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Martin

Felix Leiter

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941

Montag, 14. Oktober 2019, 04:56

Joker (Todd Phillips, 2019)
Eins der wenigen Highlights dieses Jahr, auf die ich mich wirklich gefreut habe. Und bei denen man irgendwie schon vorher wusste, dass man sie mögen wird. Der Film hat eigentlich alles, was es dazu braucht. Joaquin Phoenix sehe ich ausgesprochen gern, ich mag den Batman-Kosmos und den Joker (mein einziger großer Berührungspunkt mit dieser Art Comic) und nicht zuletzt die New-Hollywood-Atmosphäre des New Yorks der Siebziger und frühen Achtziger, und Underdog-Stories. Wobei diese Elemente wohl auch nicht zufällig so ausgewählt wurden. Dabei liegt mir Batman aber auch nicht so am Herzen, dass mich die Abweichungen und künstlerischen Freiheiten stören, im Gegenteil. Obwohl DC nicht gerade für ihr weitsichtiges und überragendes Management bekannt sind, so mag ich ihre Kreationen unterm Strich doch wesentlich mehr als das penetrant-omnipräsente Marvel. Marvel mag die höhere Durchschnitts-Qualität haben, aber wenn DC mal große Würfe gelingen - wie mit Nolans Dark-Knight-Trilogie und jetzt Joker - dann erreichen sie Sphären, von denen Marvel nur träumt. Ich kann mir zu keinem Marvelschurken einen Film vorstellen, der den Goldenen Löwen von Venedig abräumt. Dafür sind die Figuren dort noch viel zu sehr in ihren kindlich-schlichten Ursprüngen verhaftet - was andererseits aber sicher auch den Zuschauererfolg vor allem in den USA erklärt.

Man kann dem Film sicherlich vorwerfen, dass er sich relativ eindeutig an Klassikern wie Taxi Diver oder King of Comedy orientiert - nicht zuletzt durch De Niro selbst. Genau das machen ja jetzt auch viele Feuilletonisten, nachdem Regisseur Phillips eine überempfindliche Atmosphäre in der Comedyszene kritisiert hat. Andererseits waren die Filme dieser Ära eben wirklich herausragend, und ich glaube, viele Zuschauer wünscht sich langsam diese Art Film zurück. In diesem Sinne könnte man sich darüber streiten, ob der Hype um den Film ein Indiz dafür ist, dass der "Superheldenfilm" erwachsen geworden ist und ernstgenommen wird, aber ob sich das Publikum wieder nach anspruchsvollen Eventfilmen sehnt, die sozialkritische Themen aufgreifen. Der Film schafft den Spagat zwischen diesen beiden Erwartungen außerordentlich gut.

Joaqin Phoenix ist phantastisch. Wie immer, möchte man fast sagen. In Bezug auf die Gewalt hatte ich schlimmeres erwartet, vor allem durch Meldungen von Zuschauern, die während der Vorstellung raus mussten. Der Film hat schon explizite Szenen, aber ich würde behaupten, der aktuelle Rambo ist da wesentlich härter. Die Atmosphäre und das kontroverse Kultpotential des Films erinnert ein bisschen an Fight Club, der vor genau 20 Jahren ähnliche Diskussionen auslöste. Insgesamt funktioniert der Film auch erstaunlich gut für ein Publikum, dass mit Superheldencomics nichts anfangen kann, und überhaupt kein Vorwissen mitbringt. (Hier hab ich auch mal einen Artikel zum Thema geschrieben)

Mister Bond

Felix Leiter

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942

Montag, 14. Oktober 2019, 23:48

Das Problem liegt sicherlich daran, dass DC oder das DCEU bei den Nolan Filmen noch gar nicht das große Sagen hatte. Da war WB das große Studio und Nolan konnte, Gott sei dank, seine Vision durchführen.
"Man of Steel" ist ja der erste richtige Film unter DCs Fittiche und seitdem ist es ein hin und her. Übel kann man denen schon nehmen, dass die gar nicht wissen, was sie mit den bei den größten Superhelden überhaupt, Batman und Superman, anfangen sollen. So hat Affleck ausgedient, man dreht mit Robert Pattinson nächstes Jahr eine neue Batman Reihe.
Henry Cavill? Der arme Bursche soll seinen Cape freiwillig abgeben und die Bond-Rolle annehmen :) Unglaublich, dass man Wonder Woman 2 abdrehte, Aquaman 2 plant, Shazam, aber nicht weiß was man weiter mit Suppes machen soll. Justice League, begonnen, Post Credit Scene gespoilert (Lex Luthor und Deathstroke!!!) und wird nix draus.
"Joker" ist ja nun auch so ein Projekt, was man abseits des DCEU Kosmos schuf und ich hoffe Matt Reeves wird mit Pattinson und seinen neuen Batman Filmen auch für sich stehen.
Diese ganzen Verbindungen/Crossover etc., wie bei MCU nerven nur noch.


