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Django

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Montag, 5. August 2019, 07:38

und es kam MIR nie in den Sinn, dass Mr. Bond und Mr. Tanner vom selben Sprecher synchronisiert wurden

Geht mit auch so... Hab das erst seeeehr viel später erfahren beziehungsweise realisiert. Ein guter Synchronsprecher macht sich eben durch seine Wandlungsfähigkeit aus und vermag es, gänzlich verschiedene Charakteren glaubhaft rüberzubringen :)

Mister Bond

Felix Leiter

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Dienstag, 6. August 2019, 08:23

Also als Kind fiel es mir zumindest nicht so auf. Ich erkenne Stimmen schon sehr gut, aber gute Sprecher sind vielseitig einsetzbar, weshalb ich da keine Störungen empfinde, genau so wie bei Danneberg auf Cleese oder Stallone. Total entgegengesetzte Typen :)

Scarpine

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Dienstag, 3. September 2019, 23:21

James Bond 007: In tödlicher Mission

Bond Marathon # 00…12; Originaltitel: For Your Eyes Only, GB 1981, Regie: John Glen, Drehbuch: Richard Maibaum und Michael G. Wilson nach Ian Fleming, Darsteller: Roger Moore, Carole Bouquet, Topol, Julian Glover, Lynn-Holly Johnson, Cassandra Harris, Michael Gothard, John Wyman, Walter Gotell, Geoffrey Keen, James Villiers, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn u. a., Premiere: 24. Juni 1981

Zitat von »James Bond 007: In tödlicher Mission«

Der dringende Notruf des Secret Service war eine Falle: James Bond entgeht nur knapp einem heimtückischen Attentat eines alten Antagonisten. Aber 007 gewinnt die Oberhand und macht seinem früheren Erzfeind schlicht den Garaus. Derweil erhält der MI-6 eine wirklich dringende Eilmeldung: Das als Fischkutter getarnte britische Spionageschiff St. Georges ist vor der albanischen Küste mit einer alten Weltkriegs-Seemine kollidiert und gesunken. Es gibt keine Überlebenden. Besonders heikel ist der Verlust des Schiffes für die Admiralität, da dieses mit dem brandneuen ATAC-System ausgerüstet war. Mit diesem Chiffriercomputer lassen sich verschlüsselte Nachrichten an die U-Boote der Polarisflotte senden. Diese Technik darf auf keinen Fall in die Hände des Gegners gelangen. Da ein offizieller Bergungsversuch aufgrund der politischen Lage unmöglich erscheint, soll der Meeresarchäologe Sir Timothy Havelock das Wrack unauffällig lokalisieren und untersuchen. Doch bevor er Ergebnisse liefern kann, werden er und seine griechische Frau von einem Auftragskiller brutal ermordet. Bond wird auf den Fall angesetzt und spürt den Killer Gonzalez in Madrid auf. Dieser wird jedoch ein Opfer einer Armbrustschützin, die sich rasch als Havelocks rachsüchtige Tochter Melina entpuppt. Doch der Doppell-Null-Agent konnte immerhin den Auftraggeber des Kubaners identifizieren. Emil Locque ist ein eiskalter Mittelsmann, der in den Diensten der griechischen Unterwelt steht. 007 folgt Locques Spur von Madrid über Cortina bis nach Korfu und rettet Melina, die er überzeugen kann, die Sache vorerst ihm zu überlassen, vor einem Attentat Locques. Bond macht die Bekanntschaft der beiden Geschäftsmänner Kristatos und Columbo, die früher Freunde waren, heute jedoch Todfeinde sind. Wem kann 007 trauen? Locque lockt ihn in eine tödliche Falle nach der anderen und mehrere Verbündete müssen ihr Leben lassen. In der griechischen Insel- und Bergwelt entscheidet sich schließlich die halsbrecherische Jagd nach dem ATAC...

Zitat von »Scarpine (2013)«

Das erste Bondabenteuer der 80er Jahre setzt nach dem Vorgänger wieder auf mehr Spannung, Realismus und eine stärkere Agenten-Atmosphäre. Leider gerät die an sich gelungene Handlung einen Hauch zu episodenhaft, der Hauptschurke präsentiert sich viel zu blass und die Bildgestaltung und das Production Design nehmen den "down to earth"-Vorsatz der Produktion gar zu ernst und ergehen sich in – für Bondverhältnisse – erschreckender Schlichtheit. Auch Neu-Regisseur John Glen leistet sich noch den einen oder anderen Patzer, was aber zu verschmerzen ist. Für ein Spielfilmdebüt ist "For Your Eyes Only" schon bestechend qualitätvoll ausgefallen. Insgesamt gefällt die Mischung aus rasanten Stunts, ernstem Thrillerplot, vielseitigen Darstellerleistungen und Eighties-Soundtrack.

Wie der Vorgänger gehört For Your Eyes Only zu jenen drei "neurotischen" Bondfilmen, die bei mir traditionell einen eher schweren Stand haben. Tatsächlich gilt es in solchen Fällen immer mal wieder zwischen persönlichen Präferenzen und der Macht des Faktischen zu unterscheiden. Die negativen Einlassungen über die Monotonie der Achtziger Jahre und ihren alleinigen Regisseur betreffen im wesentlichen eine Gesamtentwicklung, während man dem jeweils einzelnen Filmbeiträgen nur bedingt ihre jeweiligen Vor- oder Nachläufer oder eine andauernde Einförmigkeit in der Serienkontinuität ankreiden kann. Solche Eventualitäten spielen bei der Bewertung von John Glens Erstling sowieso nur eine untergeordnete Rolle, denn zum einen hat er eben die Rolle des Vorreiters inne und zum anderen besitzt das Werk eine in sich harmonische Geschlossenheit, die keine der vier anderen Arbeiten des Regisseurs in der Form erreicht. Es ist – da lege ich mich gerne fest - John Glens bester Bondfilm. Und doch ist Roger Moores fünfte 007-Mission keineswegs frei von leichten Schwächen. Von Moores beginnenden Rentnertum über einen schwachbrüstigen Oberschurken, laue Nebendarsteller, eine episodenhafte Erzählweise bis hin zu fehlenden optischen Schauwerten lässt sich wahrlich allerlei Negatives hervorheben. Wirklich relevant sind allerdings - von meiner Warte aus - in der Gesamtschau nur zwei Kernpunkte: Zum einen sorgen ein Überangebot an Action-Sequenzen und diverse verzichtbaren Szenenfolgen für eine Streckung der sonst schon nicht allzu ereignisreichen Handlung, weshalb der Film am Ende insgesamt zu lang geraten erscheint, und zum anderen beschwören das fast durchweg blasse Production Design und das triste Szenenbild während der gedehnten Spielzeit immer wieder gewisse Ernüchterungsmomente herauf. Hier wird die stilistische Substanz in der Gesamtschau leider zu oft dem zugegebenermaßen rasanten Kurzweil geopfert. Ansonsten ist der Streifen wirklich rundherum gelungen. Die Stunts und Action-Attraktionen haben ein Alleinstellungsmerkmal und bleiben innerhalb der Serie unerreicht. John Glen gelingt ein formidabler, ein hochklassiger Einstand auf dem Regiestuhl und For Your Eyes Only geriet in der Folge zu seinem überzeugendsten Werkbeitrag.

