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ollistone

Consigliere

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161

Mittwoch, 22. Januar 2020, 11:27

Zum Thema "Tapirape": Bedenken wir zusätzlich, dass Bond erst durch die ungeplante Verfolgung durch andere Motorboote in die Bredouille geriet, die Wasserfälle hinunterzustürzen - für diesen nicht vorhergesehenen Fall hatte er aber den Drachen dabei? Und konnte dann auch noch praktischerweise Drax' Unterschlupf aus der Luft entdecken? Diese Art Nonsens mag manchen übel aufstoßen, mir - in guten Momenten - eigentlich nicht. Dann müsste man sich auch fragen, warum Bond in den Pretitles von TSWLM einen Fallschirm dabei hatte... geschenkt.
"Morgen spreche ich endlich mit Malone."

Mister Bond

Felix Leiter

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162

Mittwoch, 22. Januar 2020, 11:42

Das ist ja auch immer der Gag, zumindest gewesen, dass James Bond auf das Unvorbereitete vorbereitet ist :)

  • »Mr. Fogg« ist männlich

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163

Mittwoch, 22. Januar 2020, 13:04

Zum Thema "Tapirape": Bedenken wir zusätzlich, dass Bond erst durch die ungeplante Verfolgung durch andere Motorboote in die Bredouille geriet, die Wasserfälle hinunterzustürzen - für diesen nicht vorhergesehenen Fall hatte er aber den Drachen dabei? Und konnte dann auch noch praktischerweise Drax' Unterschlupf aus der Luft entdecken? Diese Art Nonsens mag manchen übel aufstoßen, mir - in guten Momenten - eigentlich nicht. Dann müsste man sich auch fragen, warum Bond in den Pretitles von TSWLM einen Fallschirm dabei hatte... geschenkt.

Na ja...Kampf-Flugzeuge sind auch immer mit Schleudersitzen ausgestattet. Schiffe haben Rettungs-Boote und Schwimmwesten dabei, ...
möglicherweise hätte Bond die Vernichtung des Bootes (und später Ärger mit Q) verhindern können, wenn er gemütlich hätte anlegen und den Tempel aufsuchen können, aber das war ihm nicht vergönnt.
Dass er nach der Verfolgungsjagd nicht zu Hause anruft, sondern weitermacht im Text, halte ich für logisch!
Wir sind ja nicht im "Dschungel-Camp" mit dem Motto: "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" ;)
God save the Queen!

Daniel Dalton

Felix Leiter

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164

Mittwoch, 22. Januar 2020, 14:52

Nun, Mister Fogg,
bei Skyfall, wie du weißt, kriegst du mich noch so gerade, hier wurden gewisse Grenzen berücksichtigt - und ja, Spectre hat den Peinlichkeitsbogen maßgeblich überspannt, ich bin nach wie vor geplättet dass ich im Kino keinem Lachanfalle erlag. Meine Befürchtungen bezüglich Bond 25 sind auch nicht ganz winzig...., aber wie Mr. Bond schon sagt: Hiesigen Orts schließen wir mal mit Craig :)

Eskapismus und Identifikation, zwei wichtige, bedeutsame Elemente - und für mich böte Moonraker beides, denn da der Wunsch nach gefühlsdurchtränktem Eskapismus ein fester Bestandteil meiner rohmerischen Persönlichkeit/en ist, gewänne ich einem des Kontrastreichagierens Träger seienden Filme wie MR selbst dann noch viel ab, wenn er mir in vielen anderen Hinsichten reichlich absurd und auch nicht vollends gelungen erscheint.
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld." - Aus des Problembeseitigers Spiegelbilde sprach die Stimme sanften Verwesens!
Bond '89 - Robert Davi

  • »Mr. Fogg« ist männlich

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165

Mittwoch, 22. Januar 2020, 16:36

Nun, Mister Fogg,
bei Skyfall, wie du weißt, kriegst du mich noch so gerade, hier wurden gewisse Grenzen berücksichtigt - und ja, Spectre hat den Peinlichkeitsbogen maßgeblich überspannt, ich bin nach wie vor geplättet dass ich im Kino keinem Lachanfalle erlag. Meine Befürchtungen bezüglich Bond 25 sind auch nicht ganz winzig...., aber wie Mr. Bond schon sagt: Hiesigen Orts schließen wir mal mit Craig :)

Eskapismus und Identifikation, zwei wichtige, bedeutsame Elemente - und für mich böte Moonraker beides, denn da der Wunsch nach gefühlsdurchtränktem Eskapismus ein fester Bestandteil meiner rohmerischen Persönlichkeit/en ist, gewänne ich einem des Kontrastreichagierens Träger seienden Filme wie MR selbst dann noch viel ab, wenn er mir in vielen anderen Hinsichten reichlich absurd und auch nicht vollends gelungen erscheint.

