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Spree

Bondforumswissenschaftlicher Forscher & Mitglied der QOS-Splittergruppe

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121

Dienstag, 19. November 2019, 01:02

Danke, olli, mir geht's haargenau so. Daniel Stil trägt m.E. nicht wirklich zu einem erquicklichen Diskurs bei. Geschwurbel würde man's wohl nennen, wenn man gehässig wäre ...
I never left!

Daniel Dalton

Felix Leiter

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122

Dienstag, 19. November 2019, 07:31

Nun, geschätzter Mister Bond, das mit dem Gegen-den-Strom-Schwimmen ist teilweise auch eher unfreiwillig, einige meiner Ansichten sprechen freilich dafür, zweifelsohne, aber dann gibt es ja auch wieder andere ("logischere") Meinungen meinerseits, z.B. eine sehr Positive zu you only live twice, Feuerball, Liebesgrüße aus Moskau, OHMSS, live and let die, FYEO, TLD, sowas.
Wenn jemandes Person den Text "nur" überflöge, dann reicht mir das auch, kann sich ja jeder einen bevorzugten Absatz aussuchen und gut ist, 100 Leute sind es (da stimme ich Stone zu) hier in der Tat mitnichten, die zugegen sind, aber selbst wenn wir bei diesem Ein-Prozent-Prinzip blieben, kommen hier immer noch 0,x angetane Dezimal-Mitlesende zustande ;) , Geschwurbel gibt es in den Filmen übrigens ebenfalls, nur eben weniger sprachlich, eher visuell. Würde man z.B. Ken Adams Bilder mit Sprache gleichsetzen, da kämen noch viel anstrengendere Sätze zustande als die Meinigen 8) , mir tut das ja auch von Herzen leid, aber ich gedenke den Stil nicht umzuformen, habe mir den so nett zurechtgelegt im Rausche der gedanklichen Natur, schon schlimm genug dass ich das im "echten" Leben tun muss (die Formulierungen fortzuräumen), aber an der Tastatur brauche ich mich so wie ich bin. Sobald ich (im Dezember folget OP) in einigen Monaten ALLE rezensieret habe, mache ich forentechnisch auch so halb einen partiellen Cut und werde eher als Mitleser fungieren, in den Einzeldebatten schreibe ich ja zumeist ohnedies nur kleine Kurznachrichten. Ich hatte mich ja eigentlich schon, wann war's, 2018 ausgeklinkt, aber dann kam diesjährig nitro mit all den Ausstrahlungen und mir schoss durchs Gedächt: Beschreibe sie mal alle. Ein paar Mal wird man den Stil also noch ertragen ;) , LG
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld." - Aus des Problembeseitigers Spiegelbilde sprach die Stimme sanften Verwesens!
Bond '89 - Robert Davi

Martin

Felix Leiter

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123

Dienstag, 19. November 2019, 21:50

Da muss ich mich leider anschließen. Grundsätzlich ist es sehr schön, dass du dich regelmäßig einbringst, Daniel, und ich hoffe, du machst das auch noch weiterhin. Aber es sollte doch eigentlich in deinem Interesse sein, dass deine ausführlichen Beiträgen auch gelesen und diskutiert werden. Ich verstehe diese "friss oder stirb"-Einstellung nicht so ganz.

Einer meiner Professoren (3. Semester, "Juristische Methodenlehre") sagte mal: "Überflüssiges ist falsch. Jedes Wort stellt die Mindestbehauptung auf, dass es nicht ebenso gut wegfallen könnte."

So kompromisslos muss man es nicht handhaben. Aber eine gewisse Lesbarkeit erleichtert den späteren Austausch von Argumenten.


Das ist perfekt ausgedrückt. Ehrlich gesagt glaube ich, dass das auch das wahre Erfolgsgeheimnis von Kunst ist. Echte Kunst ist nie "Geschwurbel", im Gegenteil. Das gilt auch im Bereich Prosa und sogar Lyrik. Da sogar eigentlich besonders. Wenn ich an Werke von Schiller, Kästner, Rilke, etc. denke, da ist kein Wort zuviel, keines fehl am Platz. Diese Selbstbeschränkung führt meines Erachtens auch zu wahrer Meisterschaft.

Geschwurbel gibt es in den Filmen übrigens ebenfalls, nur eben weniger sprachlich, eher visuell. Würde man z.B. Ken Adams Bilder mit Sprache gleichsetzen, da kämen noch viel anstrengendere Sätze zustande als die Meinigen


Da würde ich auch widersprechen. Wo sind Ken Adams Werke denn bitte Geschwurbel? Da ist keine Ecke zuviel, kein Inventarstück am falschen Platz. Teilweise sind die Kulissen bestechend simpel, wie der Tarantelraum in DN. Am ehesten als Geschwurbel bezeichnen würde ich die Musik in GE oder NSNA, aber die sind eben auch nicht so dolle.

Daniel Dalton

Felix Leiter

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124

Mittwoch, 20. November 2019, 11:36

Danke Dir, ihr bringt das ja auch durchaus fair, ich habe da im Netze meine Zeilen betreffend schon ganz andere Töne vernommen, trotzdem: dachte mir schon dass ich meine eigene Fraktion bleibe ;-), gibt eben nur wenige Masochisten unter den Lesenden, die willens sind, schwindelerregend absurde Texte zu inhalieren.