Das Ensemble der Schauspieler hinterlässt einen soliden und ausgewogenen Eindruck. Keiner der Darsteller bricht mit einer besonders schwachen oder starken Leistung aus, weshalb selbst schwach konzipierte Klischeefiguren kaum stören und die Seriösität des Plots vom Cast unterstrichen wird. Es ist in der Tat erstaunlich, dass Roger Moore auch beim fünften Mal seinem Bond noch immer neue, nuancierte Facetten abzugewinnen weiß. Kollegialität, Härte, Fürsorge, Reflexion und Empathie stechen dabei besonders hervor. Bei den Cortina- und Tauchszenen fällt natürlich auf, dass der Brite ein wenig gealtert ist, was aber nicht weiter stört. Anders als manche Fans würde ich die souveräne schauspielerische Leistung in diesem Film jedoch nicht seinen Siebziger Jahre-Darbietungen vorziehen wollen. Die Französin Carole Bouquet bewältigt ihren Part sehr überzeugend. Melina zeigt sich ganz in der Tradition Elektras rachsüchtig, mutig und verletzlich. Eine der besten Leading Ladys der Moore-Ära. Cassandra Harris und Lynn-Holly Johnson sind in den Nebenrollen allerdings weniger glänzend, weil ihre Bondinen zu oberflächlich und pastiche-artig anmuten. Dagegen ist Chaim Topol ein echter Prachtkerl von einem Verbündeten, der mit 007 auf Augenhöhe agiert. Humorvoll, forsch, kumpelhaft und gewitzt zeichnet der israelische Schauspieler seinen griechischen Halbweltkönig. Er steht Bond auch deswegen noch etwas näher, weil bei ihm das väterliche Element von typologisch vergleichbaren Figuren wie Kerim oder Draco nicht ausgeprägt ist. Dagegen geht Julian Glover als der eigentliche Hauptgegner leider etwas unter, obwohl der Charakter eigentlich gar nicht so schlecht geschrieben und in der Story verankert ist. Ich gestehe, dass ich kein großer Anhänger von Glover bin. Er ist sicherlich kein schlechter Schauspieler, bringt aber in alle seine Rollen diese für ihn typische bläsierte, britische Reserviertheit mit rein. Für echte Diabolik ist er irgendwie der falsche Mann. Zum Glück hat man ihn mit einer Komparserie von echt fiesen Handlangern umstellt, sodass die Bedrohung für Bond konstant auf einem hohen Level bleibt. Exzellent besetzt ist hier vor allem Michael Gothard, der als Locque – trotz seiner immer nur temporären Leinwandpräsenz – sehr effektiv eiskalte Berechnung und sadistisches Kalkül zur Schau stellt. John Wymans Kriegler ist da sichtlich hausbackener und eintöniger von der Figurenzeichnung, erfüllt jedoch als getarnter Verbindungsmann zum KGB seinen Zweck. Charles Dance und Jack Klaff sind pointierte Sekundanten. Nach dem Tode Bernard Lees füllen James Villiers und Geoffrey Keen die große Lücke, die der Mime hinterlassen hat, nur notdürftig. Auch Lois Maxwells kurzer Auftritt erscheint in der MI-6-Historie nicht sonderlich erinnerungswürdig. Dafür erhält Desmond Llewelyn als Quartiermeister wieder einige amüsante Szenen.

In den verschiedenen Sektionen gibt es handwerklich nur wenig zu bemängeln. Die Kamerarbeit von Alan Hume kann sich insgesamt nicht mit den exzellenten Leistungen der beiden Vorgänger messen. Humes Stärke liegt in der dynamischen Komponente, dem rasanten Einfangen der Spitzenleistungen des Stunt-Teams, während die reine optische Cinematographie sich eher etwas beliebig ausnimmt. Die Lichtsetzung und das Farbspektrum erscheinen oft uninspiriert und bieder. Besonders die Secret Service-Szenen und die Cortina-Passage – vor allem in den Hotelszenen - sind hier richtig schlecht gealtert. Atmosphärische Highlights sind dagegen die Griechenland-Sequenzen, 007s nervenaufreibende Kletterpartie und die finale nächtliche Konfrontation zwischen Bond und Locque. Insgesamt eine solide Arbeit des Kameramanns. Bill Contis Score wird ja häufig kritisiert, weil ihm die zeitlose und vom Film losgelöste Klasse eines Barry-Albums eher abgeht. Dennoch empfinde ich Contis Disco-Kompositionen ähnlich wie bei The Spy Who Loved Me als eine dem Filmsujet trefflich verhaftete, musikalische Untermalung auf der Höhe der Zeit. Der Titelsong von Sheena Easton fügt sich als eines der besseren Lieder stimmig in den Score ein, während Maurice Binder – trotz einiger moderner Referenzen – mit seinen Main-Titles bereits damit beginnt, sich selbst zu kopieren. Das Production Design ist sehr unspektakulär ausgefallen und Peter Lamont erweist sich auch bei den kleineren Dekors leider nicht als ebenbürtiger Nachfolger Ken Adams. Die Scriptautoren haben die Kurzgeschichten Ian Flemings geschickt verwoben und eine glaubwürdige Agentenhandlung um diese ersonnen, die mit guten Dialogen und meist plastischen Figuren bestechen kann. Einzig mit einigen verzichtbaren Nebenszenen und angehängten Action-Momenten wie dem Eisflächen- bzw. dem Mini-U-Boot-Angriff wird bisweilen übertrieben und das Fortkommen der Handlung damit gehemmt. Die wunderschönen Schauplätze sind exquisit ausgesucht und vor allem Korfu besitzt ein herrliches On-Location-Flair. In gewisser Hinsicht kann man den Film und einige seiner Elemente daher durchaus als heimliche Hommage an den ersten Post-Fleming-Roman Colonel Sun von Kingsley Amis, in dem Bond ja auch auf griechischer Spur unterwegs ist, betrachten. Als Regisseur macht John Glen bei seinem ersten Kinofilm einen sehr guten Job und variiert geschickt die Stil-Merkmale seiner vier Vorgänger. Lediglich die lapidare Führung einiger Nebenakteure und das fehlende Interesse an optischer Erstklassigkeit fallen negativ ins Gewicht. Dennoch kann Glen mit einem fast ungetrübten Spitzenbondfilm innerhalb der Reihe debütieren.

Now I'm breaking free .” - Nach dem unüberbietbaren, gipfelstürmenden Gigantismus der Vorgänger sucht For Your Eyes Only sein Heil nun in bodenständigen Milieus, in atemloser Action, in sensationellen Stunts und in einer knallharten Spionagestory um Liebe, Verrat und Rache. Mit Erfolg: Trotz leichter Schwächen in der Konzeption und in den filmischen Mitteln präsentiert sich der epische ATAC-Reigen in der Ägäis als einer der gelungensten Beiträge zur Reihe.

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"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Scarpine« (3. September 2019, 23:29)


Mister Bond

Felix Leiter

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Samstag, 7. September 2019, 14:58

Ja also, geht doch :thumbsup:
Was ich be FYEO auch noch mag, bei allen "geerdeten" Szenen, der Rückkehr zu etwas mehr Realismus; für mich hat FYEO dennoch so einen leichten Abenteuercharme, welchen ich bei Bond schon zu schätzen weiß. Wahrscheinlich sind es die tollen Lokalkolorit Szenen und eben die "Hatz", so wie Bond unter Wasser. Haie sind auch wieder dabei. Das gelang danach nur noch OP und streckenweise TLD.