Wooooosh!!!!

Gerade hast Du mich abgehängt...ich musste den Text viermal lesen, bevor ich wusste, ob ich zustimme oder nicht. :D
"gefühlsdurchtränktem Eskapismus": Nenn mal ein Beispiel aus MR, damit ich den Anschluss kriege!

"einem des Kontrastreichagierens Träger seienden Filme wie MR": Wie ist das gemeint?
God save the Queen!

Daniel Dalton

Felix Leiter

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166

Mittwoch, 22. Januar 2020, 19:28

"...einem des Kontrastreichagierens Träger seienden Filme",
ist eigentlich ganz einfach gemeint: Der Film ist ein Träger diverser Kontraste, trägt und vereint sie fast alle (in sich), agiert vielseitiger als vielseitig, vermeintlich widersprüchlich, aber im Irrealen ergibt es wieder Sinn, die Gegensätze zogen sich selten stärker an, sie bieten von Peinlichkeit bis zum Beeindrucktsein fast alle erdenklichen Emotionen.
Zum gefühlsdurchtränkten Eskapismus: :)

Gefühlsdurchtränkt bezog sich jetzt eher auf mich selbst, da der Wunsch nach Eskapismus oft die Liebe betrifft, also dass sie sich nicht zu alltäglich anfühlen sollte, sondern ihr etwas Sphärisches innewohnt, ihren Dialogen, ihren Blicken, ihrem Lächeln, ihren Gedankengängen und Formen. Und das Sphärische ist in MR ja fast allgegenwärtig, der Film schwebt nur so vor sich hin.

Und sicher: "Liebe" beinhaltet er nur partiell, Bond immerhin verkehrt sich ja von einem Schlafgemach ins Andere hinein und misst seinen einzelnen Bekanntschaften in kaum einem anderen Filme so wenig individuelle Bedeutung bei wie hier (für eine Dame bedeutet das gar: sterbet wie im Horrorfilm, lass dich von einem Tenebrae-Dobermann zerfleischen, makabrerweise selbst das dann noch ironisch inszeniert durch langsamen "gemütlichen" Aufbau im musikalisch untermalten Märchenwalde), dennoch aber allem Playboyriösen zum Trotze ist es ein FILM DER GEFÜHLE, weil sich die Gefühle hier eben nicht nur auf Liebe im zwischenmenschlichen Sinne bezögen, sondern die ganze Visualisierung, speziell etwa dank Ken Adam in dieser Dschungelgrotte z.B., eine Liebeserklärung an die Gigantomanie der Natur darstellt. Liebe zur Übertreibung, Liebe zum Eskapismus, durchtränkt von dem völlig absurd überhöhten Bestreben, jedweden zuvorigen Bondfilm maßlos zu übertreffen. Kurzum: Die "kleinen" Bondfilme erzeugen einen Mikrokosmos, MR hingegen einen Kosmos in Gänze, oder wie Drax sagen würde: "50 Globen."
Diese massive Größe ist für den Film Segen und Fluch zugleich. Und dieses Gefühl vermag nur die Liebe: Dass alles um dich herum klein und unbedeutend erscheint und nur für den emotional ausgedehnten Moment gelebt wird - das ist MR ;-)
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Bond '89 - Robert Davi

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Daniel Dalton« (22. Januar 2020, 19:41)


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Mittwoch, 22. Januar 2020, 19:58