Ps.:
Zur Härte, Joker (FSK 16) mit Rambo: Last Blood (FSK 18 ) vergleichen? Also wirklich :D

Martin

Felix Leiter

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943

Dienstag, 15. Oktober 2019, 22:42

Diese ganzen Verbindungen/Crossover etc., wie bei MCU nerven nur noch.


Sehe ich auch so, wobei das Problem sicherlich auch schon zu den Comic-Vorlagen zurückreicht. Ich finde es grundsätzlich keine gute Idee, Batman mit echten Superhelden zusammen auftreten zu lassen. Es heißt dann immer "Hey, er hat zwar nix an Superkräften, aber er ist ein guter Ermittler und so." Für mich nimmt das aber immer einen erheblichen Teil der Faszination von Batman weg. Seine Gegner können gerne Science-Fiction-Elemente haben, wie Mr. Freeze, Man-Bat etc., aber er sollte wie Bond der einzige Held in seiner Welt sein. Wobei solche Sachen in den Comics auch noch besser funktionieren, weil da teilweise auch verschiedene Universen gleichzeitig laufen und man mehr experimentieren kann. Für die Kinofilme würde ich das lassen.

Ps.:
Zur Härte, Joker (FSK 16) mit Rambo: Last Blood (FSK 18 ) vergleichen? Also wirklich


Okay, das stimmt schon. :D

Mister Bond

Felix Leiter

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944

Samstag, 26. Oktober 2019, 16:17

Ich hatte die letzten 2 1/2 Wochen mal Bock auf einige Klassiker und paar weniger Klassiker.

Alien & Aliens 10/10

Muss man was zu diesen absolut spannenden Kultklassikern sagen? Drehbuch, Darsteller, Effekte, audiovisuell atemberaubend. Außerdem starke, passende Scores von Jerry Goldsmith (Alien) und James Horner (Aliens).
Wollte eigentlich auch Teil 4 und 4 gucken, aber irgendwie habe ich auf alle anderen Alien Filme nicht wirklich Bock...ich muss aber auch gestehen, dass der vielverschmähte Alien: Covenant mich mehr abholte als die Teile 3 und 4.


Zwei glorreiche Halunken mit englischen Ton 10/10
Ich war einfach mal gespannt diesen Film auf englisch zu genießen. Also mit den Originalstimmen der drei Hauptdarsteller. Vor allem Lee van Cleef hat eine kräftige, überzeugende Stimme.
Die meisten coolen Sprüche wurden auch von der deutschen Synchro 1:1 übernommen. Lediglich das mit dem Blitz und kacken oder "nimm einen kräftigen Zug, dann kannst du besser kacken." wird da so nicht gesagt :D


Mission: Impossible Reihe ab Teil 4, da ich Teil 1 und 3 häufiger sah und kein Fan vom zweiten Film bin:

Phantom Protokoll 8/10

Absolut gelungen, aber dennoch bin ich nicht der Meinung vieler, dass dieser Beitrag der beste der Reihe ist. Warum? Schreibe ich gleich.
Bei aller Spielereien und Lust der Darsteller, es fehlt dann doch ein wenig der großkalibrige Bösewicht, die Finesse im Storytelling und Suspense.
Großartig: der Einbruch im Kreml und die komplette Burj Khalifa Sequenz mit Übergabe der Diamanten/Daten und Verfolgung durch die Sandwüste. Das Finale finde ich aber schwächerals in De Palmas ersten Film und beiden direkten Nachfolgern von Phantom Protokoll


Rogue Nation 9/10
Dieser Teil macht schon fast alles richtig. Ich finde den ungemein spannender als Phantom Protokoll und hat mit der Wiener Oper Sequenz einfach ein stilistisches Highlight der Reihe. Das erinnert mich an die guten Bondfilme und Hitchcock zugleich. Atemberaubend Rebecca Ferguson im goldenen Kleid.
Die komplette Marokko Szenerie mit Unterwassertank und der Verfolgungsjagd ist meisterhaft in Szene gesetzt und geizt nicht mit Spannung und Humor. Auch das Finale ist kleverer umgesetzt als das Finale von Phantom Protokoll und Spectre, welchen ich nennen muss, weil dies ja auch in London spielt und es darum geht den Oberbösewicht dingfest zu machen und der Oberbösewicht noch vorher denkt er hält die Zügel fest.