Scarpine

Verschlagener Korse

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Samstag, 7. September 2019, 22:57

Ja also, geht doch :thumbsup:
Danke für das Lob! :thumbup: Das Werk hatte allerdings - siehe Review - nicht immer schon dieses gute Standing bei mir, das es heute besitzt... ;)
Aber - wie ich schrieb - hat Glens Erstling eben auch den Vorteil des Pioniers und eben auch diese wunderbare - sowohl auf die Moore-Ära, wie auch auf den literarischen Flemings-Komsos bezogene - harmonisch geschlossene Gesamtatmosphäre. For Your Eyes Only wirkt teilweise "Fleming- bzw. Roman-Bond-hafter" als manche der Filme, die auf vollwertigen Romanen basieren. Sollte es zu keinen großen Überraschungen kommen, werden alle anderen Achtziger-Bondstreifen bei mir erwartungsgemäß schlechter abschneiden als Moores fünfter Streich. :prof:
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Daniel Dalton

Felix Leiter

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Sonntag, 8. September 2019, 13:56

Diesem Lobe möchte ich mich nachträglich anschließen, habe Scarpines grandiose FYEO-Darbietung ebenfalls beeindruckt erlesen, LG
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld." - Aus des Problembeseitigers Spiegelbilde sprach die Stimme sanften Verwesens!
Bond '89 - Robert Davi

ollistone

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Montag, 9. September 2019, 13:01

Ein Aspekt, der mir in den meisten Kritiken deutlich zu kurz kommt und für den ich Glen sehr schätze: Ich finde FYEO streckenweise extrem spannend!

Während sämtliche Moore-Vorgänger der 70er relativ geschmeidig vor sich hin grooven, gibt es hier doch Momente, wo man an den Fingernägeln kaut. Beipsielsweise die Kletterpartie, den anschließenden Korb-Transport, die Jagd auf Locque. Verbunden mit einer gewissen Härte, die früheren Moore-Bonds abging - wenn ich nur an Ferraras durchgeschnitte Kehle denke... Das geht schon mehr in Richtung "Agenten-Thriller" als die übergroßen quietschbunten Gilbert-Werke.

Gleichzeitig gibt es eine Menge wirklich witziger Momente, was im Ergebnis zu einem Beitrag mit einer enormen Bandbreite führt, die mir außerordentlich gut gefällt.
"You may be a lover but you ain't no dancer."

Mister Bond

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Donnerstag, 12. September 2019, 22:28

Ich stimme dir zu, aber "The Spy Who Loved Me" ist nicht nur quietschbunt, sondern bietet auch eine Agentenstory mit mehreren Spannungsbögen, halt nur in geschmeidigerer Form ;)
Und auch die Härte bewies Moore ja in "The Man With The Golden Gun" (dort wurde und wird er aber meistens dafür kritisiert) und was wohl viele vergessen, in TSWLM! Wie er sich Sandor entledigt, auf Anyas Konfrontation mit Sergey reagiert (nicht der Spaßonkel) und die Liquidierung von Naomi und Stromberg.

Aber ich mag eben, die von dir genannten Momente in "For Your Eyes Only" auch sehr. Nicht zu vergessen die Unterwasserszenen, die mit ruhigeren Soundeffekten und dann bestimmt spannungsgeladener Musik daherkommt. Außerdem ist FYEO einfach der Vorreiter in Sachen physischer Stuntarbeit, brillierten früher doch mehr Spezialeffekte und Modellbauten.

Django

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Freitag, 13. September 2019, 14:38

Danke für das Review. Für mich ist FYEO mein Lieblings-Moore Bond :thumbup: (was nicht heissen will, dass die anderen nicht auch gut sind :D ). Das einzige, was mich an FYEO leicht stört, sind die teilweise deutlich sichtbaren Rückprojektionen während der Skiszenen :(

Zitat

Zum einen sorgen ein Überangebot an Action-Sequenzen und diverse verzichtbaren Szenenfolgen für eine Streckung der sonst schon nicht allzu ereignisreichen Handlung, weshalb der Film am Ende insgesamt zu lang geraten erscheint

Interessant. Ich finde FYEO gerade im Vergleich zu seinen beiden Vorgängern extrem "ereignisreich". Nehmen wir zum Beispiel TSWLM... okay - die PTS hat es in sich. Aber dann: Ägypten, Sardinien, Auf und "unter" dem Meer. Drei in sich ziemlich homogene Blöcke, fertig. Gähn :coffee: ... Auch "richtige" Nebencharaktere gibt es kaum in Spy. Demhingegen findet sich Bond in FYEO stets und abrupt in einer neuen, richtig gefährlichen Situation wieder. Like that :thumbsup:

Scarpine

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Freitag, 13. September 2019, 23:30

Ich finde FYEO gerade im Vergleich zu seinen beiden Vorgängern extrem "ereignisreich".
Das bezieht sich nicht auf die Action, sondern die Story. Der Plot-Aufhänger ist das ATAC. Nach 80 Minuten kommt man endlich auf die Idee, danach zu tauchen. Man birgt es, wird von Kristatos überfallen und "sterbend" zurückgelassen. Das alles in 15 Minuten. Vorher hält man sich mit allerlei Nebensächlichkeiten und unzähligen Attentaten auf. Wieso muss nach dem St. Georges-Kampf auch noch ein Mini-U-Boot angreifen? Wieso kommt nach der langen Ski-Verfolgung noch die Eishockey-Attacke? Im Grunde könnte man die eigentliche Handlung in 70 Minuten erzählen. Hier ist der Film zu episodisch. Das hätte man vielleicht damit umschiffen können, dass man früher und länger nach dem Wrack sucht, wie bei dem Vulkanbomber in Thunderball. Quasi ein stärkeres Abenteuer-/Schatzsuche-Motiv, in die man die überbordende Action mit hätte einbeziehen können. Durch die episodische Erzählweise verschleppen die vielfältigen kurzweiligen Action-Highlights die Handlung aber kurioserweise noch stärker. Auch die Subplots um Bibi und die Gräfin geben dem Plot nicht viel. Aber unterm Strich ist das alles nicht wirklich dramatisch. :)

Auch "richtige" Nebencharaktere gibt es kaum in Spy.
Das stimmt. Aber in der Figurenzeichnung ist er teilweise prägnanter bzw. effektiver. Naomi beispielsweise ist in ihrer kurzen Screentime perfekt charakterisiert. Verführerisch, sexy und tödlich. Flirt und Attentatsversuch auf Bond, One-Liner gehen auf ihr Konto und einen knalligen Abgang mit Gruß bekommt sie auch noch gewährt. Ein Bilderbuch-Badgirl in 5 Minuten. Dagegen Bibi: Viel mehr Screentime und viel mehr Zeilen; aber wofür ist der Charakter eigentlich gut? Weder ist sie ein Badgirl, noch eine Affäre oder ein gutes Eye-Candy und auch sonst keine große Hilfe für Bond. Gleiches gilt für ihre Trainerin und Kriegler. Zustimmen möchte ich dir bei Columbo, Kristatos und Locque. Solche fein nuancierte Nebenfiguren gibt es in den zwei vorangegangenen Gilbert-Filmen nicht.
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Mister Bond

Felix Leiter

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Mittwoch, 18. September 2019, 13:24

Also die Mini U-Boot Attacke, die Eishockey Szenen, die möchte ich nicht missen. Das gehört auch zu der Hatz dazu, deshalb finde ich ja den deutschen Titel "In tödlicher Mission" auch sehr treffend.

