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Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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Mittwoch, 5. Juni 2013, 09:30

DER SCHÖPFER: Ian Fleming

In diesen Thread bitte alles rund um den Schöpfer der Figur Bond: Ian Fleming.

[img]http://www.cinemaretro.com/uploads/IANFLEMING.jpg[/img]

Hier der alte Thread im archivierten razyboard.

Und hier die Beiträge von dort:

Zitat von »Kronsteen«

In diesem Thread soll das Thema Fleming behandelt werden.

Wie wichtig ist es Euch, dass der Fleming'sche Bond in den Filmen auftaucht? Darf sich die Filmfigur Bond von der Romanfigur seines Schöpfers entfernen und wenn ja, wie weit?
Sollte man die Bücher nach bisher noch nicht in Filmen verwendeten Szenen durchforsten oder sollte man unabhägig von den Vorlagen Flemings in die Zukunft gehen?
Wie wichtig sind Euch die Bücher überhaupt?


Zitat von »Webster«

Auf jeden Fall sollten die Drehbuchautoren die Bücher nach bisher noch nicht verwendeten Handlungssträngen durchforsten. CR '06 hat gezeigt, daß sich das wirklich lohnt.


Zitat von »TheCynic«

Na ja, würde man TSWLM werkgetreu verfilmen, hätten wir eine weitere Pilcher - Episode.
Mein Lieblingsroman ist ja LALD. Leider auch nicht so verfilmt, wie ich es gerne gehabt hätte. Einiges wurde dann in FYEO übernommen. So richtig vom Hocker hauen mich Flemings Romane aber nicht. Dafür sind sie zu "antiquarisch". Ich meine, die Romane sind fast 60 Jahre alt, und haben heute wenig Bedeutung oder Einfluss auf das Zeitgeschehen.
Aber man hat ja gesehen, daß man mit CR noch etwas anfangen konnte. Natürlich an das heutige Weltbild angepasst. Aber CR ist das AUS von Flemings Romanen. Und wer will schon Remakes ala NSNA???

Kenne von Gardner nur einen Doppelband. "Nobody lives forever" und "Win, lose or die". Sind auch nicht das Gelbe vom Ei. Wird wohl ein paar ideenreiche Autoren brauchen, vielleicht sogar wir Fans, um Bond weiterleben zu lassen.


Zitat von »Scarpine«

Zitat von »webster«


Auf jeden Fall sollten die Drehbuchautoren die Bücher nach bisher noch nicht verwendeten Handlungssträngen durchforsten. CR '06 hat gezeigt, daß sich das wirklich lohnt.


Dem stimme ich absolut zu. Besonders nachdem ich nun "Diamonds Are Forever", "Moonraker" und "Casino Royale" hintereinander gelesen habe. Flemings Geschichten haben immer noch einen unverwechselbaren Reiz, obwohl sie natürlich nicht mehr aktuell sind. Trotzdem gibt es noch viele Charaktere, Situationen, Ideen und Stimmungen, die noch nicht für die Leinwand verwendet wurden und jeden Bondfilm gewiss aufwerten würden.

Von daher hoffe ich, dass EON sich weiterhin aus dem Fleming-Fundus bedient. Nach 50 Jahren kann man fast nicht glauben, dass Hauptfiguren wie Gala Brand oder die Spang-Brüder es immer noch nicht auf die große Leinwand geschafft haben. Macht etwas daraus, Purvis & Wade!


Zitat von »Spirit54«

Da stimme ich auch mal zu. Gala Brand hätte es in DAD ja fast zu Filmehren gebracht, aber letztlich wäre sie für den Film auch zu schade gewesen. Die Klassiker der verbliebenen Fleming-Elemente sind ja der Todesgarten aus YOLT und die Riesenkrake aus DN. Beides könnte man meiner Meinung nach gut in einer Story um Genmanipulation und die Pharmaindustrie unterbringen. Bei der Krake würde alles davon abhängen, wie es tricktechnisch umgesetzt ist. Kraken bewegen sich in der Realität sehr schnell und effektiv, im Gegensatz zu den rumschwabbelnden Tentakeln aus diversen Monsterfilmen. Wenn man das glaubwürdig umsetzen könnte, wär das eine der gruseligsten Bondszenen ever.