Fallout 10/10
Hat für mich De Palmas ersten Film getoppt. Sah den jetzt zum dritten Mal und mir klappte wieder die Kinnlade auf. Was mich nervt, wenn manche NUR die Action Highlights nennen. Der Film dazert 147 Minuten und bietet mehr als wahnwitzige Stunts. Alle Charaktere agieren auf höchstem Niveau. Cavill ist eine super Ergänzung zu Cruise, Rebecca Fergusons Ilsa Faust ist definitiv neben Ellen Ripley, Sarah Connor und The Bride (Kill Bill) mein weiblicher Lieblingscharakter in Actionfilmen. Vanessa Kirby (White Widow) würde ich gerne als Bondgirl sehen oder Catwoman (diese wird nun aber von Zoe Kravitz verkörpert).
Das Finale...einfach geil. Es kommt echt zu Gute, dass der verrückte Tom alles macht. Die Kamera ist einfach nah dran und zeigt allen Möchtgern Action Fatzkes wie man Axction macht. Nah dran, keine hektischen Schnitte, Übersichtlich...einfach wow.
Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass Fallout für mich auf eine Stufe mit meinen beiden Bondlieblingen "The Spy" und "Goldfinger" steht.


Terminator 10/10
Muss man nix zu sagen. Auch wenn zum Schluss die Stop-Motion-Effekte erkennbar sind, sieht das alles sexier aus als das, was man uns heutzutage auftischen möchte. Gerade diese Stop-Motion-Technik zum Finale gibt dem ganzen nochmal eine unheimliche Präsenz. Und ich möchte Michael Biehn erwähnen, der absolut grandios ist. Schade, dass ihm nach The Terminator und Aliens der ganz große Durchbruch verwehrt wurde. Charismatischer Typ.


Terminator 2 - Tag der Abrechnung 10/10
Braucht man auch nix zu sagen :) Robert Patrick ist ein würdiger Nachfolger als böser Terminator. Arnie, Linda und Edward Furlong...ach ja, da bekommt man Wehmut.


Terminator 3 - Rebellion der Maschinen 7/10

Auch ein Film, den ich verteidigen möchte. Bei langen nicht so innovativ und spannend wie die Vorgänger, aber auch wenn es das Ende von T2 ad absurdum führt, finde ich das Finale von T3 konsequent und düster. Die Actionszenen sind auch noch physisch und machen Laune, vor allem die Verfolgungsjagd inklusive Sattelschlepper.
Was mich aber stört, warum hat man nach Teil 2 den Anfang der Filme nicht mehr nach folgendem Muster durchgeführt:
1) Prolog
2) Main Title mit fantastischen Terminator Theme
Alleine das macht bei Teil 1 und 2 schon gewaltig Bock auf den weiteren Verlauf des Films.
In Teil 3 hören wir dann den Prolog von John Connor, einen Blick in die Zukunft, bis dahin gut aufgebaut...und dann hätte der Main Title kommen müssen. Aber nein, verpasste Chance.

Terminator - Die Erlösung 4/10
Hier ist es wieder: sofort Main Title mit Musik, leider nicht so gut instrumentalisiert wie in den ersten beiden Filmen. Ein toller Prolog fehlt.
Ansonsten hat man sich wohl gedacht, ey, 2007 waren die Transformers ein Riesenerfolg. Lass Skynet mal schnell auch paar Riesen Roboter bauen :bamm:
Die Idee mit der Zukunft und einen Erwachsenen John Connor war gut. Mit Christian Bale holte man einen Topstar und nach Teil 3 war dies auch logisch, aber die Umsetzung...bitte nochmal die Schulbank drücken. Sam Worthingtons Charakter? Wozu? Ach ja, damit er zum Schluss John Connor sein Herz spenden darf. Zudem hat dieser Marcus zu viel Screen Time und man kann sich gar nicht auf John Connor fokussieren.
Die Terminator Einheiten machen auch keine Angst mehr. Ballern sinnlos durch die Gegend und als sie Kyle Reese, Nr. 1 auf deren Todesliste, gefangen nehmen und später auch als Reese identifizieren...ja was machen die eigentlich mit dem? Der T-800 aus Teil 1 und Robert Patricks T-1000 hätten kurzen Prozess mit ihm gemacht.
Der Film bietet keine dummen Witze, aber verpasste Chancen.