Ansonsten werden gerade Vergleiche zu TSWLM und FYEO gezogen. Was soll ich sagen? Zwei meiner Favoriten. Ich finde es ja gerade gut, dass der eine nicht wie der andere ist.

Mister Bond

Felix Leiter

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Samstag, 25. Januar 2020, 13:23

IN TÖDLICHER MISSION

1981, nachdem man die 1970er Übergroß abschloss, mit „Moonraker“ in anderen Sphären schwebte, das Budget in die Höhe schoss und bei allem Erfolg auch Kritiken aufkamen, die bemängelten, dass Bond sich seiner Ursprünge distanzierte, also die schlichte Agentenstory bei allem Pomp ein wenig auf der Strecke blieb, entschloss man sich Bond wieder geerdeter zurückzubringen.
Das Resultat war „For Your Eyes Only“, welcher schon als Nachfolger von „The Spy Who Loved Me“ angedacht war, aber die Sternenkrieger kamen dazwischen und der Rest ist Geschichte.

Film:
Die Gunbarrel-Sequence gibt den Ton des Films schon an: neu, modern und flott soll er sein.
Eins vorweg, mit der musikalischen Untermalung ist dies meine Nummer 1 unter den Gunbarrel-Sequences! Es macht halt Lust auf das Nachfolgende, Bond ist in den 80ern angekommen und das soll mit Schwung geschehen.
Wir verabschieden uns zwar von der pompösen Eleganz der Vorgänger, von spektakulären Designs, dafür steht neben der Ermittlungsarbeit vor allem die Arbeit der Stuntmen im Vordergrund.
Dieser Film zeigt die bis dato besten Stunts der Bondgeschichte und hält bis heute sehr gut mit.
Damit es noch deutlicher wird, dass man sich von den Vorgängerfilmen löst, ermittelt 007 dieses Mal ganz ohne Gadgets. Wir sehen zwar wieder einen Lotus, aber zum Einsatz kommt dieser nicht, stattdessen sehen wir eine fulminante Verfolgungsjagd mit einem Citroen 2CV „Ente“. Symptomatisch für den ganzen Film: Bond muss sich wieder auf seinen Geschick und Instinkt verlassen.
Die Geschichte erinnert auch ein wenig an „Liebesgrüße aus Moskau“. Dort war es die Lector, hier ist das A.T.A.C. System das begehrenswerte Objekt der Begierde von British Secret Service und KGB. In beiden Filmen steht eher eine realistischere Herangehensweise der Geheimdienste im Mittelpunkt, statt eine angestrebte Weltherrschaft oder Erpressung ganzer Länder.
Roger Moore durfte hier zum zweiten Mal auf Skier! Die gefilmte Skihatz in Cortina, wieder von Willy Bogner und sein Team gefilmt, ist bis heute auch die gelungenste Sequenz dieser Art und hievte „In tödlicher Mission“ zu den actionreichsten Bondfilmen.
Allerdings gibt es zwischen den Actionsequenzen auch immer wieder Luft zum Verschnaufen, etwas, was manche Actionfilme heute vermissen lassen.
Manche werfen dem Film eine Episodenhaftigkeit vor. Sehe ich nicht so. Der Film ist sehr stringent. Man kennt die Mission. Außer dass Melina auf Vendetta aus ist, verliert man das Ziel nicht aus den Augen. Wahrscheinlich scheint die Episodenhaftigkeit für manche daraus zu resultieren, weil Bond hier, anders als in „Liebesgrüße aus Moskau“, von einer Location zur anderen reist. Von Madrid (tatsächlich Korfu) über Cortina nach Korfu und das griechische Festland. In „Liebesgrüße aus Moskau“ drehte sich alles bis zum Zug in Istanbul.
Hier komme ich übrigens auch sehr gut mit dem deutschen Filmtitel klar. Richtig, Bond ist doch immer „In tödlicher Mission“, aber spätestens ab Cortina D’Ampezzo trachtet man ihn bewusst nach dem Leben und das Tempo der Motorrad – Skiverfolgung oder die Szenerie unter Wasser, verdient wahrlich den deutschen Titel.
Die Bergung des A.T.A.C. unter Wasser, mit anschließender Attacke des Gegners oder die Ersteigung des Meteora Klosters durch Bond sind zwei wesentliche Spannungselemente im Film. Die Kombination von Musik und Stille trägt hier ebenfalls Früchte und Bond, wie ich schon erwähnte, muss sich auf seine eigenen Kräfte konzentrieren.
Auch die Liquidierung Locques, wie Bond zuvor die steilen Treppen der Festung (Original in Corfu City) förmlich hinauf hechelt und anschließend den Mercedes-Benz samt Loque mit einem finalen Tritt den Rest gibt, ist einer meiner Lieblingsmomente im Bondfranchise.
Diese Sequenzen: Cortina Verfolgungsjagd, Beseitigung Locques, Bergung des A.T.A.C. und Bonds Klettertour sind auch die Momente, die „In tödlicher Mission“ für mich auch zu den sehenswerten und besseren Bondfilmen macht.
Da vergesse ich auch gerne die Opulenz der 60er und 70er Jahre.

Bond:
Roger Moore wird gerade für diesen Auftritt gelobt, ist man der Meinung, dass er hier mehr von seiner härteren und seriösen Seite zeigt. Wie ich schon in den anderen Resümees schrieb, ich sehe seine seriöse und härtere Seite schon in den ersten drei Filmen vorhanden.
Allerdings lässt Mr. Moore hier mehr von seiner fürsorgenden, gefühlvolleren Seite aufblitzen und das ironische Spiel wurde ein wenig heruntergeschraubt.
Das tut dem Film gut, wollte man doch weg vom Eskapismus eines „Moonraker“. So eine Gondola Fahrt mit einem ironisch selbstsicheren Moore wäre hier fehl am Platze.
So entlocken gerade einige Szenen mit Melina Havelock eine neue Seite des Moore Bonds. Er ist nicht nach der schnellen Nummer aus, zeigt sogar erst kein Interesse an einer rein sexuellen Handlung und sorgt sich vielmehr um die Dame.
Auch im Umgang mit Bibi hält er sich zurück, lässt da aber viel mehr Ironie aufblitzen: „Tun Sie mir einen Gefallen und werden Sie nicht noch Erwachsener. Das würde das männliche Geschlecht garantiert nicht überleben.“
Ein zehn Jahre jüngerer Moore oder Connery hätten eventuell anders reagiert.
Moores Bond bedankt sich bei der toten Gräfin, das ist auch etwas mehr als nur ein bestürzter Gesichtsausdruck. Natürlich ist auch seine letzte Szene mit Locque stark: „Das haben Sie wohl bei Ferrara vergessen.“
Bond ist her mehr Mensch, das zeigt auch das Erklimmen der steilen Treppen. Das man sein Keuchen aufgenommen hat, war eine gute Idee.
Weg von Ironie und eskapistischer Gaudi, hin zu mehr Gefühl und Fürsorge im realistischeren Ambiente. Eine sehr gute Abwechslung, so etabliert sich Moores Performance hier doch zu seinen drei besten.