Zitat von »felixleitner«

Zitat von »Spirit54«


Wenn man das glaubwürdig umsetzen könnte, wär das eine der gruseligsten Bondszenen ever.




Leider sind Riesenkraken durch die ganzen B-Movies zu absoluten Klischee-Monstern verkommen, so dass ich mir das (in einem Craig-Bond zumindest) überhaupt nicht vorstellen kann. Den Garten schon eher, wobei mich beim Buch immer enttäuscht hat, dass Blofeld dort nicht sein Ende findet.


Zitat von »Scarpine«

@ felixleitner & Spirit54

Ihr habt schon einige wirkliche spannende Elemente genannt. Und doch möchte ich noch etwas Entscheidendes hinzufügen:

"Casino Royale" hat für mich das geschafft, was ich der Reihe schon lange nicht mehr zugetraut hatte. Gerade deswegen kann ich die Ansicht Craig entferne sich von der Bondfigur überhaupt nicht nachvollziehen. Das Gegenteil ist der Fall!

Endlich gab es mal wieder echte mörderische Situationen (Treppenhauskampf, Bonds Vergiftung), die an Fleming erinnerten und den Eindruck erweckten, dass Bond sterblich ist. Endlich gab es mal wieder exotische Drehorte, die nicht nur Dekorationsobjekte (oder schmlimmer noch: Studionachbauten) waren, sondern auch wirklich bildgewaltig eingefangen und in die Handlung einbezogen wurden. Und endlich waren wieder einmal so essenzielle Dinge wie Casinos, Glücksspiel und die exzessive Darstellung von Bonds Speise- und Getränkevorlieben Bestand eines Bondfilms. Gerade deswegen kann man den Vitalisierungsschub, den "Casino Royale" verursachte gar nicht hoch genug bewerten.

Gerade das Larger-than-life-Feeling, die exotischen Handlungsorte, das kostenspielige Glücksspiel und die luxuriöse Speisekarte, sind jene Elemente, die die Bond-Romane von anderen Agententhrillern abheben und unverwechselbar machen. Solche Stilelemente finden ich besonders faszinierend und abwechslungsreich, da Fleming ein wirkliches Faible für sie hatte. Da kann man doch gerne einmal auf zwei oder drei Action-Szenen verzichten und auch ein Überlänge in Kauf nehmen, wie bei Craigs grandiosem Erstling. Der Film erhält dadurch eine - in meinen Augen - ungeheuerliche Aufwertung.

Da gibt es noch so viele wunderbare Situationen aus den Romanen. Atmosphärische Dinnerszenen mit den Girls und gesellschaftliche/sportliche Zusammenstöße mit den Villains. Allein das Kartenduell mit Drax. Wunderbar. Wenn man die Fleming-Werke so liest, kommt man einfach nicht umhin, die Craig-Ära als einen Befreiungsschlag zu empfinden. Back to the roots. Mag es anderen nicht gefallen, mich begeistert es schlicht und ich hoffe auf weitere großartige Bondfilme in den nächsten Jahren.


Weitere Meinungen zu Ian Fleming?

Wo saht Ihr seine Vorlagen besonders gut umgesetzt, wo nicht?
Welche noch nicht verwendeten Figuren oder Elemente würdet Ihr Euch noch in einem neuen Bondfilm verarbeitet wünschen?
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Mittwoch, 5. Juni 2013, 09:31

Hier mal ein kleiner Versuch, meine Erinnerungen an die Bücher, die ich schon vor Jahren letztmals gelesen habe, mit den Filmen in Einklang zu bringen.