"...einem des Kontrastreichagierens Träger seienden Filme",
ist eigentlich ganz einfach gemeint: Der Film ist ein Träger diverser Kontraste, trägt und vereint sie fast alle (in sich), agiert vielseitiger als vielseitig, vermeintlich widersprüchlich, aber im Irrealen ergibt es wieder Sinn, die Gegensätze zogen sich selten stärker an, sie bieten von Peinlichkeit bis zum Beeindrucktsein fast alle erdenklichen Emotionen.
Zum gefühlsdurchtränkten Eskapismus: :)

Gefühlsdurchtränkt bezog sich jetzt eher auf mich selbst, da der Wunsch nach Eskapismus oft die Liebe betrifft, also dass sie sich nicht zu alltäglich anfühlen sollte, sondern ihr etwas Sphärisches innewohnt, ihren Dialogen, ihren Blicken, ihrem Lächeln, ihren Gedankengängen und Formen. Und das Sphärische ist in MR ja fast allgegenwärtig, der Film schwebt nur so vor sich hin.
Und sicher: "Liebe" beinhaltet er nur partiell, Bond immerhin verkehrt sich ja von einem Schlafgemach ins Andere hinein und misst seinen einzelnen Bekanntschaften in kaum einem anderen Filme so wenig individuelle Bedeutung bei wie hier (für eine Dame bedeutet das gar: sterbet wie im Horrorfilm, lass dich von einem Tenebrae-Dobermann zerfleischen, makabrerweise selbst das dann noch ironisch inszeniert durch langsamen "gemütlichen" Aufbau im musikalisch untermalten Märchenwalde), dennoch aber allem Playboyriösen zum Trotze ist es ein FILM DER GEFÜHLE, weil sich die Gefühle hier eben nicht nur auf Liebe im zwischenmenschlichen Sinne bezögen, sondern die ganze Visualisierung, speziell etwa dank Ken Adam in dieser Dschungelgrotte z.B., eine Liebeserklärung an die Gigantomanie der Natur darstellt. Liebe zur Übertreibung, Liebe zum Eskapismus, durchtränkt von dem völlig absurd überhöhten Bestreben, jedweden zuvorigen Bondfilm maßlos zu übertreffen. Kurzum: Die "kleinen" Bondfilme erzeugen einen Mikrokosmos, MR hingegen einen Kosmos in Gänze. Diese massive Größe ist für den Film Segen und Fluch zugleich. Und dieses Gefühl vermag nur die Liebe: Dass alles um dich herum klein und unbedeutend erscheint und nur für den emotional ausgedehnten Moment gelebt wird - das ist MR ;-)

@Daniel Dalton, WOW!
Du hast zu Moonraker offenbar ein Verhältnis wie ein mittelalterlicher Minnesänger zur edlen Dame!
Da prallen die literarischen Gattungen aufeinander!
Denn ich sehe mich eher als eine Art Ian Fleming, der stets danach trachtet, das eigene Leben als Bond-Film oder -Roman zu sehen.
Du lässt Dich vom Film in die Lüfte heben - ich will ihn in die Niederungen meiner eigenen Existenz herabholen!
Da ist er wieder:
Der Gegensatz von Eskapismus (den Du anstrebst) und Identität (die ich suche).
Ich empfinde Deine geradezu entgegengesetzte "Stossrichtung" als äusserst faszinierend, wenn auch für mich fremdartig!
Wenn ein Film oder ein Buch mir keine Identifikation bietet, verweigere ich mich ihm.
Du dagegen scheinst die von Deinem eigenen Leben losgelöste Betrachtung vollauf geniessen zu können!

Wir sollten das gelegentlich vertiefen, denke ich! :)

P.S.: Wobei ich unbedingt anmerken möchte, dass mich Deine Liebeserklärung zutiefst beeindruckt!
Es bereitet mir große Freude, dass gerade Moonraker, der 1979 einen bedeutenden Einschnitt in meinem Leben vollzog, einem schöngeistigen Poeten diesen Lobgesang entlocken kann!
God save the Queen!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mr. Fogg« (22. Januar 2020, 20:08)


Mister Bond

Felix Leiter

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Donnerstag, 23. Januar 2020, 08:46

Nun ja, DD ist ja doch gar nicht mal der große MR Fan. Ich liebe den Film wesentlich mehr und zwar aus den Aspekten, die DD so schon ausführlich nannte.
Andererseits, zum Kontrast, liebe ich auch Beiträge wie FRWL, FYEO oder CR. Nur bei Küchenpsychologie kann man mich vergraulen.