Bondgirl:
Carole Bouquet gibt hier weniger eine verführerische, noch eine naive und Schutzsuchende Dame.
Sie hat ihre eigene Mission und die lautet Rache: „Griechen lieben Elektra.“
Im Verlauf des Films tut Sie sich natürlich mit Bond zusammen. Bouquet strahlt einen Mix aus kontrollierter Kühle, aber auch Verletzlichkeit aus.
Leider geht das aber zugunsten der frechen Kabbeleien und Wortspiele wie in den beiden Filmen zuvor. Melina ist fokussiert und ist auch an erotischen Amüsements nicht interessiert. Das dient auch der Ernsthaftigkeit und dem realistischen Ton des Films. Erst am Ende geben sich Bond und Melina der Liebe hin.
Somit fällt Melina aus dem Rahmen vieler anderer Bondgirls, so kann Sie auch mit der Armbrust gut umgehen und benutzt diese auch. Bis zum Ende des Films ist Sie auch viel mehr Helferin als Gespielin.

Villains:
Hier hapert es doch beim Hauptbösewicht. Julian Glover in allen Ehren, mehrfacher Gastdarsteller in den beiden populärsten englischen Serien der 60er (Simon Templar & Mit Schirm, Charme und Melone), Gegenspieler von Indiana Jones im „letzten Kreuzzug“ und einer der prägenden Nebencharaktere bis zum Ende der sechsten Staffel von Game of Thrones; aber dadurch, dass man bis über die Hälfte des Films nicht weiß, dass sein Kristatos der Bösewicht ist, muss er sich beim Spiel doch sehr zurückhalten.
Auch dann wirkt er eher kühl, möchte sagen, der Spaß am Böse sein muss auch dem Grundton des Films weichen. Kristatos ist nicht irre, er interessiert sich nicht für irgendwelche perverse Allmachtsfantasien, er arbeitet und tötet für Geld. Er hat einen Auftrag und den will er erfüllen.
Dadurch hat hier doch ein anderer Gegenspieler einen etwas dankbareren Part: Michael Gothard als Kristatos’ rechte Hand und Killer Emile Leopold Locque.
Das besondere, wie der Beißer in „Der Spion, der mich liebte“, sagt sein Locque kein einzigen Satz!
Ihm fehlt eine körperliche Anomalie, aber dafür hat er ein kühlen, distanzierten Gesichtsausdruck, was förmlich nach Bösewicht schreit.
Er ist anscheinend für die Ermordung der Havelocks zuständig, bezahlt doch er Hector Gonzalez. Er ist der Killer von Luigi Ferrara und überfährt die Gräfin, bevor Bond ihm verdientermaßen den Garaus macht.
Dann haben wir noch Erich Kriegler, der als ostdeutscher Biathlet und Spion des KGB an Kristatos‘ Seite arbeitet und dafür zu sorgen hat, dass das A.T.A.C. schlussendlich auch in die Hände des KGB gerät. Dargestellt wird Kriegler von John Wyman, der den Henchman mit physisch sportlicher Robustheit präsentiert. So liefert er sich mit Bond die Verfolgungsjagd in Cortina und prügelt sich im Finale mit Bond. Allerdings ist auch sein Kriegler recht wortkarg, so besticht er eben durch seine athletischen Attribute.

Helfer:
Melina ist sogar mehr Helferin als Bondgirl, wäre Sie nicht in der Hauptrolle und hat das obligatorische Happy-End mit James.
Ansonsten ist hier Chaim Topol der typische, traditionelle Helfer im Stile eines Kerim Bey oder Marc Ange Draco.
Im Gegensatz zu den beiden kommt sein Milos Columbo jedoch erst in der zweiten Filmhälfte zur Erscheinung, wird er doch bis weit dahin als Bösewicht verkauft.
Chaim Topol wirkt allerdings durch seine Hemdsärmeligkeit sehr sympathisch. Auch vermied man hier das altgediente Bild eines Patriarchen und die Weltanschauung von einigen Herren gewisser Schichten. Das hebt ihn in meiner Gunst vor einem Draco.
In Cortina haben wir Luigi Ferrara vom italienischen Geheimdienst, dessen Schicksal nicht positiv endet. John Moreno offenbart seinen Luigi aber gleich als Sympathikus: „ Ferrara!" – „Bond. James." – „Hm, Luigi!“, mit einem Lächeln im Gesicht.
So rächt sich Bond auch indirekt als er Locque beseitigt.

MI6:
Der legendäre Bernard Lee verstarb leider kurz bevor er seine Szenen als M drehen durfte. Aus Respekt vor ihn scheute man sich auf einen Schnellschuss mit einer Neubesetzung und verteilte die für ihn geschriebenen Szenen auf Sir Frederick Gray, Q und neu dabei: Bill Tanner, der Stabschef von M, dargestellt von James Villiers. Als Begründung von Ms fehlen dient Urlaub.
So darf Q, außer im Labor, auch vor dem Finale als Kontaktmann/Berichterstatter in Griechenland für Bond fungieren. Man merkt aber, da er keinerlei technische Spielchen für 007 mitbringt, dass diese Szene wohl M vorbehalten war.
Bei Moneypenny durfte James wieder mehr Charme verwalten lassen als noch in beiden vorherigen Gilbert Bonds: „Ein Fest für die Augen“. Moneypenny hat sich nach fast zwei Jahrzehnten von der Vorstellung mit James anbändeln zu können verabschiedet, aber Komplimente hört man doch eh gerne. Wie ich schon schrieb, James ist älter und reifer geworden, das gilt auch für unsere Moneypenny.

weitere Bondgirls:
James hält sich hier ja eher zurück. Wir haben Lynn-Holly Johnson als Bibi. Schützling von Kristatos, aber nicht eingeweiht in seine Pläne. Sie soll ja nur die Goldmedaille im Eiskunstlauf gewinnen.
Zugegeben, ihre Anwesenheit, genau wie die von Jacoba Brink, ist für die eigentliche Handlung des Films nicht nötig, aber ich fand Bibi schon immer niedlich. Und ohne Bibi hätte sich 007 gar nicht auf die Skipiste oder ins Eisstadion begeben und uns würden gute Actionszenen verloren gegangen.
Cassandra Harris spielt Gräfin Lisl, die Gespielin von Columbo, welche sich mit 007 einlässt und dafür mit ihrem Leben bezahlen muss. Mit offenen Haaren gefällt Sie mir übrigens viel besser. Ihre Lisl ist von der Art auch eine reifere Dame, die gut zu Roger Moore passt.
Ansonsten hält sich „In tödlicher Mission“ mit Liebeleien und Verführungen zurück. Ich habe das Gefühl, dass man hier auch mehr auf Roger Moores Alter zuging und die ernstere Seite des Agentengeschäfts beleuchten wollte. Eine nicht unwillkommene Abwechslung.