Meiner Meinung nach hat der Bezug zu Fleming von Film zu Film fast immer mehr abgenommen.
Wo ein DN oder ein FRWL nicht zuetzt aufgrund der Tatsache, dass Fleming noch gelebt hat, noch recht nah am Buch orientiert sind, haben sich ab GF, dem ersten "Over the top"-Bondfilm, die Handlungsstränge immer mehr von der literarischen Vorlage entfernt.
Während bei den ersten beiden Filmen der wichtigste Unterschied zum Buch wohl darin liegt, dass man den politischen Kontext Flemings entschärft hat, indem man die Verbrecher in eine private Organisation verortete, wurden ab GF zusehends neue Elemente eingebaut.
So hat man Goldfinger in GF nicht den Goldschatz aus Fort Knox stehlen lassen, sondern verstrahlen wollen. In diesem Zusammenhang verwundert mich immer wieder, dass man hier eine vermeintlich leichte Logiklücke (das Abtransportieren würde nach Bonds Recherchen zu lange dauern) umgeht, während man in anderen 60er-Bonds gravierendere Logiklücken übersah - aber das ist eine andere Geschichte).
Nach GF kam TB als für mich nicht nur stärkster Film, sondern auch stärkster Roman der Serie. Da nicht von Fleming alleine geschrieben, sondern in Kooperation mit dem TB-Produzenten Kevin McClory, ist der Film recht nah am Buch orientiert.
Ab YOLT beginnt für mich der endgültige Abschied von der literarischen Vorlage. YOLT hat für mich nicht mehr wirklich viele Elemente der Romanvorlage: Das Schloss wird zum Vulkan, der "Todes-Park" zum Weltraum-Szenario in einer komplett neuen Handlung.
Mit OHMSS kehrt man dann letztmalig nah an die Romanvorlage zurück, da es Peter Hunt ein Anliegen war, den Film dicht an der literarischen Vorlage Flemings mit den Schauplätzen in der Schweiz und des Themas der Heraldik anzusetzen.
Im neuen (Kino-)Jahrzehnt ist so gut wie nichts mehr von Flemings' Intentionen übrig. In DAF wird die Schmuggelgeschichte der Romanvorlage (um die Brüder Spang) zu einer Seitenhandlung. Die Killer Winter und Kitteridge werden zu einem schwulen Pärchen verklärt.
In LALD wird der Romanfigur Mr. Big noch der fiktive Charakter des Dr. Kananga hinzugefügt (dessen Name auf den Inhaber der Krokodilsfarm zurückzuführen ist).
In TMWTGG schmückt man die recht simple Romanvorlage des Duells hinsichtlich eines aktuellen Themas, der Energiekrise, aus.
TSWLM ist für mich das schwächste Buch Flemings (es wird gemunkelt, dass das Buch um eine recht simple Entführungsgeschichte seine Frau geschrieben habe). Dementsprechend nichts ist im Film davon übrig geblieben.
In MR wird das Bedrohungsszenario der Vernichtung Londons durch den Alt-Nazi Drax zu einer Zerstörung der Erde hochstilisiert. Die Romane waren nun - bis auf CR, der aus rechtlichen Gründen (noch) nicht verfilmt werden konnte - verarbeitet.
Von nun an waren die Haupthandlungen weitgehend unabhängig von den Fleming'schen Vorlagen. Hin und wieder hat es eine Figur (z.B. Milton Krest aus "Die Hildebrand Rarität" in LTK) oder eine Szene (z.B. die Fesselszene von Melina und Bond in FYEO, die im Original aus dem Roman LALD stammt, oder der Spruch "He disagreed something that ate him" ebenfalls in LTK)in einen Film geschafft
In der Glen-Ära hat man immerhin noch die Namen der Kurzgeschichten Flemings als Filmtitel beibehalten:
"For your eyes only" (inkl. der Geschichte der Havelocks), "Octopussy" (inkl. der Geschichte um Smythe, den Vater der im Roman nicht vorkommenden Tochter Octopussy und der Kurzgeschichte "A property of a lady", die ebenfalls von einer Auktion um Fabergé-Kunst handelt), "A view to a kill" und "The living daylights" (inkl. des Überlaufens eines Agenten).
Ab LTK verschwinden bis zum Beginn der Craig-Ära die Fleming'schen Rudimente komplett (Ausnahme ist für mich maximal der Name "GoldenEye", der auf Flemings Domizil auf Jamaica zurückzuführen ist).
Dadurch dass EON die Rechte an CR zurückerhalten hat, konnte 2006 dann endlich der erste Roman verfilmt werden - zum ersten mal nach 27 Jahre also wieder eine komplette Romanvorlage. Da seit Erscheinen des Buchs nun schon fast ein halbes Jahrhundert vergangen war, war es unabdingbar, einiges zu ändern. Zumindest sind die Figuren Le Chiffre und Vesper Lynd erhalten geblieben, auch wenn aus der Baccara-Runde ein Pokerspiel wurde und eine neue Organisation als Verbrechersyndikat hinzukam.
Bei QOS blieb blieb immerhin der Name der Kurzgeschichte Flemings erhalten, auch wenn mir in der deutschen Übersetzung "Ein Minimum an Trost" (angelehnt an die Romanübersetzung) besser gefallen hätte.
In SF ist mir momentan kein Bezug zu den Büchern aufgefallen.