Terminator Genisys 5/10

Auch hier, Prolog dieses mal von Kyle Reese, aber wo bleibt der hämmernde Terminatorsound? Langweilig. Die lernen es nicht mehr.
Allerdings macht der Anfang noch Laune und alles im Jahr 1984 spielend. Eine nette Hommage an früher. Aber auch hier frage ich mich, die bösen Terminator killen zwar, aber wenn es darum geht die Hauptprotagonisten zu töten, spielen sie oder zögern...pfff.
Vor allem Kyle Reese, der hatte in Camerons ersten Film im direkten Duell gegen den T-800 einfach keine Chance, wie auch? Nur Dynamit half und er opferte sich selbst. Hier in Genisys besiegt Kyle Reese genau diesen selben T-800 ohne sich opfern zu müssen. Ganz toll.
Und was soll der durch die Luft fliegende gute "alte" T-800? Nach Transformers versucht man sich noch dem MCU und DCEU anzubiedern. Superman lässt grüßen.
Und geht es dann ins Jahr 2017, kann der Film nicht mehr auf eigenen Beinen stehen. Auch hier ist der böse Terminator (schön damals im Trailer gespoilert) eher das Gegenteil von bedrohlich. Der labert T-800, Sarah und Kyle Reese lieber tot.
Arnie finde ich aber super,auch wenn man drehbuchtechnisch paar Kalauer hätte rausnehmen dürfen. Und im Abspann kommt zumindest eine ordentliche Version des Terminator Themes.

Thomsen

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945

Montag, 11. November 2019, 23:34

Der Killer & sein Bodygard

Hallo miteinander,
sehe gerade den o.g. Film im ZDF-Montagskino. Ganz nett das ganze, mir scheint der ist eine Ultrahommage an zahlreiche 007-Streifen. Ich weiß nicht, wie viele es sind, aber mir sind eben in 20 min. alle paar Sekunden Parallelen zu vielen Striefen von James Bond eingefallen und dabei bin ich nicht so ein wirklicher Experte. Soetwas können hier sicher andere besser erörtern. Aber bei beinahe jeder Szene ist mir ein entsprechendes Pedant zu 007 eingefallen.

Beachtlich gut, oder einfach nur unteruirdisch? Mir hat es jedenfalls gefallen.
Thomsen

Martin

Felix Leiter

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946

Heute, 00:01

Die Zeitfalle (Timestalkers, 1987)
Einer der zahlreichen Zeitreisefilme, die in den Achtzigern entstanden, nicht nur im Fahrwasser von Zurück in die Zukunft. Diesen hatte ich vor langer Zeit im TV gesehen und gut in Erinnerung behalten. Die eine Szene, an die ich mich genau erinnern konnte, ist tatsächlich auch die cleverste Idee des Films: Der Bösewicht gelangt in ein gesichertes Militärgelände, indem er einfach in die Vergangenheit reist, als dort noch nichts gebaut war, und wieder zurück. Dargestellt wird der Schurke von Klaus Kinski, was den Film ebenfalls sehenswert und unterhaltsam macht. Er darf auch so richig fies sein und auch mal komplett ausrasten. Ich kann mir vorstellen, dass die Reaktion der anderen Darsteller gar nicht so sehr gespielt war. :D Da ich marathon-technisch gerade bei TLD bin und der Film von 87 ist, kam ich auf die Idee, wie wohl Kinski als Waffenhändler in dem Film gewesen wäre.

Manches ist etwas vorhersehbar, aber insgesamt ein unterhaltsames SF-Abenteuer mit einem sympathischen William Devane in der Hauptrolle (der hier als Charakter tatsächlich Scott Macenzie heißt) und einigen sehr schönen Ideen und netten 80er-Effekten. Auch die DVD-Fassung von Pidax ist von der Bild. und Tonqualität her sehr gut gelungen.