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Martin

Brosnans Last Line of Defense

  • »Martin« ist männlich

Beiträge: 1 039

Registrierungsdatum: 31. Mai 2013

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101

Sonntag, 31. März 2019, 23:36

Allenfalls schade finde ich, dass es der ein oder andere nicht geworden ist, den ich gerne als Bond gesehen hätte. Z. B. war damals, als es Craig wurde, Dougray Scott einer meiner großen Favoriten (bekannt als Schurke in Mission: Impossible 2).


Den hätte ich auch gut gefunden.

Grundsätzlich finde ich es sehr schwer, eine solche Liste zu erstellen, da die Leistungen der einzelnen Darsteller ziemlich inhomogen sind. Bei Connery sind FRWL und GF beispielsweise weit oben auf der Liste, DAF dagegen weit unten. Unterm Strich finde ich Moore tatsächlich am vielseitigsten. Er überzeugt in bodenständigeren Szenarien wie FYEO ebenso wie in völlig abgefahrenen. Selbst wenn er in einem Luftkissenboot über den Markusplatz gondelt wirkt er souverän. Ich glaube, jeder andere Darsteller hätte da lächerlich ausgesehen.

Wobei, das wäre vielleicht auch mal eine interessante Frage: In welcher Szene eines Darstellers könntet ihr euch keinen anderen vorstellen?

Sähe bei mir so aus:

- Connery: Tangotanz in NSNA
- Lazenby: schwierig, vielleicht die Szenen auf dem Weihnachtsmarkt, bevor er Tracy wiedertrifft
- Moore: siehe oben
- Dalton: mit Pushkin in TLD, "Watch the birdy you bastard"
- Brosnan: auch schwierig, vielleicht als er in DAD halbnackt mit Vollbart ins Hotel kommt
- Craig: Kranfight in CR

Django

Der Andere

  • »Django« ist männlich

Beiträge: 701

Registrierungsdatum: 30. Mai 2013

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102

Montag, 1. April 2019, 08:20

Unterm Strich finde ich Moore tatsächlich am vielseitigsten. Er überzeugt in bodenständigeren Szenarien wie FYEO ebenso wie in völlig abgefahrenen. Selbst wenn er in einem Luftkissenboot über den Markusplatz gondelt wirkt er souverän. Ich glaube, jeder andere Darsteller hätte da lächerlich ausgesehen.

Moore schafft es eben gerade in solchen Szenen, eine unglaublich coole, snobistische Arroganz rüberzubringen. Das Ganze stets mit einem schelmischen Unterton. sodass es werder unsympathisch noch (allzu) lächerlich wirkt. Hut ab :thumbup:

Daniel Dalton

Felix Leiter

  • »Daniel Dalton« ist männlich

Beiträge: 1 703

Registrierungsdatum: 18. Februar 2014

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103

Montag, 1. April 2019, 13:47

Wo ich mir Anderswen nicht vorzustellen imstande wär' ?
Keine uninteressante Frage, ich beschränke mich spontanen Wortes auf ein Beispiel pro Darsteller:
Connery: Sein extrem cool-beiläufiges, blickkontaktloses "Ja", während er dabei mit dem Hute wedelt (als er zu Kerim gefahren wird und gesagt bekommt, Kerim wolle ihn sehen, ehe es zum Hotel ginge), eigentlich eher ein Plus für GG Hoffmann, Connery himself kann dafür etwas anderes besser als die anderen Darsteller, nämlich in DN und FRWL die Abholer "abchecken", es ist die Art in und mit welcher er sie mit kritischstem Misstrauen mittels eines einzigen Blickes "überprüft", nachdem sie sich umdrehen. Hier hat er etwas an sich, das auch in 50 Jahren Schauspielschule kopieret zu werden kaum erlernt werden könnte.
Lazenby: Die häufig genannten Kampfszenen wären erwähnenswert, auch die sehr lockere und sichere Art, wie er die Treppen hinunterlaufend zum Casino sich begibt, Connery beherrscht das Locker-Coole zwar gleichermaßen, wirkt dabei aber, zumindest wenn er in Bewegung ist, zuweilen etwas entlüstet.
Moore: Besonders ironische Szenen im Stile von "such good sport" (MR) oder, eben denselben Film betreffend, "...etwas verfrüht, finden Sie nicht?", diese glänzen bei ihm umfassender als bei seinen Kollegen. Darüber hinaus traue ich nur ihm zu, einen Tracy-Bondfilm (in welchem sie relativ zu Beginn Erwähnung fände) anschließend dennoch überaus locker anzugehen, sein Bond verdrängt besonders gut. Dalton reagiert in LTK schauspielerisch sehr gut auf Tracy, spielt anschließend aber einen passenderweise fast "ernsten" Film (wenn auch eher aus anderen Gründen), Moore reagiert im 77er gleichermaßen sensibel, hat aber einen "Kippschalter" und serviert anschließend daher gleichwohl einen sehr gemütlichen, unbeschwerten Film.
Dalton: Die Ballon-Szene in TLD, die showlose Selbstverständlichkeit des "Bond, James Bond"-Parts (PTS, TLD), das in erzürnten Augenblicken vorhandene "Blut" in den Augen sowie das Verbissene, extrem Zielstrebige, auch seine Rhetorik ist besonders deutlich, sein Auftreten unerreicht glaubhaft