Zusammenfassend möchte ich anmerken, dass ich Flemings Romane als Vorlage gut und interessant finde, aber dennoch froh bin, dass die Filme sich nicht zu nah daran orientieren.
Nur diese Öffnung hat Bond zeitgemäß gehalten und ihn zukunftsfähig gemacht.
Meiner Meinung nach ist der Wunsch, nah an der Romenvorlage Flemings zu operieren, heutzutage schon fast etwas zu sehr en vogue. Alles, was irgendwie bodenständig im Franchise ist, wird als "nah an Flemings Ursprung" deklariert. Das trifft meiner Meinung nach aber nur bedingt zu.
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Kronsteen

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Donnerstag, 6. Juni 2013, 22:56

Kann mir eigentlich jemand sagen, ob die Nummer "007" eine freie Erfindung Flemings ist oder ob diese Nummer in Flemings Leben irgendeine Rolle gespielt hat? Ich hab mal vor langer Zeit irgendwo gelesen, dass dies scheinbar eine Buslinie gewesen sei, mit der Fleming gefahren sei. Ich hab das aber nie wieder gefunden. Und zudem kann ich mir Fleming kaum als Busfahrgast vorstellen. Weiß da jemand was? ?(
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Django

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Freitag, 7. Juni 2013, 08:38

Ich habe mal (ich weiss echt nicht mehr wo) gelesen, dass die Nummerierung besonders wichtiger/geheimer Akten während Flemings Zeit beim Nachrichtendienst stets mit der "00" anfing. Dieses "00" hat fleming dann übernommen.

Zu Flemings Werk: Er hat mit Bond einen grossartigen Charakter geschaffen und das muss ihm hoch angerechnet werden. Sein literarisches Werk ist aber m.E. stark durchzogen und driftet handlungsmässig oft auch ziemlich in den Trash ab. Trotzdem hatten seine Werke insgesamt "das gewisse Extra", das sie von anderen Werken desselben Genres abhob.

Kronsteen

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Sonntag, 24. August 2014, 16:35

James Bonds Schöpfer war ein sadistischer Rassist
welt.de

Zitat

Er mochte heftige Liebesspiele, er hatte immer eine Pistole dabei – und einige unangenehme Charakterzüge, die er seiner Romanfigur verlieh: Ein neues Buch enthüllt pikante Details über Ian Fleming.


Kennt jemand von Euch das Buch "Goldeneye: Where Bond Was Born" von Matthew Parker und kann was dazu erzählen?
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Montag, 25. August 2014, 10:04

Die Frage kann ich dir leider nicht beantworten. Womöglich findet sich da doch noch jemand, der des Rätsels Lösung aufdecken kann. ;)

Aber ich möchte von dem Thread Gebrauch machen, um kurz und knapp ein paar wenige auf Fleming bezogene Eindrücke meinerseits zur Sprache zu bringen.
First of all: Er ist neben John Grisham, Tom Clancy, Richard David Precht und David Michaels "mein" bevorzugter Autor. Seine in den Details aufblühenden Beschreibungen sind einfach göttlich und es findet sich nahezu nirgends auch nur ein einziges überflüssiges Wort. Casino Royale stellte einen grandiosen Beginn dar. Wen wundert es da, dass J.F.K. zu Lebzeiten einen Fleming-Roman zu seinen literarischen Favoriten zählte, was wiederum einen gewissen Hype verursachte.