Location:
Erstmals seit „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ bleibt Bond in Europa und bereist die südliche Route, von Westen nach Osten, von Spanien über Italien nach Griechenland/Korfu.
Die Szenen um Madrid wurden aber tatsächlich auch auf Korfu gedreht und zwar im nördlichen, gebirgigen mit Olivenhainen bestückten Korfu. Bei der Verfolgungsjagd mit der „Ente“ hat man einen besonders guten Blick auf die kurvigen und engen Straßen, so wie die Olivenhaine dieser Gegend.
Wer Korfu besucht hat wird dies wohl erkennen, ansonsten tut es nicht wirklich zur Sache, dass nicht wirklich um Madrid gedreht wurde. Immerhin verpasste man die Häuser spanische Anstriche und die Wagen haben auch Madrider Kennzeichen.
Von Korfu sieht man einige schöne Gegenden im Film. Vieles wurde sogar in Korfus Hauptstadt gedreht, so die alte Festung, die im Film aber als ein Teil von Albanien dient, als Bond Locque verfolgt und ihn zur Strecke bringt, oder auch das Vlacherna Kloster bei Kanoni (Corfu City), als Bond und Melina sich in Korfu wiederbegegnen.
Einen schönen Ausblick hat man auch als Hector Gonzalez Melina zu ihren Eltern bringt, was bei Kalami gedreht wurde, und als Bond mit Melina Abends auf einer Hinterterrasse des Achilleion den Ausblick auf das Meer genießt. Wahrlich schöne Orte.
Für die Wintersportfreunde wurde dann in Cortina D’Ampezzo gedreht. Damals lag aber nicht genug Schnee da, es mussten LKW mit Schnee von benachbarten Orten herangefahren werden. Deshalb wohl das Gespräch Ferrara und Bond: „In diesem Jahr ist der Schnee besser in Innsbruck!“ – „Aber nicht in Sankt Moritz!“
Nachdem man zuvor an der Kamera einen Mann wie Ted Moore hatte und seine, für mich sogar noch besseren Vertretungen, Freddie Young, Michael Reed, Claude Renoir und Jean Tournier, engagierte man hier erstmals Alan Hume.
Stimmt, die Bilder mögen nicht so glanzvoll und episch wirken wie in den Filmen zuvor, besonders bei den Gilbert Bonds, aber dieses diente wohl auch dem Stil, welcher bewusst vom Glanz und Pomp abwich.
Auch ohne die ganz satten Farben werden die Locations schön eingefangen. Insgesamt kann ich mit der Kameraarbeit der 80er auch noch gut leben, wenngleich ich zugebe, dass die 60er und 70er nur schwer zu toppen waren und sind.
Die Unterwasserszenen, wieder mal die Bahamas, möchte ich auch noch erwähnen. Vergleicht man das mit Unterwasseraufnahmen anderer Actionproduktionen oder späterer Bondfilme, so ist das hier gezeigte schon Weltklasse. Und es gibt wieder Haie! Ich liebe Haie in Bondfilmen.

Setting/Bauten/Design:
Ken Adam war Geschichte, Peter Lamont übernahm hier als Hauptverantwortlicher das Ruder und wie bei der Kameraarbeit bemerkte man auch hier einen Schnitt.
Klar, Ken Adam ist ein Meister an dem sich viele gar nicht messen können, aber wollen wir uns doch wieder vor Augen führen, dass „In tödlicher Mission“ weg vom Eskapismus wollte. Diesen Einschnitt bemerkte man in der Handlung, in Bonds Agieren, dass des Bondgirls, des Bösewichts und im Aussehen des Films. Keine großen Bauten, riesen Säle, sondern eher zweckmäßiger gestaltet, dienlich und realistisch.
Die Casino Szene hätte in der Tat ein wenig besser ausgeleuchtet sein können, ansonsten möchte ich gar nicht meckern.
Wir sehen hier auch gar nicht das Heim, das Anwesen des Hauptbösewichts, wie noch die Atlantis bei Stromberg oder das draxsche Chateau. Kristatos ist hier, wie Bond, unterwegs. Er residiert dort, wo er gebraucht wird. Dementsprechend wirkt alles ein wenig spartanischer.

Musik:
Kleine Tradition in der Moore-Ära, bis hier wurde in jedem zweiten seiner Bondfilme ein neuer Komponist engagiert. John Barry war wieder unabkömmlich, Bill Conti war der neue Mann am Ruder. Ein großer Name schon damals, erschuf er doch den legendären Rocky Soundtrack und dem der meisten Nachfolger, außer Teil vier. Wer kennt nicht Songs wie „Gonna Fly Now“ (Oscarnominierung 1977) oder „Going The Distance“?
Beim Score merkt man auch einen deutlichen Unterschied, mehr noch als bei Hamlischs “The Spy Who Loved Me“. Der Sound der späten 70er und frühen 80er ist nicht zu überhören.
So erklingt bei Hector Gonzalez‘ Anwesen auch „Make It All Last Night“, was nach Nachtclub, verruchten Sex, halt das Bild der frühen 80er klingt. Ich bin mir nicht zu schade zu erwähnen, dass mir das gefällt.
Alleine die musikalische Untermalung der Gunbarrel-Sequence ist eine Wucht. Ähnlich dynamisch wie schon bei George Martin und „Leben und sterben lassen“. Das fetzt.
Anfänglich Gewöhnungsbedürftig sind dann Tracks wie „A Drive In The Country“ während der Autoverfolgungsjagd oder „Runaway“ bei der Verfolgungsjagd in Cortina. Es dominieren hier elektrische und Synthesizer Klänge. Man sollte aber nicht vergessen, dass sehr wohl alles mit klassischen Instrumenten eingespielt wurde.
„Submarine“, welches das James Bond Theme neu definiert, gefällt mir sehr. Sheena Eastons Titelsong wird, wie es auch bei fast jedem Bondfilm Tradition ist, sehr schön im Score eingebunden. Natürlich wieder eher bei ruhigeren, romantischen Szenen.
Für den Spannungsaufbau gibt es eher Tracks wie „Ski, Shoot, Jump“ oder „Recovering The A.T.A.C.“
Zum Schluss sollte man eben Eastons Titellied nicht vergessen. Nach McCartneys und Carly Simons der dritte Bondsong, welcher für den Oscar und Golden Globe nominiert wurde.
Ich bin ja eh Fan der Titellieder aus der Moore-Ära. „For Your Eyes Only“ ist schon seit jeher auf Platz vier meiner Bestenliste.
Ich mag einfach wieder diese Pianopartitur, wie schon die Pianopartitur in „The Spy Who Loved Me“. Auch Sheenas Gesang bringt mir persönlich wieder mehr Ausdruck mit als Shirley Basseys in „Moonraker“: Zart in der Eröffnung und Gefühl- als auch Stimmvoll im Refrain.
Für mich klingt der Song strukturell und vom Sounddesign auch ein wenig nach ABBA und ABBA mochte ich auch immer.
Außerdem mag ich den Soundtrack, losgelöst vom Film, sogar mehr als den „The Spy Who Loved Me“-Soundtrack, welcher sich ja leider zu deutlich vom Film unterscheidet.