Brosnan: Geniale Videospiele (nun gut, wer sonst auch genoss hierzu dauerhaft die Chance?), erhabene Eleganz (ginge bei Moore in der Form nur mit Lothar - ja ja, ich weiß, ich hör' schon auf :D), darüber hinaus strahlt Brosnan am meisten "Spaß" aus beim Verwenden von Fahrzeugen, auch seine Ehrfurcht vor der Rolle scheint größer zu sein als bei den werten Kollegen (was aber nicht immer vorteilhaft ist, es sei denn man wünschet sich einen Bond, welcher über sich selbst staunt)

Craig: Ebenfalls ein sehr intensiver Blick, weder besser noch schlechter als bei Dalton, aber anders,
ferner fiele mir bei ihm eine sehr sportive physische Präsenz auf und die Fähigkeit, Dalton-Elemente mit jenen eines Sean Connery sehr eigentümlich und erlebenswert zu verbinden, ohne ein direktes Ebenbild darzustellen (obzwar Spectre eher eine Brosnan/Moore-Kombination bildet, auch obendrein keine Gelungene mit Verlaub).
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld." - Aus des Problembeseitigers Spiegelbilde sprach die Stimme sanften Verwesens!
Bond '89 - Robert Davi

Thomsen

Agent

  • »Thomsen« ist männlich

Beiträge: 33

Registrierungsdatum: 19. August 2014

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104

Dienstag, 2. April 2019, 00:51

Chapeau,... Daniel,

Du bringst meine Sichtweise der Darsteller ziemlich gut auf den Punkt!

Und dies ist kein verspäteter Aprilscherz.

Ich habe die Worte genossen!

Daniel Dalton

Felix Leiter

  • »Daniel Dalton« ist männlich

Beiträge: 1 703

Registrierungsdatum: 18. Februar 2014

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105

Dienstag, 2. April 2019, 15:41

Wenn dem so ist, so seist du vielmals bedankt, werter Thomsen, es freut mich dass wir da im Kelche der Einigkeit schwammen.
Bei Dalton, wobei das eigentlich im ursprünglichen Beitrage schon anklang, hätte ich "Konzentration" noch hinzugefügt, sein messerscharf klarer Blick auf die Dinge ist energischer, denn (schon anfangs in TLD noch vor dem Titelliede) sobald seine sehr beobachtungsfähigen Röntgenaugen ein Ziel erfassen, rast er regelrecht los, durchaus auch etwas impulsiv, wenngleich immer noch irgendwo mit Bedacht.
Ich bin sehr dankbar dafür, dass mir auch bei Brosnan und Moore vereinzelt Aspekte einfielen, so ein Ranking ist immer ein "Jammern auf hohem Niveau", eine "Fehlbesetzung" im eigentlichen Sinne nämlich, um es mal derart unsanft auszudrücken, hat es im Grunde genommen kein einziges Mal gegeben. LG
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