  • »Mr. Fogg« ist männlich

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Donnerstag, 23. Januar 2020, 09:43

(...) Nur bei Küchenpsychologie kann man mich vergraulen.
Mich auch! Ist glücklicherweise in den Bond-Filmen erst einmal aufgetreten: 2015!
God save the Queen!

Daniel Dalton

Felix Leiter

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Donnerstag, 23. Januar 2020, 14:45

Zur Küchenpsychologie: Die ist spezialisiert auf 5er Jahrgänge: Laut Mr. Fogg erstmals aufgetreten im Jahre 2015, ich dagegen würde sagen, am Stärksten 1995 und 2015 :) , eben genau jene Zeitschriftenpsychologie aus den Blättern beim Zahnarztbesuch, findet man seit Brosnan vereinzelt auch bei Bond. Wirklich herausragend hat man es nach meinem Dafürhalten nur 1999 und 2008 gelöst, bis 1989 war hingegen alles in Ordnung - und die Jahrgänge '69 und '89 zeigten eindrucksvoll, dass auch lange ehe Psychologie "in" war, ein Hauch ihrerseits perfekt ins Bonduniversum hat eingeflochten werden können.
Bei deinem Minnesang durfte ich schmunzeln, lieber Mr. Fogg, da dachte ich sofort an den verqueren Rohmer-Geheimtipp "Perceval le Gallois" :D

Mr. Bond sprach es ja schon an: Die Pointe an meiner immer inniglicher werdenden Bindung zu MR ist ja eigentlich, dass ich ihn für den zweit"schlechtesten" der Moore-Bonds halte und auch nur 3/5 vergab in meiner Wertung, der Film ist in seinen extremen Höhen und Tiefen auf eine absurde Art derart "komplex" und überladen, dass er schlichtweg Überforderung auslöst, oder auf Neudeutsch und mal etwas unsanft gesprochen: der Streifen ist ein mindf...ck ;-)
Oder drücken wir es folgendermaßen aus: Mir wohnten speziell in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 ein paar verrückte und durchaus auch seelisch komplizierte Erlebnisse in Sachen Liebe inne, womöglich prägt das meine hypersensible Sicht auf diesen absonderlichen Film noch einmal maßgeblich, zumal: Würde man Bilder mit Sprache gleichsetzen, so stünde MR nun wirklich nicht gerade für knappes Vokabular, sondern für die erdentrücktesten Liebesbriefe.
Der Punkt mit dem alltagsfernen Eskapismus (um das vielleicht zu korrigieren: mich dürstet es ebenfalls nach Identifikation, aber ich finde sie eben oft dorten, wo man sie nicht vermuten würde - oder GLAUBE dass es so sei, sprich: ein Film, der identifikationsferner nicht sein könnte, also ein MR, rückt dann momentweise doch irgendwo in greifbare Nähe ... und entschwände wieder, sobald selbige Nähe zu nahe am Irrsinn Platz nimmt) ist ebenfalls etwas ulkig, denn mögen sich meine Zeilen so lesen als könnt' ich von der Alltagsferne nie genug bekommen, so fiel ich über die Jahre ja gerade bei Bond oft durch den Wunsch nach "Realismus" auf und habe mit Licence to Kill auch einen relativ harten und erdigen Lieblingsfilm der Reihe, auch hier also fungiere ich als mein eigener Widerspruch: Lieblingsdarsteller Dalton, Schreibstil Brett Sinclair 8)

Die Grenzen zwischen Eskapismus und Realidentifikation sind bei mir schlicht und ergreifend zu verschwommen, ich "trenne" zwar durchaus, aber selbst auf vermeintlich "einfache" Filme wie Bond (einfach bewusst in Anführungsstrichen, denn ein fruchtbarer talk wie der Hiesige zeigt ja, dass die Werke durchaus Diskussionspotential freisetzen) projiziere ich sehr verschachtelte Gedanken und je nach Auslegung der Bewusstseinszustände kann dann auch ein Absurdum wie MR mal momentweise "realistisch" sein, selbst wenn die funktionierende Hälfte der Birne eigentlich glasklar sagt: Daniel, das ist Unfug.

Habet Dank
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Bond '89 - Robert Davi