Main-Title:
Seit „Der Spion, der mich liebte“ ist es auch Tradition, dass Roger Moore/James Bond im Main Title eingebunden wird, wenn auch nie wieder so präsent wie in der Bond-Ode von 1977. Hier aber wird zumindest der Charakter James Bond in Form von schwarzen Silhouetten häufiger in Einsatz gebracht als noch in „Moonraker“.
Dazu gibt es hier ein einmaliges Novum: Sheena Easton ist bis heute die einzige der Interpreten, die durch die ganzen Main Title zu sehen ist.
Ich meine Maurice Binder oder Cubby Broccoli mochten ihr Gesicht.
Außerdem wurde ja viel in und um Korfu gedreht, so wie unter Wasser, also gibt es auch im Main Title Elemente von Wasser.
Wo sehe ich diese Arbeit Binders heute? Die Zusammenführung von Lied und Binders Arbeit sehe ich im Allgemeinen als gelungen an. Roger Moore wird visuell präsentiert, man sieht die charmante Sheena Easton, was eben was ganz neues und frisches war. Mir gefällt es und wenn es mich nicht dünkt, sollte dies dann auch mein favorisierter Main Title der 80er sein. Eventuell kommt noch ein Kandidat dazu.

Wertung des Komplettwerks:
Auch hier merke ich Tendenzen parallel zu „Moonraker“. Bis 2000 neben „Moonraker“ einer meiner Lieblings Bondfilme, danach stieg „In tödlicher Mission“ noch in meine Gunst, wurde zu meinem zweitliebsten Moore-Bond (nach „Der Spion“), während „Moonraker“ in meiner Gunst sank. In den letzten fünf bis sieben Jahren ist die Tendenz leicht anders. Das epochale 1979er Werk stieg wieder in meiner Gunst, so dass dieser an diesem tollen 81er Werk vorbeizog.
Das spiegelt sich aber insgesamt in der Wahrnehmung der Dekaden. So waren die 80er nach den 60ern und vor den 70ern mein favorisiertes Bond-Jahrzehnt. Nun haben die 70er die 80er doch wieder abgelöst. Aktuell mag ich dann doch das farbenfrohe, den Pomp, das schillernde etwas lieber.
Dennoch sehe ich „In tödlicher Mission“ immer noch in meiner Top 10 der Bondfilme.
Die Actionszenen sind fantastisch, Moores Bond angenehm zurückhaltender und menschlicher. Die Locations sind toll, die Musik ist zwar nicht auf einem Level wie die der meisten Barry Werke und die Arbeit von George Martin, aber angenehm frisch und abwechslungsreich.
Das Finale um Bonds Berg Erklimmung ist ebenfalls angenehm anders als in den Vorgängerfilmen. Bond back to the roots war nötig und es klappte.

8/10 mit Sternchen.

Daniel Dalton

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Samstag, 25. Januar 2020, 15:35

Ein epochales Essaywerk, großes Lob.
Und meine acht fehlenden Bondrezensionen werden allesamt im Februar eingereicht, dein flinker Marathon ist ansteckend und mit FYEO besprichst du nicht nur meinen Lieblings-Moore, sondern auch meinen viertliebsten Bondfilm überhaupt.
Viele Aspekte sehe ich ähnlich, den tollen frühen 80er Soundtrack, gunbarrel, hervorragende Szenen mit dem Racheengel Melina, ein nicht zu ironisches Spiel, gefühlvollere Seiten, perfekte Stunts (insgesamt ist FYEO diesbezüglich auf Platz 1, mein Lieblings-Einzelstunt der Reihe ist aber der Kroko-Hüpfer aus LALD, weil er auch so perfekt mit der Musik harmoniert), geniale Ski-Szenen, obendrein lieferst du eine gebrochene Lanze für die süße Bibi ;) , parfait
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld." - Aus des Problembeseitigers Spiegelbilde sprach die Stimme sanften Verwesens!
Bond '89 - Robert Davi

Martin

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Montag, 27. Januar 2020, 06:23

Wieder sehr treffend verfasst, Mr. Bond! Ich nahm aber bisher immer an, dass SPY deine Liebligs-PTS ist?

Die Episodenhaftigkeit, die hier schon mal angesprochen wurde, resultiert für mich eher aus der Einarbeitung der beiden Kurzgeschichten. Vor allem das Intermezzo mit Liesl bringt die Handlung für mich nicht so wirklich weiter. Aber das ist auch kein gravierender Kritikpunkt. Letztlich ist fast jeder Bond etwas episodenhaft, wenn man so will.

Mister Bond

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Montag, 27. Januar 2020, 07:47

Guten Morgen zusammen :)

@Martin:
Ich schrieb ja auch Nr. 1 unter GUNBARREL Sequences 8)

@Daniel:
Ja, FYEO war in Sachen Stuntarbeit immer meine Bondreferenz. Oder zumindest er Startschuss für die Bondfilme. Zuvor dominierten ja Modelle, Bauten, Spezialeffekte ein wenig mehr als die praktischen Stunts.
Anfang April kommt ja der neue Bond, deshalb drücke ich ein wenig auf die Tube. Octopussy habe ich bereits gesichtet.

Django

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Montag, 27. Januar 2020, 08:05

Auch von mir besten Dank für das Review :flower:

Zitat

mit FYEO besprichst du nicht nur meinen Lieblings-Moore

Daniel, das geht mir genauso :prost: . FYEO ist und bleibt unangefochten meine Moore Nummer 1 :thumbsup: . Und das, obwohl die Moore-Ära (okay, zusammen mit der kurzen Dalton-Ära) für mich jetzt die bisher einzige Bond-Ära ist, die sich keine grösseren Ausrutscher nach unten erlaubt. Selbst die schwächeren Moore-Bonds sind noch ziemlich annehmbar :)

Was FYEO betrifft, so haben es die Macher wirklich genial geschafft, die Kurve zu kriegen und die Reihe wieder zu erden und dabei gleichzeitig noch mehr Drive und Action reinzubringen. Chapeau :thumbup: ! Meine wenigen Kritikpunkte an FEYO sind denn auch "Meckern" AUF HOHEN Niveau: Besonders während der Ski-Verfolgung ist Moore zu offensichtlich vor einer Leinwand zu erkennen. Das hätte doch 1981 zumindest ein bisschen besser zu machen müssen sein. Zudem scheint der Film praktisch wahllos zwischen Winter (Cortina) und Spätsommer/Herbst (Korfu) hin und her zu switchen (Gut - selbiges "Problem" sollte es auch sechs Jahre später in TLD geben). Zudem wirkt Moores Bond halt schon ein bisschen zu alt für Melina. Ich meine: Die beiden Schauspieler trennten 30 Jahre und Bouquet war 1981 noch nicht annähernd halb so alt wie Moore! Obwohl sie immerhin durchaus "erwachsen" spielt. Trotzdem finde ich diesbezüglich eine leicht reifere Dame à la Harris hier angemessener.

Zitat

aber dadurch, dass man bis über die Hälfte des Films nicht weiß, dass sein Kristatos der Bösewicht ist, muss er sich beim Spiel doch sehr zurückhalten.