Ein weiterer Punkt ist der, dass ich inzwischen einige Romane Flemings auch bzw. nur auf Englisch genießen durfte und versucht habe, einen Bezug zur Filmreihe zu finden, oder wenn nicht vorhanden, herzustellen. Dabei bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die meisten Menschen nicht grundlos ähnlicher Ansicht sind.
Denn mit gehörigem Abstand am ehesten der Romanvorlage entsprechend erscheinen wohl Doctor No, Liebesgrüsse aus Moskau und OHMSS. Bei FRWL war zwar im Film kein offenes Ende vorhanden, aber allgemeine Parallelen lassen sich nicht leugnen. Und bei OHMSS sagte auch Peter persönlich, dass er einen "Gadget-Film" nicht begrüßt hätte, da Fleming für den Film bereits ausreichend Vorlage bereithielt, nämlich eine interessante Geschichte der diversen Charaktere, was wichtiger sei als -sinngemäß- Elemente aus dem All. Doctor No, Liebesgrüße und OHMSS folgen also durchaus dem ursprünglichen Thriller, was der Qualität sehr gut zu Gesicht stand. Interessant finde ich, dass Ian die Dreharbeiten von Goldfinger noch erlebte und somit schätzungsweise auch Einfluss auf den Film hatte. Interessant deswegen, weil ich denke, dass dieser Film schon recht fantasievoll gestaltet war und Fleming eher für nüchternere filmische Elemente stand, oder?...
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Django

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Montag, 25. August 2014, 10:47

Zitat

dass Ian die Dreharbeiten von Goldfinger noch erlebte und somit schätzungsweise auch Einfluss auf den Film hatte

Das wage ich zu bezweifeln (also, dass Fleming die Möglichkeit der Einflussnahme gewährt wurde)

Zitat

Er ist neben John Grisham, Tom Clancy, Richard David Precht und David Michaels "mein" bevorzugter Autor.

Du bist noch jung :D . Das meine ich jetzt wirklich nicht böse. In Deinem Alter dachte ich nämlich ziemlich ähnlich wie Du jetzt. Doch mittlerweile weiss ich, dass die Welt der Unterhaltungsliteratur wesentlich grösser ist :) . Zieh' Dir - um mal im Spionagebereich zu bleiben - z.B. mal was von Le Carré rein (zum Anfangen vielleicht "Der Spion der aus der Kälte kam").

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Montag, 25. August 2014, 11:07

Django, das stimmt natürlich, dass ich die literarische Welt noch lange nicht vollständig erforscht habe. 8)
"Dieser Faktor ist einkalkuliert." :thumbsup:
Gemessen an den -zugegebenermaßen nicht weltbewegend vielen- Büchern, welche ich bisher gelesen habe, sind das nunmal die fünf bevorzugten Schriftsteller.
Aber ich danke dir für den Spionage-Tipp. Und was Fleming angeht, so wird er sicherlich nicht die Regiearbeit übernommen haben, aber ein kleines Maß an Einfluss hätte ich mir da schon vorstellen können. Auf jeden Fall besuchte er das Set von GF und traf die Darsteller. Ich denke ehrlich gesagt, dass ihm dieser Film, dessen Premiere er nicht mehr erleben durfte, weniger gefallen hätte als Doctor No und Liebesgrüsse (auch wenn das ebenso ein Irrtum meinerseits sein kann)...