Richtig, "zu viel" ist es nicht bei Adam, in gewisser Weise genau richtig dosiert, aber mich dünkt, nicht weil die Dosis überschaubar wäre, sondern weil "zu viel" in manchen Situationen (so häufig ausgerechnet ich auch "weniger ist mehr" sage, aber ist schwer zu verallgemeinern) auch mal angebracht sein kann, Kunst arbeitet mit sehr unterschiedlichen Richtungen und kann doch auf dasselbe Ziel zusteuern, nehmet z.B. so Extrembeispiele wie Éric Rohmer und Andrzej Zulawski, beide kommen im Kerne auf amouröse Innenthemen wie die "Komplikationen der Liebe" (nicht immer, aber häufig), bedienen sich aber auf den ersten Blick diametral unterschiedlicher Herangehensweisen. Rohmer atmet die Natur der Stille, den vermeintlichen "Weniger"-Part, aber dafür mit umso "mehr" Dialog, Zulawski hingegen böte hier und da wiederkehrend exaltiert-hysterische Gefühlsorkane seiner Figuren, für jedweden "normalen" Geschmack auf den ersten Blick "zu viel", aber nach meinem Dafürhalten dann im Detail doch wieder genau richtig dosiert, weil manche Innenstürme derart grenzenlose Gedankenfluten freisetzen, dass so ein sich/einem selbst gesetztes Limit mit Pech auch mal Selbstbetrug sein könnte, ich sage nicht dass Bond ein emotionaler und visueller Exzess ist, Bond ist kein body double von DePalma, aber dadurch dass sich Bond in Übertreibungskosmen luxuriöser und unnötig teurer Umgebungen befindet, "on the edge" lebet und dieses zuweilen auch (wenn auch ausgleichendermaßen aus der Überlebenwollensnot heraus) ein Stück weit zelebriert, halte ich diesen unsubtilen und überladenen Schreibstil auf verquere Art tatsächlich für angemessen, auch auf die Gefahr hin, nicht gelesen zu werden, das ist eben die Nebenwirkung, heilste die eine Wunde so kreierst du eine andere, Schreibarbeit ist wie ein Medikament, nur stärker.
Zu den Leuten wie Schiller kann ich bedauerlicherweise nichts beitragen, die habe ich alle nicht gelesen, Lesen ist ja nicht gerade meine Welt, da ich die Literatur - zumal, von der Fantasie des Rezipienten einmal abgesehen, "nur" aus Worten bestehend und weniger audiovisuell und mit anderen Kunstformen arbeitend - für die bislang unvollendetste künstlerische Ausdrucksform halte. Ja ja, widersprüchlicherweise sagt das nun jener Typ, der privat Romane schreibet, schon seit Jahren, aber ich seh's nun einmal so und ich habe mir antrainiert sehr offen dazu zu stehen, weil es mich andernfalls nur unnötig zerrisse, ...mich tangiert in der Kunst eben eher das Rauschhafte und das verkörpern für mich eher diejenigen, die völlig kompromisslos ohne Punkt und Komma schreiben. Ultrakurze Sätze auf den Punkt finde ich ebenfalls gut, aber die sprachliche Mitte langweilt mich doch sehr, Ausnahmen mag es geben.
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Bond '89 - Robert Davi

MilesM

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125

Donnerstag, 21. November 2019, 10:57

Dann möchte ich mich mal in die allgemeine Stilkritik einklinken. Wobei ich weniger mit dem Stil, als mit der Formatierung so meine Probleme haben (wenngleich sie natürlich auch zum Stil gehören mag). Als Fließtext haben die Texte für mich durchaus ihren Reiz, die (bewusst gesetzten?) Zeilenumbrüche machen es mir aber tatsächlich sehr schwer, den teilweise durchaus interessanten Beobachtungen zu folgen...
You know what's great about you English? Octopussy. Man I must have seen that movie... twice.

Daniel Dalton

Felix Leiter

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Donnerstag, 21. November 2019, 15:05

Vielen lieben Dank, werter Miles,
die Formatierung finde ich ebenfalls nicht ideal, ich schreibe die Dinger in libre office, kopiere anschließend den Text bzw. markiere ihn, drücke Steuerung C und Steuerung V, ziehe ihn herüber. Warum auch immer ändert er mir das dann so, fast als sei es ein Gedicht und als würde man nicht die gesamte Zeile ausnutzen. Habe mich inzwischen damit angefreundet und von Technik nicht die geringste Ahnung, drüben im Rezensionsbereiche Amazoniens ist die Formatierung normal, wenngleich auch gerade da - zugegeben - mit zu wenig Absätzen. Aber jetzt wo du es sagst: Diese eigentlich aus den deinerseits genannten Gründen auch mir nicht sonderlich zusagende Formatierung der Texte..., tja, irgendwo passt diese schräge Formatierung ja doch wieder zum Stil :-)
Die anderen Forenbeiträge meinerseits entbehren solcher Formatierungsfehler, da diese direkt im Forum verfasst werden. LG
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Bond '89 - Robert Davi

MilesM

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Dienstag, 26. November 2019, 16:23

Deswegen war ich mir ja unsicher, ob es gewollt ist oder nicht ;)

Mit den Formatierungen ist das immer so eine Sache. Prinzipiell könntest Du ja per Hand in dem Fenster, in das Du den Text reinkopierst, die Zeilenumbrüche löschen. Ist eine herrlich meditative Beschäftigung :D
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Daniel Dalton

Felix Leiter

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128

Freitag, 29. November 2019, 13:06

Danke Dir,
habe und trage "irgendwie" die Befürchtung in mir, dass der nächste Text (TLD vor OP) doch wieder die "gewollt ungewollte" Formatierung haben wird,
aber immerhin: Man muss ihn nicht in einem Rutsche ertragen, gibt ja 1.1 und 1.2 ;) , oder wie gesagt: Man sucht sich einen Absatz aus. Zu TLD schon einmal so viel: Nach den traurigen 2 GF-Sternen sind es nun wieder 5, TLD wird immer Teil der Top 5 sein,
LG
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Bond '89 - Robert Davi