Ach was - der aufmerksame Zuschauer merkt doch schon in Kristatos' erster Szene, aller Ferrara zum Abschied nicht die Hand gibt, dass an dem Typen was faul ist :D

Zitat

Anfänglich Gewöhnungsbedürftig sind dann Tracks wie „A Drive In The Country“ während der Autoverfolgungsjagd oder „Runaway“ bei der Verfolgungsjagd in Cortina.
Gerade diese beiden Stücke gehören für mich zu den absoluten Highlights des FYEO-Scores, der für mich eh' mit einer der besten Bond-Scores ever ist :dance:

ollistone

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Montag, 27. Januar 2020, 10:36

Klasse Rezension. Die Gesamtwertung mit nur 8/10 (und noch vor MR!) geht natürlich überhaupt nicht in Ordnung. :P

Das Fehlen eines Haupt-Villains habe ich nie so empfunden. Kristatos ist doch ein veritabler Schurke, auch wenn er nicht das Format eines Stromberg oder Drax hat, was natürlich auch seiner Rolle als "bloßer" Erfüllungsgehilfe der Russen geschuldet ist. Interessanterweise macht man diesen Vorwurf FRWL nie. Hier fehlt ein echter Hauptbösewicht gleich total, wenn man von den zwei Szenen mit Blofeld absieht, der nie aktiv ins Geschehen eingreift. Wenn man Kronsteen und Klebb als Villains definiert, sollte man mit Kristatos aber auch kein Problem haben.

Bei meinem inzwischen fünften Korfu-Besuch 2018 ist es mir endlich gelungen, die Straße zu lokalisieren, auf der sie die Verfolgungsjagd gedreht haben. Problem: die ist inzwischen stillgelegt, da kommt man nicht mehr hin. Das war jedenfalls die Aussage der Betreiber des legendären Bond-Cafes in Pagi. Wer sie dennoch suchen will: wenn man von Korfu-Stadt nach Nord-Westen Richtung Westküste (Paleokastritia) fährt, geht irgendwann ein große Straße nach Norden (Richtung Sidari und Acharavi) ab, die in langen Serpentinen über das Gebirgsmassiv führt. Irgendwo unterhalb des höchsten Punktes (etwa bei Troumpeta) soll sich diese Straße befinden.
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Mister Bond

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218

Montag, 27. Januar 2020, 11:02

Klasse Rezension. Die Gesamtwertung mit nur 8/10 (und noch vor MR!) geht natürlich überhaupt nicht in Ordnung. :P

Das tut mir auch leid. aber ich schrieb ja, momentan bin ich auf den Glanzder 60er und 70er aus. Dennoch hat FYEO schon seit meiner Kindheit ein Stein im Brett. Nach TSWLM sind LALD, MR und FYEO fast auf Augenhöhe.

Das Fehlen eines Haupt-Villains habe ich nie so empfunden. Kristatos ist doch ein veritabler Schurke, auch wenn er nicht das Format eines Stromberg oder Drax hat, was natürlich auch seiner Rolle als "bloßer" Erfüllungsgehilfe der Russen geschuldet ist. Interessanterweise macht man diesen Vorwurf FRWL nie. Hier fehlt ein echter Hauptbösewicht gleich total, wenn man von den zwei Szenen mit Blofeld absieht, der nie aktiv ins Geschehen eingreift. Wenn man Kronsteen und Klebb als Villains definiert, sollte man mit Kristatos aber auch kein Problem haben.

Sehe ich nicht so, weil Kristatos anders als Klebb und Grant ja tatsächlich der Hauptschurke des Films ist. Ich habe ihn ja auch verteidigt, nur machen so Gegenspieler wie Goldfinger, Scaramanga, Stromberg oder Drax dank ihrer Aura schon mehr Spaß.

Bei meinem inzwischen fünften Korfu-Besuch 2018 ist es mir endlich gelungen, die Straße zu lokalisieren, auf der sie die Verfolgungsjagd gedreht haben. Problem: die ist inzwischen stillgelegt, da kommt man nicht mehr hin. Das war jedenfalls die Aussage der Betreiber des legendären Bond-Cafes in Pagi. Wer sie dennoch suchen will: wenn man von Korfu-Stadt nach Nord-Westen Richtung Westküste (Paleokastritia) fährt, geht irgendwann ein große Straße nach Norden (Richtung Sidari und Acharavi) ab, die in langen Serpentinen über das Gebirgsmassiv führt. Irgendwo unterhalb des höchsten Punktes (etwa bei Troumpeta) soll sich diese Straße befinden.

Ich war auch 2018 auf Korfu, zum ersten Mal. Und natürlich auch im Norden, die Straßen ähneln sich da aber eh, so hatte ich schon das Gefühl von Bond 8)

Django

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219

Montag, 27. Januar 2020, 13:49

Zitat

Das tut mir auch leid. aber ich schrieb ja, momentan bin ich auf den Glanzder 60er und 70er aus. Dennoch hat FYEO schon seit meiner Kindheit ein Stein im Brett. Nach TSWLM sind LALD, MR und FYEO fast auf Augenhöhe.

Tja - wie sich die Geschmäcker doch unterscheiden. Habe vorhin noch ein bisschen über die Moore-Bonds sinniert. Und auch auf die Gefahr hin, für immer und ewig aus dem Forum verbannt zu werden: Für mich ist Spy einer der schwächeren - vielleicht sogar mit der schwächste Moore-Bond. Nicht falsch verstehen: Immer noch sehr solide, auch innerhalb der Reihe. Und mit ein ikonischen Szenen und Figuren. Aber irgendwie fehlt ihm das, was ich an FYEO so schätze: Die andauernde Action, die hohe Pace, der "Speed". Vor allem die ganzen Ägypten-Szenen finde ich ziemlich dröge - Beisser hin oder her. Abgesehen davon, dass der ganze Plot extrem platt ist und jegliche Regeln der Logik missachtet. Da macht mir selbst MR fast noch mehr Spass beziehungsweise wirkt auf mich überzeugender, da er einfach konsequenter ist als TSWLM. Frei nach dem Motto: Wenn schon hirnlos (ich meine das jetzt nicht so negativ, wie es klingt), dann richtig. Ich weiss, dass TSWLM bei vielen hier sehr weit oben in der Gunst steht und ich will weder provozieren noch TSWLM als schlechten Bond bezeichnen (das ist er wirklich nicht), es ist einfach so, dass ich diesem Werk nie so viel abgewinnen konnte, wie es offenbar andere können. Und schliesslich gibt es ja sogar auch ein paar wenige hier, die GF nicht gut finden ;)

Mister Bond

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220

Dienstag, 28. Januar 2020, 09:49

Für mich machen aber nicht Actionszenen einen "Pace" aus. Es gibt Actionorgien, die langweilen nur.
Indy 4 finde ich nicht so gut, wegen den Außerirdischen, sondern weil das "Pce" schwach ist.
In den ersten drei Indy-Filmen gibt es ruhige Momente, aber die sind spannend aufgebaut, bei Indy 4 gibt es mehrere ruhige Sequenzen, wo mir dann wirklich fast die Augenlider runterfallen.
Die Ägypten Szenerie in TSWLM empfinde ich dagegen als sehr kurzweilig. Für mich vergehen die ersten 50 Minuten wie im nu. Ich liebe ja auch so ein Aufbau mit Charakteren und alleine die gesamte Stromberg Einführung, mit dem blonden Mädchen, Markovic und Bechmann sind so genial.
Plot hin oder her, gibt auch wesentlich banalere oder drögere Bond Filmplots.
FYEO gebe ich momentan halt "nur" 8 Punkte, weil es dann doch im Gegensatz zu den 60ern und 70ern ein wenig bieder herkommt.