Dieser Hauch einer Fantastik, der in Goldfinger recht aufdringlich in die Richtung des Zuschauers weht, war in den Vorgängern noch nicht vorhanden.
Doctor No war trotz Jamaica ein eher harter Knochen, der bei einer gewissen Honey-Szene sogar wegen Brutalität gekürzt zu werden vermochte und FRWL war ein atmosphärisch dichter Thriller, das ist er sicherlich immer noch, obwohl sich die Tage des kalten Kriegs schon vor Jahrzehnten dem Ende neigten. Diese düsteren Elemente, gepaart mit dennoch atemberaubenden Schauplätzen, machten die Filme für Fleming dem Prädikat "gut" würdig. Doctor No habe ich früher unterschätzt.
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Django

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Montag, 25. August 2014, 11:36

Lass Dir Zeit - das mit der Erweiterung des literarischen (oder was auch immer) Horizonts kommt irgendwann ganz von alleine. Wenn ich so Deine guten Beiträge hier im Forum lese, dann finde ich, dass Du eh' schon auf bestem Wege dazu bist :).

Was die Mitwirkung von Fleming an den Filmen betrifft: Soweit ich weiss, durfte er bei der Auswahl Connerys als James Bond seinen Senf dazu geben - mehr nicht. Wenn der Autor der Romanvorlage sich bei der Verfilmung einmischt, kommt das zudem selten gut (anders schaut es aus, wenn der Autor direkt mit am Drehbuch schreibt, wie z.B. Mario Puzo bei "Der Pate" und "Der Pate II").

Und was GF betrifft: Da hat sich Fleming ja bereits einige ziemlich "alberne" Sachen geleistet. Der Film führt dies nur konsequent fort. Von daher denke ich, dass die Verfilmung Fleming durchaus hätte gefallen können. Aber wer weiss das schon...?

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Montag, 25. August 2014, 13:03

Danke für den als Lob zu verstehenden zweiten Satz. ;)

Und das Beispiel mit den ersten beiden Paten ist ein sehr gutes. Der Pate II ist in meinen Augen nach Scarface einer der mit Abstand erinnerungswürdigsten Gangsterfilme aller Zeiten.
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Dienstag, 2. September 2014, 11:56

An dieser Stelle entschuldige ich mich schonmal dafür, falls das was nun folgt eigentlich nichts in diesem Thread verloren hat. Nur dachte ich, nicht erneut aufgrund eines einzigen Anliegens einen Thread eröffnen zu müssen, auch der Übersichtlichkeit halber. Was nun folgt, befindet sich hier im Thread, da Fleming diese Zeit auch miterleben musste und in seinen Büchern sicherlich auch Kriegserfahrungen verarbeitete, daher ist es zumindest nicht gänzlich der falsche Ort für Trauertöne!

Hiermit möchte ich einen nachdenklichen Moment der Ruhe und Überlegung anregen. Gestern war es 75 Jahre her, dass durch den Angriff auf Polen das Auslösen des zweiten Weltkriegs entstand und ich möchte an der Stelle einfach eine kleine Gedankenwidmung an Opfer und Überlebende (Zeitzeugen) verfasst haben.
Ob nun Autobahnen gebaut wurden oder auch nicht..., bezüglich eines Kriegs mit 55 Millionen Verstorbenen, sollte man selbst am Stammtisch keine guten Worte finden, eine Tragödie ist es vielmehr.

Das weltweit ausgelöste Chaos versetzte nicht wenige Nationen in Angst und Schrecken und die Vorstellung, dass dieser Missstand noch vor unter 70 Jahren herrschte, ist erschreckend, gleichwohl es leider auch heute noch dauer-existente Konflikte gibt. In diesem Sinne sei den Überlebenden auch alles Gute in der Verarbeitung gewünscht, denn ich bin mir sicher, dass diese wohl oder übel auch heute noch gelegentlich zurückdenken und diesen Lebensabschnitt logischerweise als ein Trauma empfinden.
Danke.
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Sonntag, 9. November 2014, 17:39

