 2019, 04:55

Ich finde, dass die öde Routine, diese "James Bond. You know the rest."-Attitüde, die den Brosnan-Filmen immer wieder genüsslich vorgehalten wird, schon in den Achtziger-Filmen angelegt ist. Das zeigt sich schon daran, dass es in diesem Jahrzehnt keinen echten Ausreißer-Bond gibt, der sich in Sachen Event-Charakter oder Inszenierung merklich von den anderen abhebt. Bei Glen ist das serielle Element der Reihe am stärksten und nachdrücklichsten ausgeprägt. (....) Gerade das massiv nachlassende Zuschauerinteresse jener Jahre zeigt ja, dass dem Jahrzehnt einer richtiger Überfilm bzw. zeitgemäßer Blockbuster wie Thunderball oder The Spy Who Loved Me fehlte. Bei den Storys möchte ich erstmal nicht widersprechen, da dass Duo Maibaum & Wilson tatsächlich eine enorm verlässliche Größe mit konstanter Qualität auf der Autorenseite darstellte. Aber wer weiß? Vielleicht wird das Urteil auch allgemein wieder versöhnlicher...?


Das ist ein interessanter Punkt. Wie hätte so ein herausragender Eventfilm in den Achtzigern aussehen können, und was hätte man dafür anders machen müssen... Im Jahrzehnt der Achtziger ist die Diskrepanz zwischen Zuschauer- und Fan-Wahrnehmung wohl insgesamt am größten, bis hin zur paradoxen Gegensätzlichkeit. Für das Normal-Publikum war es in der ersten Hälfte wohl Moore-Business as usual, bis hin zur echten Ermüdung. In der zweiten dann bemühtes Wannabe-Connery mit einem mauen Darsteller, dem es an Erotik und Augenzwinkern fehlte.

Die Fans sehen gerade die zweite Hälfte der 80er dagegen völlig anders. Der herausragende, sensationelle Film, der in neue Gewässer aufbricht, ist für viele TLD. Und ich schließe mich da ehrlich gesagt so ziemlich ein. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich den zum ersten Mal gesehen habe und alle fünf Minuten ein absolutes 'Boah'-Gefühl hatte, bis einschließlich des Finales auf dem Flugzeug-Gepäcknetz. Und ich liebe ihn bis heute, und wünsche mir oft, dass ihn die Allgemeinheit der Zuschauer ähnlich wahrnehmen könnte. Tut sie aber bis heute leider nicht.

Die Fans sehen dann konsequenterweise auch LTK als den mutigen Ausnahme-Film, der seiner Zeit - und seinem Publikum - zu weit voraus war. Innerhalb des Fandoms haben Dalton und LTK daher manchmal einen geradezu messianischen Nimbus. Der Märtyrer-Bond, der zuviel wollte und konnte, die tumbe Masse der Popcornmampfer überforderte und dafür bestraft wurde. Ganz so einfach sehe ich es in dem Fall dann allerdings nicht. LTK hat dann doch auch einige Mängel in Sachen Dramaturgie, Inszenierung und vor allem Marketing, so dass der schwarze Peter nicht völlig an das Publikum vergeben werden kann.

Eine Leistung, die man Glen aber nicht absprechen kann, ist, dass er Roger Moore in seinem fünften Bondfilm noch einmal eine frische Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit entlocken kann. Nach MR eine durchaus beachtliche Leistung. Eine leise Sensation, die wohl auch am Durchschnittspublikum eher vorbeigeht. Danach kann man sich darüber streiten, inwieweit die Konkurrenz von NSNA das "offizielle" weitere Franchise negativ beeinflusst hat. Ohne den drohenden McClory hätte man es sicher viel eher mit einem neuen Darsteller probiert und eher die ausgetretenen Pfade verlassen.

Das Problem der 80er ist ja nicht nur die Dominanz eines einzigen Regisseurs, der dazu auch eher ein Eon-Ziehkind war als ein Regisseur mit eigenen Meriten. Kein anderes Jahrzehnt zog den Zwei-Jahres-Rhythmus konsequenter durch. Hier wäre es an Cubby gewesen, seinem eingefahrenen Team eine kleine kreative Pause zu gönnen. Aber das Gegenteil war der Fall. Statt neuer Leute immer dieselben Veteranen. Das sehr mutige Konzept eines Reboots/Prequels hatte nicht den Hauch einer Chance.

Angesichts dessen würde ich sogar sagen, dass John Glen aus den jeweiligen, eher einengenden Gegebenheiten erstaunlich viel machte. Er holte Bond mit einem Darsteller überzeugend in die 80er, der bereits über 50 war und vier Filme absolviert hatte. Er gewann letztlich das historische Duell Connery-Moore und rang einem - eigentlich lächerlich überalterten und aus der Zeit gefallenen - Darsteller einen einigermaßen würdigen Abschiedsfilm ab. Und er schaffte als Kontrast dazu ein 'Back to Fleming', das ein Großteil der Fans bis heute liebt. Man kann LTK trotz aller Mängel auf jeden Fall zu Gute halten, dass er aus dem Moore-Korsett der Klischees und Schenkelklopfer konsequent ausbricht.

Um noch eine blasphemische Schlussbemerkung zu wagen: Ich glaube, dass eine längere Pause nach OP und dann ein Debüt von Pierce Brosnan eben jenen Event-Bond in den 80ern hätte schaffen können. Bei aller Liebe zu Tim Dalton... Brosnan hatte dann doch diesen magischen Draht zum Publikum, der so wichtig ist. Und in den späten 80ern hatte er auch noch diese Attraktivität der jugendlichen Arroganz und Unbeschwertheit, während er in den 90ern dann unterschwellig immer etwas angepisst und bemüht wirkte.

Mister Bond

Felix Leiter

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120

Freitag, 16. August 2019, 09:29

Ich kann Scarpines Ansichtsweise verstehen, sehe es aber insgesamt so wie Martin.
Man darf ja auch nicht vergessen, dass in den 80ern Star Wars, Indiana Jones und die Testosteron Macho Action Filme angesagt waren.
Actionkonkurrenz, welche so in den 60ern und 70ern nicht da war.