Soeben erstand ich in der Bucht die 1989er Werke "GoldenEye - Der Mann, der Bond war" und "Spymakers", welche im entferntesten Sinne die direkten Vorgänger zur gegenwärtigen Fleming-Miniserie wurden. Diese beiden Filme (und insbesondere Ersterer) sind auf dem Amazon-Markt und auch anderswo sehr rar gesät und es würde mich sehr freuen, falls jemand etwas zu dem Thema beitragen kann. Jedenfalls musste ich feststellen, dass es diese 25 Jahre jungen in Vergessenheit geratenen guten Stücke anscheinend ausschließlich auf VHS gibt...
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Mittwoch, 13. November 2019, 10:12

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Intime Fleming-Briefe werden versteigert

Schriftsteller Ian Fleming führte mit seiner Ehefrau ein freizügiges Leben. In Briefen des James-Bond-Erfinders und seiner Gattin ist von außerehelichen Abenteuern und sexuellen Praktiken die Rede. Nun soll die Korrespondenz der beiden unter den Hammer kommen.


Im Dezember werden gut 160 Briefe des James-Bond-Erfinders Ian Fleming und seiner Frau Ann versteigert, in denen es auch um sexuelle Eskapaden der beiden geht. Bei der Ankündigung der Internet-Auktion in der Zeit vom 3. bis 10. Dezember teilte das Auktionshaus Sotheby's mit, dass die Briefe einen Schätzwert von 233.000 bis 350.000 Euro haben.
Ian Fleming lernte Ann schon 1934 kennen, sie heirateten aber erst 1952. Aus den Briefen lässt sich die Intensität der Beziehung einschließlich Liebesbeziehungen zu Dritten und sadomasochistischer Praktiken ablesen. Als Ian Fleming Ann kennenlernte, war sie noch mit dem Baron Shane O'Neill verheiratet. Ian und Ann begannen eine Liebesbeziehung und hatten zugleich weitere Beziehungen.
In den Briefen sind Episoden geschildert, in denen Ian Fleming als Bänker in London, als Spion und als Journalist arbeitete. 1948 brachte Ann eine Tochter zur Welt, die aus der Verbindung mit Ian hervorging, obwohl sie damals in zweiter Ehe mit dem Pressemagnaten Esmond Harmsworth verheiratet war. Die Tochter starb nach wenigen Stunden.
Die Beziehung zwischen Ian und Ann intensivierte sich. Aus jener Zeit stammt ein Brief, in dem sich Ann wünschte, dass "eine Fee mit einem Zauberstab" komme, ihrem Ehemann eine "Traumfrau" beschere und sie, Ann, "mit einer Lederpeitsche" in Ians Bett lege, damit sie ihn "für 40 Jahre bändigen" könne.

James Bond als Produkt der Liebesbeziehung
Für den Manuskript-Spezialisten Gabriel Heaton von Sotheby's ist es "kein Zufall", dass der erste James-Bond-Roman "Casino Royale" im Jahr der Trauung mit Ann erschien. In diesem Buch habe Ian Fleming seine sexuellen Fantasien ausleben können und zugleich einen Versuch unternommen, für diese Frau, "die daran gewöhnt war, unvorstellbar reich zu sein", Geld heranzuschaffen.
"James Bond war in großen Anteilen ein Produkt der Beziehung zwischen Ian und Ann", sagte Heaton. Die Korrespondenz zwischen den beiden zeichne ein "lebhaftes Bild der High Society der Nachkriegszeit".
Als Ann später ein weiteres gemeinsames Kind, Caspar, zur Welt brachte, kaufte Ian Fleming sich eine goldene Schreibmaschine. Aus den Briefen geht hervor, mit welcher Schaffenskraft er neue Bond-Romane verfasste. Als er mit "Liebesgrüße aus Moskau" beschäftigt war, schrieb er, dass ihm die Arbeit leicht falle - "jeden Tag ein Kapitel".
In die Liebesbeziehung zu Ann schlichen sich zunehmend Bitterkeit ein. So klagte Ann in einem Brief darüber, dass Ian "gute alte Schultage" in Erinnerung gerufen habe. Seit diese vergangen seien, unterhalte er weiter intime Beziehung mit allen - "nur nicht mit mir".

Quelle: n-tv

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